Samstag, 24. Oktober 2009

Bruce Wilson veröffentlicht Traveller

Bruce Wilson, schottischer Musiker, derzeit in Berlin, veröffentlicht am 2. November sein Album Traveller.
Die elf Stücke des Albums demonstrieren die gesamte Bandbreite des Musikers. Von der Ballade bis zum eingängigen Pop-Song, vom musikalischen Experiment bis zu Rock.
Auf www.brucewilson.net kann man sich einen ersten Eindruck verschaffen. Der Weltenbummler Wilson hat auf Traveller seine musikalischen Einflüsse und die Erlebnisse seiner vielen Reisen einfließen lassen. Traveller wurde von Bruce komponiert und produziert und von bekannten Musikern der Berliner Szene eingespielt. Bruce Wilson hat darüber hinaus viele Instrumente selber gespielt.
Verlegt wird Traveller beim Berliner Label und Tour-Management think music.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Das musikalische namibische Sammeltaxi mit Grips

Grandiose Premierenfeier mitten in der Woche und mitten in Berlin.
Zur deutschen Erstvorstellung des Musicals Friends 4eva erschienen nicht nur zahlreiche Linie 1- und Gripstheater-Fans, sondern auch unser Berliner Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, der Botschafter der Republik Namibia Neville Gertze mit Ehefrau und Kindern und unser aller deutscher Bundespräsident Horst Köhler höchstpersönlich mit Gattin Eva Köhler.
Und weshalb kam derart große Prominenz an einem Dienstag abend mitten im Berliner Hansaviertel zusammen? Um nicht nur von einer wunderbaren namibischen-deutschen Theaterproduktion und -kooperation unterhalten zu werden, sondern auch um dem 40-jährigen Geburtstag des rebellischen Gripstheaters seinen tiefen Tribut zu zollen. Auch wenn das Theater noch so jugendlich ist wie eh und je. Quasi im besten Alter.
Zur wunderbaren Musik mit namibischen Einfluss hielt es die Gäste zum Schluss nicht mehr auf den Bänken. Alle tanzten und klatschten zur Musik mit.
Dabei beginnt die Geschichte von Eva gar nicht so amüsant. Allein und noch voller Begeisterung landet sie in Windhoek, schwanger von einem namibischen Musiker. In einem Sammeltaxi durch Namibia reisend und auf der Suche nach ihrem Freund, erlebt sie Namibia allerdings weniger von seiner touristischen Seite. Vielmehr muss Eva sich mit Armut, Krankheit, Tod, Gewalt und Rassismus auseinandersetzen, bevor sie schlussendlich nicht nur ihre Liebe findet, sondern auch in Liebe zu Namibia verfällt.
Diese Aufführungen sind ganz besonders. Die meisten der jungen namibischen Schauspieler haben mit Friends 4eva ihr schauspielerisches und sängerisches Debut gehabt. Eins wurde mit dieser Aufführung deutlich: die zumeist jungen Darsteller sind nicht nur mit Herz und Seele Schauspieler und Komiker, sondern auch herzergreifende- und zerreissende Sänger. Diese zwischen Berlin und Windhoek zustandengekommene Theaterproduktion zeigt wozu shared experiences führen: nämlich zu frischen jungen Produktionen, die über Länder- und Kulturgrenzen voneinander profitieren.

6./7./8.10. GRIPS Theater, BERLIN ausverkauft

12.10. Schulveranstaltung im Fontanehaus, BERLIN

13./14.10. Schulveranstaltungen im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt, BERLIN

17./18. Hallenbad, WOLFSBURG

19.10. Haus im Park, BREMEN

20.10. Das Zentrum, BAYREUTH

21.10. Kulturhaus, GOTHA

23.10. Theaterwelt Phoenix, WITTENBERG

25.10. Werk II, LEIPZIG

26.10. Steintor Varieté, HALLE

27.10. VCRE Bürgerhaus Süd, RECKLINGHAUSEN

28.10. WestStadthalle, ESSEN

29.10. Forum KulturStadt Lev, LEVERKUSEN

1.11. Stadthaus, ULM

2.11. Frankfurter Hof, MAINZ

4./5.11 Kinder- und Jugentheater, FRANKFURT a.M.

Dienstag, 22. September 2009

Afrika - Mitte(n) im Gespräch - Aukongo und die zwei Welten

Stefanie-Lahya Aukongo hat viel zu erzählen.
Kein Wunder. Ihr Leben begann mit einem Kampf, mit vielen Steinen auf Ihrem zunächst holprigen Weg und Grenzgängen.
Am 1. Oktober 2009 erscheint ihr autobiographisches Buch "Kalungas Kind" im Rowohlt Verlag.
Passend zu dem bevorstehenden Tag der Einheit, schildert Aukongo, deren Mutter während der Bürgerkriegswirren in Namibia schwer verletzt ausgeflogen wurde, wie ihr die DDR das Leben rettete. Unglaublich, aber wahr.
Von ihren Erfahrungen zwischen bzw. mit zwei Nationen und ihrem Leben und Überleben wird Aukongo im Rahmen der Gesprächsreihe „Afrika – Mitte(n) im Gespräch“
am 25. September 2009
um 19.30 Uhr
im Afrika Haus (Bochumer Str. 25, 10555 Berlin)
www.afrikahaus-berlin.de
erzählen.
Die Moderation wird Klaus Boldt von Dritte Welt Journalisten e.V. führen.

Freitag, 18. September 2009

Linie1 oder doch lieber Friends 4eva?

LINIE 1 -Wer kennt das Berlin-Musical mit seinen gewitzten Geschichten und Liedern nicht?
In einer neuen, diesmal namibischen - Fassung feiert das Musical - unter dem Titel

"Friends 4eva"
am 6. Oktober 2009
im Grips-Theater in Berlin
Deutschland-Premiere.

Seit 20 Jahren ist "Linie 1" mit über 1300 ausverkauften Vorstellungen allein im GRIPS Theater eine Berliner Erfolgsstory. In viele Sprachen übersetzt und international aufgeführt spricht es mit seiner Kombination aus Musik, Drama, Humor und sozialer Kritik, ein breitgefächertes Publikum an. "Friends 4eva" wird in englischer Sprache mit dt. Untertitelung aufgeführt.

Drehbuch und Regie: Natasha Lamoela und Frank Dornbrach (AVALON/Namibia)
Musikalische Leitung: Matthias Witting (GRIPS Theater/Deutschland)

Hauptdarstellerin: Kathrin Osterode (GRIPS Theater/Deutschland) + namibisches Ensemble (AVALON/Namibia)

(Stücklänge ca. 2:40 h (inkl. 20 min Pause), Englisch mit deutscher Übertitelung –in Deutschland)

Deutschlandpremiere am Dienstag 6.10.2009 um 19 Uhr 30 Grips-Theater Berlin Altonaerstraße 22 10557 (direkt U-Bahnhof U9, Hansaplatz)

Bundespräsident Horst Köhler, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und der
namibische Botschafter Neville Gertze werden die Premierenveranstaltung im Grips Theater eröffnen.

Weitere Termine:
Berlin (6-14.10),
Potsdam (15.10),
Wolfsburg (17+18.10),
Bremen (19.10),
Bayreuth (20.10),
Gotha (21.10),
Wittenberg (23.10),
Leipzig (25.10),
Halle (26.10),
Recklinghausen (27.10),
Essen (28.10),
Leverkusen (29.10),
Duisburg (30.10),
Ulm (1.11),
Mainz (2.11) und
Frankfurt (4.+5.11).

Für weitere Informationen: http://www.berlin-windhoek.org/index.php?page=article&id=60

Mit der freundlichen Unterstützung von:
Air Namibia, Kalahari Sands Hotel&Casino, Gasag, Deutsche Kreditbank, Aktion Afrika - gefördert durch das Auswärtige Amt aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags, Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, Bank Windhoek Arts Festival, Klein Windhoek Guesthouse, Deutsche Botschaft Windhoek

Donnerstag, 30. Juli 2009

EES music arrived in Berlin!

Die Vorfreude auf das Kwaito-Event im Rahmen der 12. IAAF Leichtathletik WM in Berlin nimmt mit jedem Tag mehr zu. Und die Spannung steigt.

First time ever ...
The namibian Superstars EES & Gazza will perform
in front of Brandenburger Tor (Pariser Platz) in Berlin
16th of August 2009
5pm to 6pm
in the KulturStadion.

And surprise, surprise!

You can buy at Berlin's Dussmann store the CD's of EES exclusively!

Mit ihrem gemeinsamen Auftritt repräsentieren EES und Gazza ein neues, apartheidfreies Namibia, das fast zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit von Südafrika nun auch seine musikalische Identität gefunden hat.

Neu ist aber auch der Musikstil Kwaito, der aus Elementen von Reggae, HipHop und Dancehall besteht und die Kühle des elektronischen sounds mit dem sonnigen Klang des Reggae und dem straßentauglichen HipHop verbindet.

See you there for a huge Party!

Mittwoch, 8. Juli 2009

GAZZA and EES WILL BE BACK IN BERLIN

Die Leser des Namibiamagazins konnten erst kürzlich einen Artikel über den erfolgreichen Aufenthalt des namibischen Kwaito-Sängers Gazza im Frühjahr in Deutschland lesen (Namibiamagazin 2/09 – wer die Zeitschrift haben möchte, erhält sie als Mitglied der Deutsch-Namibischen Gesellschaft (DNG) kostenfrei oder muss das Magazin separat bestellen).
Da hieß es noch: „Vielleicht ergibt sich im nächsten großen Jubiläumsjahr (…) wieder eine Gelegenheit, die deutsch-namibischen Freundschaften, die auch dieses Jahr wieder entstanden sind, musikalisch zu vertiefen.“

Wer hätte gedacht, dass dies schon in wenigen Wochen wieder möglich sein wird!

Der große musikalische Erfolg Gazza’s in München und Berlin hatte sich bis zu den diesjährigen Veranstaltern „KulturStadion“ des Begleitprogramms der 12. IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaft Berlin 2009 herumgesprochen. p.art.ners berlin-windhoek gGmbH erklärte sich in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Namibischen Gesellschaft bereit, einen namibischen musikalischen Beitrag zu diesem Event zu leisten.


GAZZA and EES WILL BE BACK IN BERLIN.

Gazza wird zusammen mit dem smarten Kwaitostar EES, der in „good old Germany“ mittlerweile auch kein ungeschriebenes Blatt mehr ist, voraussichtlich

am SONNTAG, 16. AUGUST 2009, 20:00 bis 21:00 Uhr

auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor zu heißen Namibia - Kwaito -Beats am „Tag der Nationen“ performen.


Wer sich bis zu dem Auftritt nicht gedulden kann, den verweise ich auf zahlreiche youtube-Videos mit Gazza und EES.

Und wer vielleicht ein Autogramm und gemeinsame Fotos mit den namibischen musikalischen Superstars haben möchte, der muss einfach zu diesem Mega-Event kommen!

Foto: Sandy Harnisch

Sonntag, 21. Juni 2009

Weinrallye # 24 Kurz, knapp und NAHE

Das gestrige Sommerfest der Deutsch-Namibischen Gesellschaft war schuld. Schuld daran, dass ich soviel Spass hatte, anregende Gespräche führen durfte und ganz viele neue Leute kennengelernt habe. Schuld aber auch daran, dass mein Beitrag zur mittlerweile Weinrallye # 24
"Das Gute liegt wirklich Nahe"
nur kurz und knapp und dann auch noch verspätet erscheint. Denn leider hat Namibia wenig mit dem Weingebiet Nahe zu tun und ist auch nicht "nahe" an Berlin gelegen. So war es mir leider nicht - wie einigen anderen - vergönnt, unterhaltsame Feste mit der Weinrallye zu verbinden.
Daher wird fix eine schon vorbereitete, d.h. gekühlte, Nahe-Flasche geöffnet, um den Ausrichter der diesmaligen Weinrallye vom blog der Ultes mit einem weiteren Beitrag zu erfreuen. Die momentan sommerlichen Temperaturen passen wunderbar zu einen schönen und frischen Riesling.

Deutschland
Nahe
Pieroth
Riesling trocken
12,5 % vol., 2007

Farblich ist der 2007 Riesling blass gelb-grünlich.
In der Nase ist der Pieroth leicht metallisch und hat ein säuerliches Nektarinenaroma.
Am Gaumen wiederholt sich der metallische Geschmack, wobei unklar ist, woher er kommt. Hinzu kommen leichte Zitrus- und Pomeloaromen.
Der Abgang ist unspektakulär und nicht lang. Die Aromen sind relativ flüchtig.
Als eine Freundin hörte, dass ich einen Nahe-Riesling geöffnet habe, kam sie kurzerhand vorbei und schloss sich einem Glass Wein auf dem Balkon an, um noch ein wenig den kühlen Sommer zu geniessen. Dabei war der Riesling für einen ausgeprägten Girlstalk der passende Wein: unkompliziert, erfrischend und wenig dominant.
Mir hat der Wein gefallen und die Freundin war auch begeistert.

Samstag, 6. Juni 2009

Einladung zum Sommerfest "Berlin trifft Windhoek"

Zum Deutsch-Namibischen Sommerfest "Berlin trifft Windhoek" am Samstag, dem 20. Juni 2009, von 14:30 Uhr bis ca. 23 Uhr auf dem Gelände der Galerie und Künstlerwerkstatt "Inselspinnen" (www.inselspinnen.de) auf der Insel Eiswerder, Eiswerder Str. 15, Kunsthalle 12, 13585 Berlin-Spandau lade ich Sie, Ihre Familie, Ihre Freunde und alle an Namibia Interessierte herzlich ein.

Wir erwarten mit grosser Freude:

Birgit Möhring
Vizepräsidentin der Deutsch-Namibischen Gesellschaft e.V.

S.E. Neville M. Gertze
Botschafter der Republik Namibia

Gerd Kronmüller
Stv. Leiter der Abteilung Protokoll und Auslandsangelegenheiten der Senatskanzlei Berlin

Freuen Sie sich ab 14:30 Uhr auf einen Tag der Begegnungen und Gespräche, der Information und der Geselligkeit.

Livemusik der Gruppe "Los Multikultis" (www.losmultikultis.de), Gesang und Percussion von Eliane Aka (Elfenbeinküste) und Thomas Tossou (Togo), Chor und Trommelgruppe der Oberschule Basdorf, Kwaito-Musik "Made in Afrika" präsentiert by DJ Zhao (www.myspace.com/zhaoism), Kunstausstellung der Künstlerwerkstatt Inselspinnen, Namibia-Foto-Schau, preisgekrönte Kurzfilme aus Namibia, Verkaufsausstellung "Weavers of Namibia", Kunst für und mit Kindern, Informationsfilm und -materialien
Braai (namibisches Grillen mit südafrikanischem Wild), Getränke (u.a. Windhoek Lager und südafrikanischer Wein), Kaffee und Kuchen

Eintritt frei! Ich freue mich auf Ihr zahlreiches Erscheinen! Es ist auch für eine Schlechtwetter-Variante gesorgt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Deutsch-Namibischen Gesellschaft und der Künstlerwerkstatt Inselspinnen.

Montag, 18. Mai 2009

Weinrallye # 23 ..... Wein, Weib und kein Gesang...dafür eine französische Weinrallye!

Die mittlerweile 23. Weinrallye wird von der Winzerin Iris vom blog Weingut Lisson veanstaltet, betreut und ausgewertet. Ihr vorgegebenes Thema ist so simpel wie es auch schwer ist.
Gesucht werden Winzerinnen-Weine.
Weine, die tatsächlich von Frauen gemacht werden. Und das, obwohl auch noch heute die Weinproduktion international meist fest in männlicher Hand liegt.
Die Zeiten ändern sich aber allmählich.
Vor allem wird es für Frauen immer selbstverständlicher, häufig traditionsreiche, alte und familienbetriebene Weingüter von ihren männlichen Vorfahren zu übernehmen.
Da stellt sich wie von selbst die Frage, ob es einen Unterschied zwischen "Winzerinnen-Wein" und althergebrachtem "Winzerwein" gibt. Unsere diesmalige "Wine-Hosterin" und Languedoc Winzerin Iris ist hierbei das beste Beispiel, daß Frauen sich auch in einer Männerbastion behaupten können. Leider war es mir noch nicht vergönnt, Weine vom Weingut Lisson zu trinken. Das wird aber hoffentlich bald nachgeholt.

Das Augenmerk bei dieser Weinrallye soll allerdings anderen Winzerinnen in Frankreich gelten.
Zwei grosse und traditionsreiche Güter werden nämlich von Frauen regiert. Die Rede ist hier von dem Gut Domaine Weinbach aus dem Elsass und dem Château Dalem aus dem Bordeaux.
Auf elegante und unscheinbare Weise produzieren diese Winzerinnen ihre Weine und stehen ihren männlichen Kollegen in nichts nach.

1. Mme Brigitte Rullier-Loussert von Château Dalem
Das Château Dalem ist mir von Anfang an überaus sympathisch. Eine Webseite ist zwar nicht auffindbar, dafür aber ein blog! Mme Rullier-Loussert ist Bloggerin. Die besten Voraussetzungen für diese Rallye sind somit erfüllt.
Das Château Dalem ist ein altes Weingut, das offiziell seit 1610 von der Familie Crabit betrieben wird. Nach dem Tod von Michel Rullier 1955 hat seine Tochter Brigitte Rullier-Loussert das Gut übernommen und führt diese nun mit ihrer weiblichen Hand. Nach aussen ist dies insbesondere durch das Design der Flasche erkennbar. Im Gegenzug zu ihrem Vater hat die Flasche nun einen roten Hals und enthält rote Schriftzüge.
Inwieweit der Wein auch "weiblicher" wurde, lässt sich nicht sagen. Für einen Vergleich fehlt mir einfach ein Michel Rullier Wein von vor 1955.
Aber auch so lässt sich sagen, dass der Fronsac phantastisch ist.

Frankreich
Bordeaux
Fronsac
Château Dalem, 2005
14 % vol.

Dieser Bordeaux, der aus 90% Merlot und 10% Cabernet franc besteht und auf lehm-kalkartigen und kreidehaltigem Boden im Weinanbaugebiet Fronsac gewachsen ist, überzeugt durch eine intensive Fruchtigkeit mit satten Tanninen.
Farblich ist der noch junge Wein dunkelrot und hat noch einem Violettstich.
In der Nase dominieren starke und fruchtige Beeren- und Kräuteraromen gemixt mit einem leichten Bananenaroma.
Die gleichen Bananenaromen spiegeln sich am Gaumen wieder und werden durch pfeffrige Noten ergänzt. Harmonische Tannine geben dem Wein die nötige Spannung.
Der Abgang ist lang, komplex und hat einen leichten säuerlichen, angenehm erheiternden Nachhall.

Hierzu passt sicherlich ein wunderbarer Braten hervorragend oder ein saftig gegrilltes Stück Fleisch. Damit kann ich leider momentan aber nicht dienen.
Dafür kommt eine profane und grundsolide deutsche Wurstplatte mit den verschiedensten Wurst- und Schinkensorten auf den Tisch.
Dazu ein herzhaftes französisches Poilâne Brot und ein Glas fruchtiger Bordeaux...und schon hat man ein phantastisches Abendmahl.


2. Mme Colette Faller et ses filles
Die Internetseite der Domaine Weinbach ist im Gegenzug zum Château Dalem sehr informativ gestaltet. So erfährt man nicht nur etwas über die Geschichte des Guts und die Böden auf denen der Wein wächst, sondern auch über die Weine selber mit recommends, welches Essen zu den Weinen passt.Das Gut selber wurde 1612 von Kapuziner-Mönchen gegründet. Während der Französischen Revolution wurde es verstaatlicht und 1898 von den Faller Brüder erworben. Der Sohn und Neffe Théo Faller führte das Gut dann fort, bis es nach seinem Tod 1979 seine Ehefrau Colette mit ihren Töchtern Catherine und Laurence übernahm.
Der Wein, der hier vorgestellt wird, schlummerte schon länger in meinem Weinreservoir und wartete nur darauf geöffnet zu werden. Und ehrlich gesagt, keine Minute zu früh.

Frankreich Elsass
Domaine Weinbach
Colette Faller et ses filles
Riesling
Cuvée Ste. Catherine, 1996
13 % vol.

Farblich ist der Wein goldgelb mit einer Neigung zur Mattigkeit.
In der Nase ist er schon stark petrolhaltig mit leichten würzigen Kräutern.
Am Gaumen dominieren überreife gelbe Früchte wie zum Beispiel Pfirsiche und Aprikosen. Allerdings neigt der Wein leider schon zum umkippen. Wen wundert es bei dem Alter.
Und dennoch hat auch dieser Riesling noch beim Abgang Kraft und läuft ölig die Kehle herunter.
Hierzu habe ich die typisch elsässische Nationalspeise Choucroute nach einem Rezept von Sarah Wiener aus ihrem letztlich entstandenen Buch "Meine kulinarische Reise durch Frankreich" gekocht.

Sarah Wiener
Meine kulinarische Reise durch Frankreich
Eine Liebeserklärung mit Rezepten
Eichborn Verlag,
Frankfurt am Main,
November 2008

Ein Stück Elsass in meiner Berliner Küche.
So könnte man die Düfte beschreiben, die aus dem Topf mit dem Sauerkraut, Räucherspeck, Schweineschulter und weiteren leckeren Zutaten strömen. Fehlt nur noch der Blick über grüne Weinberge. Damit kann ich zwar momentan nicht dienen, dafür aber mit dem elsässischen Riesling, der sich hervorragend zum Choucroute ergänzt. Und dies, obwohl die Internetseite der Domaine Weinbach zum Choucroute keinen Cuvee Ste. Catherine, sondern einen Grand Cru Schlossberg empfiehlt.
Gerade weil der Wein schon nicht mehr übermässig säurehaltig ist, passt er aber phantastisch zum säuerlichen Sauerkraut, den rattigen Kartöffelchen "La Ratte", und der am Gaumen schmelzenden Schweineschulter. Lecker, lecker, lecker. Essen wie Gott in Frankreich....ausnahmsweise aber ist er diesmal in Berlin zu Gast.

3. Ergebnis
Inwieweit die zwei vorgestellten Weine tatsächlich "weiblich" sind, mag ich nicht zu beurteilen. Klar ist jedoch, dass diese Weine sich von Massenweinen hervorheben. Sie sind komplex und aromatisch und schmecken einfach phantastisch!
Es leben die Frauen, die solche Weine herstellen!

Sonntag, 17. Mai 2009

Franken./.Brandenburg oder Ost-Spargel mit West-Silvaner

Die Spargelzeit ist unübersehbar in Deutschland angebrochen und neigt sich bald schon dem Ende wieder zu.
Im Supermarkt, am Strassenrand oder auch auf dem Markt werden überall die hellen Stangen verkauft. Und das nicht nur auf dem Land, sondern auch mitten in Berlin. Die deutsche Hauptstadt wird dabei direkt aus dem nahen brandenburgischen Umland beliefert. Beelitz ist der Ort, aus dem der meiste und auch bekannteste Spargel kommt, der in Berlin auf den auserwählten Tisch kommt - wenn man mal von dem "Massen- und Billigspargel" aus den Billigsupermärkten absieht.
Aber, passt dieses Gemüse, dass in Brandenburg auf eher sandigem Boden wächst, auch zu einem fränkischen Silvaner? Ein Silvaner, der auf einem Boden wächst, der hauptsächlich aus Muschelkalk, Quarz und Stein besteht?

Deutschland
Franken
Winzergemeinschaft Franken eG GWF
Röttinger Feuerstein
Silvaner, Kabinett trocken
2007, 12 % vol.

Der aus Röttingen kommende Silvaner, der dieses Jahr seinen 300. Geburtstag feiert, ist ein mineralisches Getränk, das ein wunderbarer Begleiter zu sommerlichen Speisen ist. Die Nase ist aromatisch fruchtig mit einer leichten Säure. Am Gaumen überzeugt der Silvaner durch eine leichte Mineralität mit einer fruchtigen und aprikosigen Note. Der Röttinger Feuerstein Silvaner ist in seiner Unkompliziertheit ein bodenständiger Wein, der nicht unbedingt durch Rafinesse bestechen möchte, sondern einen alltäglichen und konstanten Genuss bietet.
Zusammen mit dem saftigen und leicht süssen Beelitzer Spargel, jungen Bio-Kartoffeln und italienischem herzhaften Prosciutto Crudo vom Mailänder Feinkosthändler Peck ist das Gericht zusammen mit dem Frankenwein ein deutsches Frühlingsgedicht.
Kurz gesagt: Yes, it can! Der Frühling ist da!

Montag, 4. Mai 2009

Futurismus oder ein Museumsbesuch in Mailand

Ein Begriff, der wohl nur Kunstinteressierten bekannt ist, oder?
Futurismus oder auch Futurismo ist der Inbegriff einer aus Italien stammende Kunstrichtung, die Anfang des letzten Jahrhunderts vor allem Kunst, Kultur, Architektur, Technik und auch die Politik prägte.
Der Urvater des Futurismus ist der italienische Jurist und Dichter Filippo Tommaso Marinetti, der mit seinem Manifest, das in der französischen Zeitung "Le Figaro" abgedruckt wurde, den Grundstein für diese avantgardistische Bewegung legte. Der bekannteste Künstler, der sich diesem Zeitgeist widmete, war Gino Severini, dessen Bilder auch in der Museum of Modern Art (MoMA) in New York hängen.

Dieser Kunstrichtung widmen sich momentan mehrere Ausstellungen in Italien in diesem Jahr.

Eine davon ist in der Fondazione delle Stelline in der Corso Magenta in Mailand noch bis zum 7.6.2009 zu sehen. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit den Ursprüngen des Futurismus in Form von Schriften, Skizzen und Bildern.
Der Besucher wird bei der Ausstellung mit den figürlich zerteilten Bildern von den führenden Künstlern dieser Bewegung Giacomo Balla und Umberto Boccioni konfrontiert. Dadurch, dass die Ausstellungsräume nicht zu weitläufig sind, kann man in kompakter Form eine Schulstunde zum Futurismo durchlaufen....so denn man des Italienischen mächtig ist.

Fondazione delle Stelline
F.T. Marinetti = Futurismo
vom 12.2.2009 bis 7.6.2009
Corso Magenta 61,
20123 Milano

Freitag, 1. Mai 2009

Offizieller Bildungsbotschafter Namibias zu Gast im Berliner Roten Rathaus

Der namibische Hip-Hop Star Gazza setzt sich für Jugend ein

Seit ein paar Tagen hält sich der offizielle Bildungsbotschafter des namibischen Erziehungsministeriums (Goodwill Ambassador for Education) Gazza in der deutschen Hauptstadt auf. Hier will er nicht nur musikalisch mit zwei öffentlichen Konzerten auf Namibia aufmerksam machen, sondern sich auch als offizieller Unterstützer der „Team Namibia“ Kampagne für den wirtschaftlichen Aufschwung in seiner Heimat einsetzen. In seinen Augen stellt Bildung den Schlüssel zum Erfolg und zur individuellen Entfaltung dar.

„Bildung ist überall eine Grundlage für Entwicklung und Wohlstand. Namibia hat noch erheblichen Nachholbedarf für die schwarze Bevölkerung, die unter der Apartheid bis 1990 benachteiligt war. Das hilft auch, die bisher schon gute wirtschaftliche Entwicklung weiter zu fördern“, so Klaus Hess, Präsident der Deutsch-Namibischen Gesellschaft.

Bei einem Fototermin im Berliner Roten Rathaus betonte Gazza gestern Vormittag, dass er seinen Einfluss als Musiker besonders gut nutzen kann, um sich für die Bildungsmöglichkeiten in seinem Land stark zu machen. In Namibia besucht er „regelmäßig Schulen, um armen kids Mut zu machen“. Gazza weiß, wovon er spricht. Er stammt selber aus ärmlichsten Verhältnissen und ist in einem der Townships im nördlichen Namibia aufgewachsen. Aber auf Bildung wurde in seiner Familie immer viel Wert gelegt, auch wenn sich seine Begeisterung für Musik schon in jungen Jahren zeigte.

Von seinem musikalischen Talent kann sich die Berliner Jugend am 1. Mai 2009 beim MYFEST überzeugen. Gazza wird mit seinem Musikerkollegen Eino auf der Hip-Hop Bühne performen und damit zu einem internationalen und multikulturellen Straßenfest beitragen, das sich gegen Verdrängung, Ausgrenzung und Diskriminierung wendet. Gazzas Aufenthalt wird vom Goethe-Institut und dem Goethe-Zentrum Windhoek gefördert.


Auftritt Gazza in Berlin:

1. Mai 2009, MYFEST, Bühne 18: Hip-Hop Südblöcke/QM Dresdener Straße 12, 16.30 bis 17.00 Uhr


Weitere Informationen zum Goethe-Institut und Goethe-Zentrum Windhoek www.goethe.de

Für mehr Informationen zum deutsch-namibischen Austausch www.dngev.de

Mittwoch, 29. April 2009

Namibischer Hip-Hopper Gazza erstmals in Berlin

Gazza beim Kreuzberger MYFEST und im tazcafé
Der namibische Hip-Hop Künstler Gazza wird diese Woche Berlin auf Einladung des Goethe-Instituts, des Goethe-Zentrums Windhoek und der Deutsch-Namibischen Gesellschaft besuchen. Nach Aufnahmen mit dem deutschen Hip-Hopper Cajus in München wird Gazza auch zwei Konzerte rund um den 1. Mai für seine Fans in Berlin geben.
"Dieses einzigartige interkulturelle Projekt zwischen Namibia und Deutschlan
d setzt die 2008 begonnene Kooperation fort und wird die musikalische Zusammenarbeit beider Länder ausbauen und vertiefen", so Christiane Schulte, Leiterin des Goethe-Zentrums Windhoek.
Gazza ist mit Kwaito-Musik, die in Südafrika und Namibia Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in den townships als Mischung zwischen Hip-Hop, Reggae und Dance-Hall entstanden ist, nicht nur in Namibia berühmt geworden. Auch in Südafrika feierte er Erfolge, insbesondere mit seinem dritten Album "Stof-lap-Chikapute".

© Goethe-Zentrum Windhoek

Zu folgenden Terminen wird Gazza in Berlin auftreten:


30. April 2009, tazcafé (Rudi-Dutschke-Str. 23, 10969 Berlin), 20 Uhr
1. Mai 2009, MYFEST, Bühne 18: Hip-Hop Südblöcke/QM Dresdener Straße 12, 16.30 bis 17.00 Uhr

Weitere Informationen zum Goethe-Institut und Goethe-Zentrum Windhoek www.goethe.de
Weitere Informationen zum deutsch-namibischen Austausch www.dngev.de

Samstag, 18. April 2009

Namibischer Hip-Hop Star Gazza zu Gast in Deutschland

(Berlin/München, 17. April). Der namibische Sänger Gazza ist in den kommenden zwei Wochen mit Stationen in München und Berlin in Europa unterwegs. „Es ist uns ein großes Anliegen, den kulturellen Austausch im namibisch-deutschen Verhältnis zu stärken“, so Klaus A. Heß, Präsident der Deutsch-Namibischen Gesellschaft. „Daher freuen wir uns besonders, dass Gazza auf Vorschlag des Goethe-Zentrums in Windhoek unserer Einladung gefolgt ist.“ Der 31-jährige Künstler aus dem Norden Namibias ist in seiner Heimat Kult. Durch seine Texte in seiner Muttersprache Oshivambo, aber experimentell auch auf Deutsch, schlägt er eine Brücke für Verständigung und Austausch. Wichtig ist dem Künstler, selbst Sprachrohr für die Schwächeren seiner Heimat zu sein. „Vorbild war und ist für mich Prinzessin Diana. Kein Witz!“, so Gazza, der mit bürgerlichem Namen Lazarus Karandu Shiimi heißt. „Sie hat sich für die Schwachen auf dieser Welt eingesetzt. Und das ist für mich Antrieb, Motivation und vor allem auch künstlerische Inspiration.“

© Goethe-Zentrum, Windhoek

Die westliche Musikrichtung Hip-Hop, in die Gazza eingeordnet werden kann, ist für die in Afrika bekannte Stilrichtung „Kwaito“ zu schmal gefasst. In Kwaito vereinen sich Elemente des Hip-Hop, Reggae und Dancehall.

„Namibia ist ein Land mit vielfältigen und jahrhundertealten Musikkulturen, die immer schon mühelos Grenzen überschritten und Generationen verbunden hat. Als Vertreter einer globalisierten Jugendkultur bewahrt Gazza in seinen Liedern jedoch durch Text und musikalische Elemente ein wesentliches Stück Namibia“, sagt Namibias Botschafter in Berlin, S.E. Neville Gertze. „Mit seinen 53 Ländern und tausenden von Sprachen ist Afrika ein Hort kultureller Vielfalt, den Europa erst noch entdecken muss.“ In Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr der Unabhängigkeit Namibias, das sich 2010 zum zwanzigsten Mal jährt, seien Besuche wie die des namibischen Jungstars Gazza eine willkommene Gelegenheit, die Vielfalt und Lebendigkeit des Kontinents den Menschen hier näher zu bringen.

Neben Aufnahmen mit dem deutschen Hip-Hopper Cajus in Tonstudios ist ein Auftritt von Gazza auf dem internationalen und multikulturellen Straßenfest „MYFEST“ in Berlin fester Programmpunkt des Aufenthaltes in Deutschland.

Dienstag, 14. April 2009

Weinrallye # 22 Regionale Spezialitäten

Winzerblogs Weinrallye # 22 geht back to the roots - to the regional roots.
Regionale Spezialitäten sollen herausgekramt und dem breiten Weinrallye-Publikum präsentiert werden.
Regional bedeutet im Fall vom blog myexperience4u Berlin und Umgebung.
Da fallen mir ad hoc - neudeutsch-englisch: ädhock - gleich mehrere Berliner Spezialitäten ein: die Berliner Currywurst oder die leckeren Fassbender & Rausch Pralinen vom Gendarmenmarkt, das Berliner Bürgerbräu-Bier mit seinem Rotkehlchen (frisch am Müggelsee gebraut) oder der Wein vom Kreuzberg (wie der gleichnamige Berliner Ex-Krawall-Bezirk).
Wenn man über die Berliner Stadtgrenzen schaut, kommt man gleich in Früchte-, Gemüse- und Weingebiete. Der Beelitzer Spargel aus der Region um Beelitz herum, ebenfalls um die Ecke von Berlin, ist mittlerweile nicht nur in Beelitz bekannt.
Aus dem Spreewald kommen die Spreewälder Gurken - auch sehr lecker. Auch Teltower Rübchen sind altbekannt und kommen in letzter Zeit wieder in Mode.
Als Weinbaugebiet ist vor allem das alte Obstanbaugebiet Werder an der Havel bekannt. Dort wird nicht nur seit Jahrhunderten - konkret seit etwa 700 Jahren - anständiger Wein gemacht, sondern auch unzählige Obst- und Gemüsesorten kommen aus der Gegend, die auch gerne zu Obstweinen verarbeitet und beim Werderaner Baumblütenfest ausgeschenkt werden, das vom 25.4.2009 bis zum 3.5.2009 in diesem Jahr wieder stattfindet.
video
Auf dem Werderaner Wachtelberg, der meines Wissens die nördlichste für den Qualitätsanbau zugelassene Reblage der Welt ist, werden auf einer Fläche von 6,2 ha seit 1991 nicht nur Müller-Thurgau, Saphira, Kernling, Sauvignon blanc, Dornfelder und Regent angebaut. Insgesamt jeweils 40 verschiedene Weiss- und Rotweintrauben werden hier auf dem Lehrpfad angebaut und können vom Interessierten beim Wachsen beobachtet werden. Das Weinbaugebiet gehört - trotz unmittelbarer Nähe zu Berlin - zum Anbaugebiet Saale-Unstrut. Die Weine werden vom Landesweingut Kloster Pforta gekeltert.
Nach einem wunderbaren kleinen Spaziergang über den Weinberg, kann man in der Weintiene einkehren und das Wein-Ergebnis der letzten Jahre verkosten. In die Tiene kommen nicht nur Weintouristen, sondern vor allem die Werderaner aus der Nachbarschaft, die den Tag bei einem Glas Wein und einer Brotmahlzeit mit Blick auf die Havel oder auch den Weinberg ausklingen lassen wollen. Man könnt' fast meinen, man wär' im Badischen.
Von der Betreiberin der Weintiene wurde folgender Rotwein besonders zur Verkostung angeboten, nachdem sie erklärte, dass der 2007er dieses Jahr viel sanfter und bekömmlicher ist als im letzten Jahr:

Deutschland
Saale-Unstrut
Werderaner Wachtelberg
Cuveé Velvet
2007, 11,5 % vol. trocken

Die Cuveé besteht nach Angabe der Betreiberin aus 30 % Dornfelder und 70 % Regent.
Farblich ist der Wein schwarzrot mit einem Lilastich.
In der Nase dominieren starke Kirsch- und Schokoladenaromen.
Am Gaumen spiegelt er den nasalen Eindruck wieder und präsentiert sich kirschig gemixt mit Johannisbeeren. Insgesamt ist der Wein trotz einer nicht verkennbaren waldbeerigen Säure rund und angenehm. Halt typisch Regent und Dornfelder.
Der Abgang ist einfach gestrickt und nicht lang - in sich aber harmonisch.

Insgesamt ein perfekter leichter Wein für den lauen Sommerwindabend im Weinberg, auf der Terrasse, auf dem Balkon oder im heimischen Garten.

Und das quasi um die Ecke von der Metropole Berlin.

Montag, 13. April 2009

Montag, 6. April 2009

Magentaquarantotto

Italien, das gelobte Land des Espressos.
Überall, wo man in Mailand hintritt, kann man schnell mal für 90 ct und mehr das kleine dickflüssige und starke Kaffeegetränk zu sich nehmen. Dabei ist es verpönt, sich tagsüber in ein Café zu setzen und langfristig über einer Tasse zu brüten. Dem Mailänder muss der Espresso zügig und quasi im Vorbeigehen gereicht werden.
Alleine Touristen machen es sich in den Bars auf den mehr oder minder schönen Sitzgelegenheiten bequem, schlürfen ein Minitässchen und brüten über den Stadtplänen.
Wenige Schritte von dem berühmten Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie liegt das Magentaquarantotto. Hier wird sowohl dem italienischen raschen Trinkusus als auch dem ausländischen Wunsch nach langem sightseeing, sich bequem etwas länger hinsetzen zu können, entsprochen.
Im Magentaquarantotto kann man sowohl im Stehen schnell seinen liebevoll dekorierten Kaffee hinunterstürzen, aber auch bequem am Tisch sitzen und die wundervoll goldige Einrichtung geniessen. Dazu gibt es göttliche Süssigkeiten, leckere warme Panini oder auch ungewöhnliche Croissants, die mal mit Kakao oder auch mit Pistaziencreme lindgrün gefüllt sind.
Abends wird das Cafe zu einer Bar umfunktioniert, in der man seinen Aperitivo mit kleinen unverschämt leckeren Schweinereien in netter Gesellschaft zu sich nehmen kann. Quasi als Start in eine lange Mailänder Nacht.
Apropos Gesellschaft. Hier trifft man nicht nur die Italiener aus dem Kiez um den Corso Magenta herum. Das Magentaquarantotto ist auch Treffpunkt eines International Clubs, der hier regelmässig seine Netzwerktreffen veranstaltet. Das jedenfalls versicherte eine Engländerin, die seit mehreren Jahren in Mailand lebt und mit anderen expats Kontakt hält.
Aber das kann jeder selber überprüfen.

Magentaquarantotto
Corso Magenta 48
20123 Milano
Italia
tel.: 0243511760

Samstag, 4. April 2009

Sleeping next to the Last Supper

Ein Hotel in einer so grossen Stadt wie Mailand zu finden, sollte ja wohl nicht so schwierig sein. Und dennoch.
Wer ein kleines, aber feines, sauberes und dennoch bezahlbares Hotel sucht, hat es wie in allen Metropolen schwer bei seiner Suche. Das Angebot ist gross und unübersichtlich. Ein Fehlgriff ist leicht gemacht.
Kein Fehlgriff ist die Wahl des Antica Locanda Leonardo in der Corso Magenta.
Das Hotel strahlt großbürgerlichen italienischen Charme aus und ist perfekt gelegen - next to Leonardo Da Vincis Abendmahl in der Santa Maria delle Grazie Kirche.
In einem Hinterhof gelegen, mit einem kleinen Garten ausgestattet, erwartet den Besucher eine angenehme Ruhe, die man in der sonst lauten lombardischen Stadt nicht erwartet. Die Reception des familienbetriebenen sehr sauberen Hotels ist ein elegantes in hellen Tönen ausgestattetes Wohnzimmer. Beruhigend erklingt leise klassische Musik.
Die Zimmer sind individuell eingerichtet. Statt des hotelüblichen Teppichbodens erfreut ein alter Parkettboden.
Die Bäder sind sauber und weiss, süsse kleine Badaccesoires fügen sich in das Konzept des Boutique-Hotels wunderbar ein. Kostenloses Wi-Fi ermöglicht den Zugang zum Internet.
Im Sommer kann man im eigenen Zimmer-Hofgarten sitzen, so denn man ein solches im Erdgeschoss in Richtung Garten gebucht hat. Sehr zum empfehlen.

Antica Locanda Leonardo
Corso Magenta 78
20123 Milano
Italia

Der Besuch von Leonardo Da Vincis Letztem Abendmahl ist bei einer so exquisiten Hotellage definitiv ein Muss. Allerdings ist es ratsam, sehr frühzeitig Tickets zu reservieren. Diese sind grundsätzlich mehrere Wochen im Voraus ausgebucht.
Wenn man jedoch welche ergattern kann, wird man nicht enttäuscht. Das Wandgemälde ist überwältigend und überrascht durch seine Komposition. Man wird nicht müde, sich die feinen Details des 1498 fertiggestellten Bildes anzuschauen und könnte, wenn man dürfte, stundenlang davor stehen. Hinter das Rätsel der Bilder von Leonardo da Vinci wird man aber auch dann vermutlich nie kommen.

Il Cenacolo Piazza
S. Maria delle Grazie 2
Corso Magenta
20123 Milano
Italia

Mittwoch, 11. März 2009

Spindler & Klatt en vogue

Ein Stück heiles New York, ein wenig düsteres Berlin und ganz viel Glamour... das findet man im Spindler & Klatt in Berlin.
Eine Institution, die sich nun schon ein paar Jahre hält und keine Ermüdungserscheinungen zeigt. Das vierjährige Jubiläum wurde erst kürzlich pompös gefeiert.
Mehr denn je ist dieses Restaurant-, Lounge- und Clubareal, das direkt an der Spree gelegen ist, en vogue und Anziehungspunkt für diejenigen, die gepflegt dinnieren und anschliessend ausgelassen tanzen wollen. Zur Atmosphäre perfekt passende Jazzmusik erklingt zwischen dem mehrsprachigen Stimmengewirr am Tisch. Englische, türkische, französische, schwedische und manchmal auch deutsche Wortfetzen fliegen so zwischen Gläserklirren und genüsslichem Essen hin und her. Relaxt werden die verschiedenen gegrillten Gerichte, - von Thunfisch, Rumpsteak, Lachsfilet bis Halloumi - verdrückt. Der asiatische Kochtouch ist dabei unüberschmeckbar. Ob es nun der Jasminreis, das Wokgemüse, das Thai-Basilikum oder der Ingwer ist. Alles deutet auf die momentan noch so gefragte eurasisch-amerikanische crossover Küche. Auf der einen Seite suggeriert sie eine gesunde Leichtigkeit und auf der anderen Seite verzichtet sie nicht auf die Opulenz europäischer bzw. amerikanischer Kochkünste. Wer will kann sich aber auch eine Riesenschale Pommes bestellen....
Dazu dann mit einem ordentlichen Glas fruchtigem kalifornischen Zinfandel Woodbridge von Robert Mondavi anstossen und schon weht ein Hauch von New York durch die mit Schlaglöchern gepflasterten Strassen Berlins.

Spindler & Klatt
In der Heeresbäckerei
Köpenickerstr. 16-17
10997 Berlin

Montag, 9. März 2009

Weinrallye # 21 Moselkönigin lässt grüssen - Deutscher Riesling aus Spitzenlagen

Ein wunderbares Thema, das sich der blog schreiberswein für die mittlerweile 21. Weinrallye ausgesucht hat:
Mit Sehnsucht denke ich dabei wieder an eine wunderbare Reise an die Mosel, bei der ein paar gute Winzer von Kerpen, Dr. Loosen, Kallfelz, Karthäuserhof, S.A. Prüm, Reichsgraf von Kesselstatt bis Kirsten um einige wunderbare Flaschen Riesling erleichtert wurden.Die Mosel gilt für mich als eine der Top-Weingebiete mit den besten Einzellagen in Deutschland. Die Lagen Wehlener Sonnenuhr, Graacher Dompropst, Graacher Himmelreich oder Brauneberger Juffer werden dem Moselriesling-Kenner nicht gänzlich unbekannt sein.
Eine weitere bekannte Lage ist Mülheimer Sonnenlay. Der bekannteste Winzer, der aus dieser Lage ein feines Tröpchen bastelt, ist wohl das Weingut Max Ferd. Richter, der hier ein zweites Mal nach eine dreiviertel Jahr verkostet werden soll. Sogar die Königin Elisabeth II. hat bei einem Weltwirtschaftsgipfel 1991 einen Mülheimer Sonnelay serviert.
Entsprechend den Angaben von Max Ferd. Richter besteht der Boden dieser Lage aus frisch verwitterndem, steinigen Tonschiefer. Na dann Prost Mahlzeit!

Deutschland
Mosel-Saar-Ruwer
Weingut Max Ferd. Richter
Mülheimer Sonnenlay
Riesling Kabinett - feinherb
2007, 11,5 % vol.
Im Glas ist der Wein leicht perlend und blass.
In der Nase kribbeln fruchtige, süsse und saure Aromen wie Ananas und grüner Apfel.
Am Gaumen ist der Wein dann ausgewogen, perlig, mineralisch und fruchtig mit einem Hauch von butter-toffee. Der Tonschiefer machte sich am Gaumen bemerkbar.
Der Abgang ist nicht lang und bietet keine herausragenden Überraschungen, ist aber in der Kürze sehr angenehm.
Insgesamt stimmen meine Eindrücke mit denen vom Sommer 2008 überein. Sehr schön.In Frühlingslaune wurde gleich der Frühlingsputz im Kühlschrank begonnen und zu dem Wein Pasta mit Olivenöl und alten Parmesan zubereitet.
Sehr lecker! Wein und Pasta passte wider Erwarten sehr gut zusammen.
Der Frühling kann damit mit kräftigen Sonnenstrahlen kommen.

Mittwoch, 4. März 2009

Das französische Landgasthaus im schottischen Turm im brandenburgischen Potsdam

Mit Blick auf das Holländische Viertel steht das imposante Nauener Tor mitten auf der Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam.
Der Bauausführung des Tores, dessen Errichtung 1754 begonnen und ein Jahr später fertiggestellt wurde, diente eine Skizze König Friedrich II, auch Friedrich der Große genannt, als Grundlage. Dabei hat sich Friedrich II an einem Stich orientiert, welcher das 1750 errichtete Inverary Castle in Schottland zeigte (Potsdam die Stadt, Hrsg: Sanierungsträger Potsdam der behutsamen Stadterneuerung, Text: Albert Gülzow, 2. Aufl., Nicolaische Verlagsbuchhandlung GmbH, Berlin 2008, S. 125).
Ursprünglich verband das Nauener Tor, Brandenburger Tor und Jägertor eine Mauer, um so desertierenden Soldaten einen Riegel vorzuschieben und im Übrigen effektiver die Akzisesteuer einzutreiben. Heute gibt es die Stadtmauer nicht mehr, dafür kann man bei Sonnenschein wunderbar auf einer Promenade spazieren, die ein wenig an Straßen in der französischen Stadt Versailles erinnert.
Französisch lukullisch geht's aber auch im Anbau des Tores zu. Seit kurzem kann man bei Petite Pauline unter Bildern vom Pariser Eiffelturm oder Schwarzweiss-Fotos alter Filmschauspieler französische Landhausküche geniessen. Ob man nun ein Coq au vin mit ganz vielen in Rotwein eingelegten Zwiebeln, eine Bouillabaisse, warme Apfeltarte mit saurer Sahne oder eine Crème brûlée bestellt.....es werden - wie es für ein Landgasthaus gehört - normale bis stattliche Portionen serviert.
Der Service ist höchst aufmerksam und zuvorkommend (die Jacken werden beim Eintreten abgenommen und aufgehängt), die Preise sind moderat und der vollkommen entkernte und modernisierte Innenraum des Toranbaus überzeugt innenarchitektonisch.
Allein, dass man in Zeiten von Kreditkarten, EC-Karten und Internetbanking nur bar bezahlen kann, verstört ein wenig. Aber vielleicht wird ja so wieder die historische Brücke zum Steuertor geschlagen, an dem bare Münzen die Besitzer wechselten. Man nehme es mit Humor.

Petite Pauline
Im Nauener Tor
Friedrich-Ebert-Strasse
14467 Potsdam

Samstag, 28. Februar 2009

Gourmetstadt Potsdam

Potsdam mausert sich. Nicht nur als Wohnsitz der Reichen und Schönen glänzt dieses kleine Juwel, sondern auch als eine feine Gourmetstadt.
Ende letzten Jahres öffnete in einem denkmalgeschützten Gebäude im Zentrum der Stadt das Restaurant Uhlmann's in der Jägerstraße. Spezialisiert haben sich die Betreiber auf die regionale brandenburgische Küche.
Dass diese auch leicht und bekömmlich sein kann, beweist das uhlmann's.
Neben Ente, Saibling, Dorade, Wachtelbrust oder Kaninchen, gibt's auch den heimischen Havelzander. Dieser war innen zart und hatte außen eine knusprige Haut. Dazu wurden vor allem deutsche Weine von der Saale-Unstrut oder aus Sachsen angeboten. Sehr lecker.
Der Service ist aufmerksam und zuvorkommend.
So macht ein Essen Spass. Auf ein Wiedersehen.

uhlmann's

Jägerstraße 38
14467 Potsdam

Mittwoch, 25. Februar 2009

Supermarktwein im konkreten Test - Achkarren

Die einen behaupten, daß in Supermärkten toller Wein günstig zu erhalten ist, die anderen würden noch nicht mal einen Wein aus dem Supermarkt zum Kochen verwenden.
Vermutlich liegt wie in vielen Dingen die Wahrheit in der Mitte.
Der No-Name-Lagen Grauburgunder der Achkarrer Winzergenossenschaft ist sicherlich kein "grosser" Wein, aber er kostet ja auch nicht soviel wie ein "Großer".
Gekauft wurde er im Supermarkt um die Ecke für gnadenlose 4,99 €. Ehrlicherweise muss man zugeben, dass man im Fachhandel für knapp 5 € nur selten Wein bekommt. Preislich ist er insofern in Ordnung.
Nun zum Wichtigsten: dem Weinflascheninhalt!
Farblich ist er blassgelb, in der Nase sind kräftige Zitrussäure- und Äpfelaromen mit einem Hauch Birne zu erkennen.
Am Gaumen ist er dann angenehm frisch mit einer leichten Säure, die angenehm ist und an Sommer erinnert. Im Abgang wird er dann etwas stumpf und ausdruckslos. Das stört aber nicht grossartig.
Der Wein ist für seinen Preis ein vernünftiger und sauberer Alltagswein, der als Partywein, Terrassenwein oder auch als unauffälliger, aber angenehmer Essensbegleiter wunderbar taugt.

Baden
Winzergenossenschaft Achkarren

Grauer Burgunder
trocken
2007, 11,5 %

Sonntag, 15. Februar 2009

Macarons by Frédéric Cassel

Macarons in den Galeries Lafayette.
Da war doch was, oder?
Die Pariser Dependance Ladurée hatte bis zum Sommer letzten Jahres diese Köstlichkeiten noch in Berlin angeboten, jetzt hat die Patesserie Frédéric Cassel aus der kleinen Stadt Fontainebleau das Berliner Macarons-Zepter übernommen.
Seit kurzem leuchten also bunt und ansprechend die Himbeer-, Caramel-, Pistazien-, Caffe-, Maracuja-, Vanille-, Citron- und noch viel mehr-Macarons.
Aber schmecken sie auch so gut wie die von Ladurée?Optisch sind die Macarons kaum von den Ladurée-Macarons zu unterscheiden. Vielleicht sind sie ein wenig grösser.
Und tatsächlich, diese kleinen Dinger sind wirklich köstlich. Ein wenig anders und vielleicht sind sie auch ein wenig gehaltvoller, aber wirklich unglaublich lecker und süchtigmachend. Die Cremefüllung zerschmilzt wortwörtlich am Gaumen und hinterlässt unzählige Glückshormone.
Es ist schön, dass Berlin von Frédéric Cassel wieder mit elegant verpackten Macarons versorgt wird.
The next tea-Party ist gerettet!

Frédéric Cassel
Galeries Lafayette
Friedrichtstr. 76 - 78
10117 Berlin

Samstag, 14. Februar 2009

Katalin Varga - die Jeanne d'Arc der Karpaten

Die Wettbewerbssektion überrascht bei der diesjährigen Berlinale durch ein vielfältiges Programm. Von Kommerz bis Phantasy ist alles vertreten.
Zu der letzteren Gruppe gehört der Film des britischen Regisseurs Peter Strickland, der die Geschichte einer jungen Frau in den Karpaten drehte.
Katalin Varga (von Hilda Péter eindrucksvoll gespielt) wurde von ihrem Mann aus dem Haus geworfen, nachdem er durch Dorfklatsch erfuhr, dass Katalins Sohn Orbán nicht auch sein Sohn ist.
Katalin packt daraufhin ihre Sachen und zieht mit ihrem Sohn - zunächst auf einem Pferdekarren, später zu Fuss, aber mit einem Handy ausgerüstet - auf einen Rachefeldzug gegen die zwei Männer, die sie vor Jahren vergewaltigt hatten.
Der eine verliert dabei durch ihre Hand sein Leben. Der zweite ist nahe dran.
Der Film lebt von den märchenhaften und manchmal auch grausamen Landschaftsbildern. Stilleben gleich stehen Sohn und Mutter in den Karpaten und schauen in die Ferne. In eine Ferne, in der blutige Rachefeldzüge und Fehden mitunter das Leben bestimmen können.
Oder Katalin, die zupackende Landfrau in klobigen Schaftstielen, öffnet ihr Haar, strotzt vor Erotik und bezirzt ihren Vergewaltiger in der Landgaststätte.
Erschreckend ist an diesem Film, dass man am Ende eine gewisse Sympathie für den zweiten Vergewaltiger Antal Borlan (von Tibor Pálffy charakterstark gespielt) empfindet, der mit einer Axt - es könnten ja Bären im Wald sein - hinter seinem weggelaufenen Sohn in den Wald rennt, zum dem er eine fast väterliche Liebe entwickelt hat.
Ein seltsamer Film, den man als Westeuropäer nicht ganz durchdringen kann. Jedenfalls ist einem diese Rachegesellschaft höchstens aus Gerichtsprozessen bekannt oder aus journalistischen Reportagen, in denen man von einer europäischen grausamen Welt erfährt, die einen nicht weiter berührt, da sie sich nicht in dem eigenen Bewegungskreis befindet.
Aber gerade deswegen ist der Film auch so grandios. Musik, Landschaft und Geschichte scheinen aus einem bösen Märchen zu stammen. Ein Märchen, dass nicht von einem Happy End lebt. Einen Preis hätte dieser Film verdient - auch wenn der Film bei dieser Berlinale leer ausging.
Aber vielleicht hat man ja das Vergnügen Tibor Pálffy und Hilda Péter bald in einem anderen Film zu sehen?

Katalin Varga
Rumänien, Großbritannien, Ungarn
2008, 84 min
Regie: Peter Strickland

Donnerstag, 12. Februar 2009

Weinrallye # 20 - Wein zum Sushi, aber tiefrot und beerig!

Nichts ist unmöglich.
Diese Weinrallye ist definitiv nach meinem extrovertierten (Wein-Fisch-)Geschmack!
Die Regel, dass Fisch nur mit trockenem Weißwein genossen werden soll, darf getrost aufgehoben werden.
Genauso wie die Regel, dass zu asiatischem Essen nur Riesling wie die Faust aufs Auge passt.

Mit der Weinrallye # 20, die von dem blog Hausmannskost zu dem Thema

Wein zum Fisch, aber nicht weiß und trocken

ausgerufen wurde, will ich mit diesen dämlichen Vorurteilen aufräumen.
Auf den Tisch kommt bei mir nämlich zum japanischen Sushi nur ein tiefroter Cabernet Sauvignon! Und das schon immer!
Bevorzugt Kalifornischer, heute aber auch mal ein Südafrikanischer.
Damit sind dann wohl alle Tabu's gebrochen.

1. USA
Kalifornien, Mendocino County
Bonterra Vineyards
Cabernet Sauvignon
2005, 13,5 % vol.

Auch die USA ist vom Trend des biologischen Weins erfasst worden.
Jedenfalls wirbt Bonterra Vineyards mit "organically grown grapes".Der Cabernet Sauvignon ist von tiefer schwarzroter Färbung.
In der Nase sind reife Waldbeeren, Minze und Jam zu erkennen.
Am Gaumen kommen noch Kirsch- und Veilchenaromen und Blaubeeren mit einer Vanillenote hinzu, die auf einen Barriqueausbau hindeutet. Von den auf dem Etikett angepriesenen Tanninen ist allerdings wenig zu ertasten.
Der Abgang ist angenehm harmonisch, allerdings weniger komplex. Er ist eher wie ein definitiver Schlussstrich unter einen Schluck Cab Sauv. Auch nicht schlecht.

Und nun zum zweiten Wein:

2. Südafrika
Stellenbosch
Muratie Wine estate
Cabernet Sauvignon
2005, 15 % vol.

Dem aufmerksamen blog-Leser wird noch in Erinnerung sein, dass bei einer der zahlreichen Weinrallye's schon mal ein Muratie Wein besprochen wurde. Damals ging es allerdings um Bordeaux Blends outside Bordeaux und den Ansela van de Caab von Muratie Wine estate.
Diesmal geht es um was anderes, nämlich um eine singuläre Traube, nämlich den Cabernet Sauvignon aus dem 2005er Jahrgang.
Auch dieser Wein überzeugt und hat wie sein amerikanischer Kollege eine tiefrotschwarze Färbung, so dass beide gefüllte Gläser farblich kaum zu unterscheiden sind.
In der Nase verströmt er das Beeren-, Minze- und Veilchenaroma wie der kalifornische Cabernet Sauvignon. Die versprochenen Zedernholz- und Zigarrenboxaromen haben sich allerdings wohl verflüchtigt. Jedenfalls sind sie nicht erkennbar.
Am Gaumen ist er dann eine fruchtige Wucht mit Vanille- und Holzaromen. Leichte Säure mildert angenehm die Mächtigkeit der Frucht. Die Tannine sind hier definitiv stärker vertreten als beim kalifornischen Bonterra.
Der Abgang ist geschmeidig, lang und gleitet die Kehle wie Öl herunter. Sehr Schön.


3. Passt das nu' zusammen?
Ja, diese Fruchtbomben passen tatsächlich hervorragend zum kühlen und vornehmen Sushi - garniert mit ganz viel Ingwer und Wasabi.
Gerade diese Kombination von scharfer Wasabi-Soyasauce mit "hineingetunktem" Reis-Rohfisch in Algen umhüllt, ergänzt sich zum Cabernet Sauvignon grandios - egal, ob die Flasche nun aus Südafrika oder den USA kommt. Sämtliche Geschmacksnerven werden angesprochen: süss, sauer, salzig, scharf, mild....und das auch noch alles zusammen - quasi eine Geschmacksexplosion.
Viva la Fisch- und Wein- Revolución!

Dienstag, 10. Februar 2009

The Beast Stalker in Hongkong

Wo, wenn nicht auf der Berlinale kann man sonst noch einen chinesischen Filme auf Kantonesisch und englischen Untertiteln sehen und anschliessend einem chinesischen Comedy-Superstar, der zum Actionstar mutiert ist, beim Podiumsgespräch lauschen?
Zur hellen Begeistererung der Berliner chinesischen community war zum Forum-Film The Beast Stalker der Star des Films, Nicholas Tse, höchstpersönlich angereist und stellte sich den neugierigen Fragen seines Publikums.
Vor diesem Sahnehäubchen kam jedoch der spannende und trickreiche Thriller auf die Leinwand des Delphi Filmpalastes.
Der Film handelt von einem Polizeiserganten in Hongkong, der bei einem Polizeieinsatz fahrlässig ein kleines Mädchen tötet. Seine Verzweiflung über die Tat treibt ihn um. Die Chance, sein Unrecht wiedergutzumachen sieht er, als die Schwester des getöten Mädchens von einem Auftrags-Kidnapper entführt wird.
Die Beziehung zwischen einer Staatsanwältin (gespielt von der attraktiven Zhang Jingchu), die gleichzeitig auch die alleinerziehende Mutter des getöteten Mädchens und der gekidnappten Schwester ist, dem Kidnapper (von Nick Cheung gespielt), der Schritt für Schritt erblindet, der gelähmten Ehefrau des Kidnappers, die ans Bett gefesselt ist, der Triade und dem Polizeiserganten entwickelt sich zu einem blutigen Action-Drama.
Was diese Personen verbindet, wird erst im Laufe des Filmes Schritt für Schritt deutlich und zeigt wie raffiniert das Drehbuch ist.
Die Szenen auf den Strassen Hongkongs wurden hauptsächlich mit zufällig ins Bild gehenden Passanten gedreht. Der Regisseur Dante Lam hat sich den Spass erlaubt, die Schreckensreaktionen der vorbeilaufenden Menschen bei Schießereien, Verfolgungsjagden oder Unfällen zu filmen. So konnte er eine unglaubliche Realitätsnähe erzeugen. Wohl dem, der Dante Lam vor die Kamera läuft!
Ein psychologisch spannender und komplexer Film, der allen Liebhabern von technisch ausgereiften Action-Thrillern gefallen dürfte.... und nicht nur denen, die kantonesisch sprechen.

The Beast Stalker
(Ching Yan)

Regisseur: Dante Lam
Hongkong, China 2008

Montag, 9. Februar 2009

Barolo im The Curtain Club

The place to be vor, während und nach der Berlinale: The Curtain Club im Ritz-Carlton.
Wo kann man sonst so elegant und relaxt zentral und doch fernab von der Berliner Schnauze in riesigen gemütlichen Sesseln sitzen und einen Cocktail oder ein Glas wunderbaren Barolo trinken. Oder vielleicht auch einen Tee von in asiatischer Uniform oder in britischen Knickerbockers gekleideten Damen und Herren serviert bekommen, während das Feuer im Kamin prasselt?
Solche Orte sind in Berlin - trotz des Metropolenanspruchs - immer noch rar gesät und schwer zu finden.
Daher verwundert es nicht, dass diese Bar zu fast jeder Tageszeit immer hervorragend besucht ist.
Die "Bibeln", die man bei der Getränkewahl überreicht bekommt, erinnern an überdimensional dicke lederne Fotoalben. Allerdings sind diese Karten um einiges spannender als eine Ansammlung von Fotos.
Die Weinauswahl ist übersichtlich, bietet aber demjenigen, der nur glasweise ordern möchte, eine wunderbare internationale Auswahl an Weinen.
Vom deutschen Riesling oder Grauburgunder bis zum italienischen Barolo gibt es fast alles.
Passend zur kalten Jahreszeit und zur gediegenen britischen Clubatmosphäre passte ein Barolo hervorragend.

Italien
Piemont
Domini Villa Lanata
Lo Zoccolaio
Barolo, 2003

Dieser Wein hat eine intensive rubinrote Färbung. In der Nase erinnert er an Johannisbeeren und reife Stachelbeeren mit einer rauchigen Note und Leder.
Am Gaumen überzeugt der Barolo mit einer tanninreichen ausgewogenen fruchtigen Säure.
Der Abgang ist komplex und umspielt lange den Gaumen.
Sehr lecker, auch wenn er an einen Pajana von Domenico Clerico oder an Le Vigne von Luciano Sandrone nicht heranreicht.

The Curtain Club
The Ritz-Carlton
Potsdamer Platz 3
10117 Berlin

Sonntag, 8. Februar 2009

Berlinale with Darbareye Elly in competition

Ein iranischer Film in der Sektion Wettbewerb bei der Berlinale. Das ist schon alleine eine Nachricht wert.
In Darbareye Elly (About Elly) wird die Geschichte von einer Gruppe wohlhabender Freunde im Iran erzählt, die zusammen ein Wochenende am Meer verbringen. Zu dem Ausflug wird auch das Kindermädchen Elly (Taraneh Alidousti) eingeladen, allerdings weniger, um auf die Kinder aufzupassen, als um mit dem gerade aus Deutschland zu Besuch kommenden Freund Ahmad (von Shahab Hosseini gespielt) verkuppelt zu werden.
Dieser Verkupplungsversuch geht jedoch mit einem Riesenschuss nach hinten los. Elly verschwindet am zweiten Tag und die Freunde suchen verzweifelt nach ihren Gründen. War es Unfall? Hatte sie ein dunkles Geheimnis? Oder ist sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen?
Der Film des Regisseurs Ashgar Farhadi ist wunderbar und hat wenig mit den politisch belasteten iranischen Filmen zu tun, mit denen man sonst rechnen würde.
Es werden faszinierende Blicke in das iranische Alltagsleben, der wunderbaren Landschaft und das soziale Zusammenleben gezeigt, das sich wenig von dem westeuropäischen Leben unterscheidet. Liebe, Flirten, Musik, Tanz, Essen, Feiern und die Sorge um seine Familie und Freunde prägen auch im Iran das Leben.
Dem Film, der so leicht und unbeschwert anfing, fehlte jedoch eine prägnante Kürze und der letzte Kick, der diesen Streifen zu einem Psychothriller hätte machen können.
Man hatte den Eindruck, als ob zu Beginn eine Spannung aufgebaut wird, die jedoch zum Schluss nicht seine Erfüllung fand. Ein spannender persischer Krimi à la Hitchcock....das wär's eigentlich gewesen.
Und dennoch ist der Film schon dank der hervorragenden Schauspieler sehenswert. Besonders eindrucksvoll wird die Rolle der Sepideh von Golshifteh Farahani gespielt, die sich im Film von der unbeschwerten Mitdreissigerin zu der ergrauten und verzweifelten Ehefrau und Freundin wandelte.
Ob tatsächlich aber auch ein Bär für diesen Film herausspringt....das wird sich noch zeigen.

Darbareye Elly
Regisseur: Ashgar Farhadi
Iran 2009

Samstag, 7. Februar 2009

Italienische Eleganz mit Cotolleta Vitello mit Salbei, Ente in Balsamico oder auch Kaninchen mit Thymian

Die kleine italenische Pizzeria mit den rot-weiss-karierten Tischdecken und dem schmuddeligen Image hat in den deutschen Grossstädten ausgelebt.
Es lebe das Ristorante, das nun seinen ungeliebten und spiessigen Verwandten ablöst, und die italienische Eleganz Mailands oder Roms mitten in die Citys Deutschland bringt.
In Berlin gibt es mittlerweile einiger dieser Plätze, die asiatisch puristisch im Design sind und dennoch wundbare italienische Küche bieten.
Ein solcher Ort ist das Restaurant Malatesta am Gendarmenmarkt.
Hier bekommt man verschiedene leckere Fischgerichte, Ente in Balsamicosauce, Kaninchen mit Thymian, leckere Cotoletta Vitello mit Salbei, Saltimbocca oder wer es unbedingt will, die Pizza, die wohl auch in einem durchgestylten Restaurant nicht fehlen darf.
Zu der Ente passte der auch glasweise ausgeschenkte NEGROAMARO DEL SALENTO "NORIE" aus dem Jahr 2006 von Vigneti Reale (Lecce) aus der apulischen Gegend wunderbar. Er war sanft, rund und fruchtig und passte sich der zarten, medium zubereiteten Ente wunderbar an. Ein schöner einfacher und unkomplizierter Trinkwein.
Auch die Desserts sind überraschend unüberraschend lecker....schön designed wird alt Hergebrachtes serviert: Tiramisu, Cassata Siciliana oder eben auch PannaCotta.
Gerade zu Berlinalezeiten, als kleiner Hotspot des Filmbusiness, ist das Restaurant ausgebucht, so dass eine Reservierung zu empfehlen ist.

Ristorante Malatesta
Charlottenstr. 59
10117 Berlin

Ricky on air

Ricky - so atypisch der Wettbewerbsfilm ein François Ozon-Film ist, so typisch ist er auf der anderen Seite.
Die gestrige Weltpremiere bei der Berlinale löste zwiespältige Gefühle aus: Angst, Depression, Ekel, Mitleid, Ungläubigkeit und die Ahnung, dass alles gut wird.
Zu Beginn erschreckten Szenen von einer alleinerziehenden Mutter, die in einem hässlichen französischen Vorort in einen Hochhaus lebt und mal in einer Fabrik arbeitet.
Katies Gegenwart ist genauso grau und trist wie ihr Job. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als sie den spanischen Arbeitskollegen Paco kennenlernt und sich auf den ersten Blick in ihn verliebt, er unmittelbar zu ihr zieht und sie beide einen Sohn bekommen.
Ab dem Zeitpunkt beginnt das Märchen. Denn der gemeinsame Sohn Ricky (Arthur Peyret) ist ein besonderes Kind. Ein wunderschönes und wundersames Kind, dass das Paar vor eine Krise stellt und zum Schluss jedoch wieder zusammenbringt.
Engelhaft schwebt Ricky zum Schluss über allem und verwandelt diese zusammengewürfelten Personen zu einer Familie, so wie sie es immer sein wollte.
Katie wird von Alexandra Lamy gespielt, die unglaubliches Sexappeal in diesen Film bringt, egal ob sie nun übermüdet aus dem Bett steigt, gelangweilt in der Fabrik arbeitet, in der Pause relaxt raucht oder eben nach einem Quicki in der Fabriktoilette aus der Kabine kommt.
Paco, der von Sergi Lopez den biertrinkenden spanischen Macho treffend darstellt, versprüht seinen animalischen Charme, den er auch beherzt auslebt. Ein Mann wie er leibt und lebt.
Eindeutig die beste Darstellerin in diesem Film ist jedoch Mélusine Mayance, die die Tochter von Katie spielt. Mit ihren grossen und wissenden Augen und ihrem umsichtigen Handeln, ist es eigentlich sie, die die Familie durch die Freuden und Nöten sicher schifft. Ein überaus kluges, hübsches Mädchen, das immer wieder an ihre Grenzen gestossen wird und auf deren Schultern anscheinend die ganze Last ihrer kleinen Familienwelt ruht. Sie zerbricht aber nicht, sondern bekommt schlussendlich das, was sie sich am meisten wünscht: eine Familie.
Ricky ist ein Film, von dem ich immer noch nicht weiss, was ich davon halten soll.
Aber eines ist klar: er wird lange aufgrund seiner Absurdität und gleichzeitig Normalität in Erinnerung bleiben.
Ozon bleibt eben ein Ozon!

Ricky
François Ozon
Frankreich, Italien 2009

Montag, 2. Februar 2009

Himbas im Lafayette

Namibia im französischen Luxuskaufhaus Galeries Lafayette in Berlin.
Seit dem 29. Januar 2009 werden im Rahmen der Ausstellung "Himba" 56 Schwarzweiss-Fotos des italienischen Fotografen Sergio Caminata ausgestellt. Der aus Mailand kommende Fotograf ist durch seine Modefotografien für die Zeitschriften Elle international, Harpers's Bazaar und Madame Figaro berühmt geworden.
In der von Alda von Stauffenberg organisierten Exhibition (gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein "Collection of Hope") zeigt Caminata allerdings seine zweite Leidenschaft: die Faszination für das Leben jenseits der europäischen Zivilisation und Glamourwelt.
Das Himba-Volk, das so ganz anders ist als die Models auf den Laufstegen, faszinieren Caminata offensichtlich.
Auf seiner Reise zum den Himbas, die im Nordosten Namibias im Kaokoveld an der Grenze zu Angola leben, suchte und fand er ein schönes und stolzes Volk, das durch sein Lächeln und seine Körperhaltung eine spontane Eleganz erzeugt (Roberto Mutti, La Repubblica), die er fotografisch einfing und festhielt.
In den 56 Bildern werden junge Frauen, Kinder, Männer im besten Mannesalter, alte Männer, Füsse in Sandalen, Krokodilskelettschädel, Zebras an einer Wasserstelle, Himbas auf Eseln, Himbas - nachdenklich sitzend, rauchend oder stehend -, Giraffen, Elefanten oder auch nur der ausgedörrte Wüstenboden gezeigt.
Es sind 56 Bilder, die schöner nicht sein könnten. Die Kühle der Schwarz-weiss-Fotos steht in einem krassen Kontrast zu der heissen Wüste und den durch das Leben gezeichneten Menschen, deren Gesichter zum Teil mehr Runzeln haben als sie alt sind.
Zwischen Haute Couture, Luxus und Reichtum zeigt diese Ausstellung, dass Kleider vielleicht Leute machen können, aber nicht den Charakter eines Menschen formen können.
Noch bis zum 14. Februar 2009 in der Galeries Lafayette in der zweiten Etage zu bewundern.

Galeries Lafayette
vom 29.1.2009 bis 14.2.2009
Sergio Caminata
Himba
Friedrichstr. 76 -78
10117 Berlin

Sergio Caminata

Corso Magenta 53
20123 Milano