Sonntag, 17. Oktober 2010

Berlin-Windhoek Filmnacht

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Berlin-Windhoek findet

am 28. Oktober 2010
im BABYLON
Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin

die "Berlin-Windhoek Filmnacht" statt (Einlass ab 19 Uhr).
Neben Kurzfilmen deutscher und namibischer Regisseure wird in Kooperation mit der Deutsch-Namibischen Gesellschaft und dem ZDF auch der Dokumentarfilm „City Code“ der Berliner Regisseurin Tabea Sternberg erstmals aufgeführt. Er zeigt die Jugendkultur in Berlin und in Partnerstädten auf vier Kontinenten: Los Angeles, Buenos Aires, Beijing, Moskau – und Windhoek. In der namibischen Hauptstadt entdecken die Studenten Inge und Obie ihre Sprache auf besondere Art und Weise bei Spoken Word, einer Art Poetry Slam. Der herausragende Kurzfilm der namibischen Regisseurin Oshosheni Hiveluah „Cries at night“ war im Februar dieses Jahres im Rahmen einer afrikanischen Kurzfilmreihe in der Zeit der Berlinale vertreten und wird auch in der Filmnacht erneut gezeigt.

Die Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft von Frau Prof. Regina Ziegler, Filmproduzentin, statt.

Weitere Infos unter www.berlin-windhoek-filmnacht.de

Sonntag, 3. Oktober 2010

Goldener Hecht in Heidelberg

Ein Hotel und eine Gaststätte, die sich rühmen, dass Goethe dort fast abgestiegen wäre, nimmt den Mund ein wenig voll.
Das Restaurant "Goldener Hecht" in Heidelberg ist zwar eine sehr urige und historisch gemütliche Gaststätte, die einen großen Charme hat.
Wer aber den Mund so voll nimmt, der muss sich allerdings auch bemühen, dem Ruf gerecht zu werden.
Bei meinem Besuch war das leider nicht der Fall. Zwar machte das Restaurant, welches prominent an der alten Neckarbrücke liegt, einen vernünftigen Eindruck. Draussen ist gescheite Bestuhlung vorgesehen. Auch die Weingläser
sind einfache, aber gute Gastro-Weingläser. Die weissen Tischdecken sind gut gestärkt. Unpassend sind da die gelben Papierservietten, die brave gefaltet zwischen Messer und Gabel standen.
Unpassend ging es dann leider weiter. Herausgestellt hat sich, dass der "Goldene Hecht" österreichische Küche serviert.

Die Fritattensuppe bestand leider aus Fertigpulverbrühe, die sich auf dem Grund der Suppenschüssel sammelte. Auch wurde zuviel Pulver verwendet, so dass die Suppe extrem gewürzt auf den Tisch kam. Kein grosses Vergnügen.
Zwischen d
em ersten Gang und der Hauptspeise brannte kurzfristig der Grill in der Küche, so dass das gesamte Restaurant eingeräuchert wurde und die Speisen mit einer erheblichen Verzögerung auf den Tisch kamen. Mancher Gast flüchtete an die frische Luft, ich blieb und wartete hartnäckig auf die pfälzischen Bratwürste mit Speckkraut und Erdäpfelpüree.
Serviert wurden dann gebratene Würste auf Kartoffelpüree - made by Knorr, Maggie oder ähnlichem- , dekoriert mit Röstzwiebeln aus der Dose und frisch geschnittenem Schnittlauch und Sauerkraut aus der Dose, gewürzt mit ganzen Pfefferkörnern. Was soll man davon halten? Ich würde so etwas noch nicht einmal zu Hause kochen. Hervorzuheben ist allerdings der charmante und höfliche Service, der allerdings das miserable Essen nicht wettmachen konnte.

Goldener Hecht
Steingasse 2

69117 Heidelberg

Montag, 20. September 2010

Weinrallye # 37 TOUT BLANC - Eine Reise mit Robert Skalli ins Languedoc

Baccantus möchte die stiefmütterlich behandelten Weissweine des südlichen Frankreich etwas näher in der


beleuchten.

Wie so oft habe ich mich in der Berliner kaufmännischen Weinlandschaft nach einem passenden Wein für die Weinrallye umgeschaut und bin tatsächlich fündig geworden.

Allerdings erst nach Umwegen, da die Beratung nicht gerade vorbildlich war.
Auf die Frage nach einem Weisswein aus dem Midi, kam die Gegenfrage: "Was ist denn Midi? Die Region kenne ich nicht." Nach einer kurzen Aufklärung meinerseits wurde dann einem zunächst ein Muscadet vorgeschlagen, der anscheinend aus dem Languedoc stammen sollte.
Nachdem der Verkäufer seine (In)Kompetenz zur Schau gestellt hatte, k
onnte ich dem Braten nicht trauen. Tatsächlich ergab eine kurzfristig durchgeführte Recherche - thank you Mr. Steve Jobs-, dass der Wein tatsächlich von der Loire und nicht aus dem Languedoc kommt. Sofort entschuldigte man sich und schob die falsche "Einsortierung" auf Kollegen. Nicht gerade nett und kompetent schon gar nicht.

Die nächste Flasche entsprach dann mehr den Vorgaben und wurde gleich für die Weinrallye mitgenommen:

Frankreich

Languedoc
Robert Skalli
Viognier Reserve
2008, 13,5%

Zu dem Wein gab es dann gleich zu Hause eine Runde Pasta mit Garnelen, ein wenig Knoblauch, Pfeffer, schwarzem Olivensalz, Olivenöl aus Kreta und mein Lieblingskraut Basilikum. Ganz simpel und doch immer wieder lecker.

Beim Einschenken leuchtete der Wein im Glas goldgelb. Von der Farbe wirkte er fast ölig. In der Nase kam dann der starke und für den Viognier typische Veilchenduft mit einem leichten frischen Zitronenduft zum Tragen.
Am Gaumen umschmeichelte der Wein mit moderater Säure butterig die Zunge. Für meinen Geschmack ist allerdings der Alkoholgehalt zu stark.
Fast zart kann man dann aber den Abgang beschreiben, der allerdings ziemlich abrupt endete.
Ein Wein, der für seinen Preis definitiv in Ordnung ist, der jedoch in keinem Fall mehr kosten dürfte.

Sonntag, 19. September 2010

Blanc de Noirs vom Werderaner Wachtelberg

Jedesmal bin ich erstaunt, dass der Wein aus dem Berliner Umland, genauer vom Werderaner Wachtelberg, schmeckt.
Diesmal stand folgender Wein zur Verfügung:

Deutschland
Saale-Unstrut

Werderaner Wachtelberg
Blanc de Noirs

2009, 13 % vol.


Blanc de Noirs sagte mir ersteinmal gar nichts. Herausgestellt hat sich, dass Blanc de Noirs aus der Dornfelder-Traube gemacht ist: also eine Rotweintraube in einen Weisswein verwandelt wurde. Mittlerweile ist der 2009er Blanc de Noirs leider schon ausverkauft.


Von der Farbe ist der Wein glasklar mit einem kleinen goldgrünen Stich. In der Nase ist er melonig mit einen Hauch von Banane. Am Gaumen ist die Säure moderat, jedoch ausreichend, um fruchtig und frisch zu wirken. Im Abgang ist der Wein dann allerdings nicht langanhaltend.

Fazit: Ein Wein, der von den guten klimatischen Bedingungen des Jahres 2009 profitierte. Ein unkomplizierter, leckerer trockener Wein, der einfach Spass macht.

Freitag, 17. September 2010

Meyer's Restaurant in Frankfurt

Von einem Freund wurde mir für meinen Aufenthalt in Frankfurt am Main ein kleiner Lunch Tip gegeben. Ich sollte doch ins Meyer's gehen - mit "EY".
Ok, das passte wunderbar in meinen Zeitplan. Ich hatte im Finanzviertel zu tun, so dass es zur Mittagszeit nur ein kleiner Katzensprung in die Fressgass war. Dort war dann so ziemlich jeder vertreten, der in der Finanzmetropole zu tun hatte und wichtig ist oder vorgab, wichtig zu sein. Jedenfalls konnte man diesen Eindruck gewinnen.
Das Meyer's besteht aus einem schönen Feinkostladen, einem kleinen Restaurant und einer Stehbar.
In dem schlicht und edel gehaltenen Restaurant gab es neben Gerichten a la Carte zwei verschiedene Menues im Angebot.
Ich habe mich für eine kalte Gemüsesuppe - ähnlich einer Gaspachosuppe - mit frisch gemachten Croutons und Paillards vom Schweinerücken mit Pesto/Basilikum Sauce, Linguine und Steinpilzen enschieden. Es war einfach lecker. Ohne weiteren Kommentar. So wie es sein sollte.
Die Gemüsesuppe war ziemlich scharf, aber köstlich. Der Schweinerücken war perfekt zubereitet, die Steinpilze aromatisch, die Linguine auf den Punkt gegart und die Pesto-Basilikum-Sauce war herzhaft und delikat.
Dazu bestellte ich einen trockenen 2009er Riesling von Robert Weil. Dieser war frisch und fruchtig und war ein angenehmer Begleiter gewesen, da er sich wunderbar anpasste.
Die beiden jungen Herren, die den Service übernommen hatten, haben mir als Test dann einen kalifornischen Grand Circle 2006 Cabernet Sauvignon aus der Hess Collection und einen chilenischen Intriga Cabernet Sauvignon ebenfalls aus dem Jahr 2006 vorgesetzt.
Es war ein sehr interessanter Vergleich. Während sich der chilenische Cabernet Sauvignon tanninreicher und charaktervoller erwies, erschien der US-amerikanische Bruder sehr rund, aromatisch, marmeladig und ziemlich glatt. Letzter ist sicherlich ein vernünftiger Einstiegswein, jedoch geht er einem ziemlich schnell wegen seiner Charakterlosigkeit auf die Nerven. Der chilenische Wein wies Aromen wie Johannesbeeren und Paprika auf, während der Hess trotz starker Johannisbeeraromen mehr schokoladig war.
Hervorzuheben war der charmante Service im Meyer's. Die Herren haben es hervorragend verstanden, die Gäste bestens zu beraten und zu unterhalten, ohne jedoch aufdringlich zu wirken.
Danke für den Tip, es war ein unvergessliches Mittagessen!


Meyer's Restaurant
Große Bockenheimer Str. 54
60313 Frankfurt
www.meyer-frankfurt.de

Weinreise mit Wein Wolf im InterConti

Wein Wolf lud letzten Montag zur Weinverkostung Nonplusultra ins Hugos im InterContinental Berlin ein.

Insgesamt gab es 26 internationale Tische und einen bescheidenen, aber überladenen und unübersichtlichen Tisch mit deutschen Weinen.
Aus allen Weinländern waren mehrere Weingüter vertreten. So war Frankreich, Italien, Spanien, USA, Südafrika, Portugal, Österreich, Chile, Australien, Neuseeland, Argentinien und natürlich Deutschland vertreten.

Zum Aufwärmen gab es zunächst Champagner von Taittinger auf dreierlei Art:

1. Champagne Taittinger Brut Réserve
2. Champagne Taittinger Brut Prestige Rosé
3. Comtes de Champagne Blanc de Blancs, 1999

Von allen dreien war der Letzte der Feinste. Während der Brut Réserve noch erfrischend war, erschien der Prestige Rosé grob perlig und nicht ganz nach meinem Geschmack – zu plump. Am feinsten war der Blanc de Blancs, der die Krönung der drei Champagner darstellte – auch preislich. Der letzte Tropfen war am Gaumen rund und harmonisch und feinperlig. Ein Traum.

Und dann gings schon in großen Schritten vorwärts, zunächst die Weißweine, dann ein paar Rotweine und zum Schluss ein Brandy und zwei Portweine – um das gesamte Bild abzurunden.


Weissweine und Roséweine:

Frankreich, Elsass
1. Trimbach, Riesling 2008 – ok, aber nichts Besonderes.
2. Trimbach, Riesling Cuvée Fréderic Emile 2004 – schon feiner und mit einem schönen komplexeren Abgang.

Frankreich, Burgund
1. Louis Jadot, Bourgogne Blanc Chardonnay Couvent des Jacobins, 2008 - ein schöner, feiner Wein.

Südafrika
1. Buitenverwachting Buiten Blanc, 2010
2. Buitenverwachting Sauvignon Blanc, 2010
3. Buitenverwachting Chardonnay, 2009 - der beste Weißwein, den ich in dieser Reihe verkosten durfte.
4. Buitenverwachting Blanc de Noir Rosé, 2010 – typischer kraeftiger Rose von der Aromatik, der mir zu alkohollastig war.
5. Neil Ellis, Groenekloof Sauvignon Blanc, 2009 - typisch Sauvignon Blanc hat dieser Wein grasige Aromen, die fast einen Hauch von frischem Marihuana – unglaublich, ist aber nicht so sehr mein Fall.
6. Lourensford Winemakers Selection Viognier, 2009 - in der Nase war er fein und blumig, am Gaumen enttäuschte er allerdings, da er stumpf wirkte.

Österreich, Kamptal
1. Johann Topf, Green Grüner Veltliner, 2009 - zu spritzig, hatte fast etwas von einem Medium-Sekt – falls es so etwas überhaupt gibt.
2. Johann Topf, Blickenweg, 2009 – Wein ist ok, aber nichts Herausragendes.
3. Johann Topf, Gelber Muskateller , 2009 – grandios, rassig und dennoch frisch.
4. Johann Topf, Grüner Veltliner Ried Wechselberg, 2009 – ein feiner Wein.
5. Johann Topf, Grüner Veltliner Ofenberg, 2009 - war für mein Geschmack zu parfümiert.

Österreich, Neusiedlersee
1. Meinklang, Grüner Veltliner, 2009 – Der Wein ist aus biologisch-dynamisch angebauten Trauben gemacht - ok.
2. Meinklang, Graupert Grauburgunder, 2008 - Auch dieser Wein ist aus biologisch-dynamisch angebauten Trauben gemacht - ein sehr frischer und mineralischer Wein.
3. Meinklang, Prosa Blauburgunder Rosé, 2009 – Auch hier gilt dasselbe zur Biodynamik, wie unter 1. und 2. gesagt. Der Wein erschien mir zur heefig.

Österreich, Weststeiermark
1. Weingut Reiterer, Schilcher Riemerberg 2009 – ok.
2. Weingut Reiterer, Schilcher Frizzante, 2009 – ein wunderbar angenehmer Rosé

Österreich, Thermenregion
1. Weingut Leopold Aumann, Rotgipfler Flamming, 2009 – ein kleiner besonderer Tropfen aus einer besonderen autochtonen Traube, die es fast nur noch in der Thermenregion in Österreich gibt.

Österreich, Wachau
1. Domäne Wachau, Burggarten Grüner Veltliner Federspiel, 2009 – der Wein ist ok, blieb aber kaum in Erinnerung.

USA, Washington State
1. Columbia Crest, Unoaked Chardonnay, 2008

USA, Kalifornien
1. Chateau Ste Michelle. Chardonnay, 2007 – zu viel Holz, um elegant zu sein.
2. Chateau Ste Michelle, Eroica Riesling, 2008 - klar, ein Joint Venture mit Weingut Dr. Loosen. Was kommt heraus? Ein für kalifornische Verhältnisse wunderbarer schlanker und zugleich typischer Riesling.

Deutschland, Mosel
1. Clemens Busch, Pündericher Marienburg, Riesling trocken GG, 2007 – herrlich.
2. Clemens Busch, Pündericher Marienburg Riesling Kabinett Erste Lage, 2008 - für einen 2008er ein grandioser Wein.
3. Josef Rosch, Leiwener Klostergarten, Riesling QbA trocken 2009 – ok
4. Josef Rosch, Leiwener Klostergarten, Riesling Kabinett 2009– grandios!

Deutschland, Baden
1. Klumpp, Weissburgunder QbA trocken, 2009
2. Klumpp, Grauburgunder QbA trocken, 2009

Deutschland, Rheinhessen
1. Heyl zu Herrnsheim, Niersteiner Brudersberg Riesling trocken, 2009 - wunderbarer aromatischer Wein, den man gerne trinkt.

Deutschland, Nahe
1. Emrich-Schönleber, Monzenberg Halenberg, Riesling trocken GG, 2008 - herrlich!


Rotweine

Frankreich, Beaujolais
1. Louis Jadot, Moulin-à-Vent AOS Chateau des Jacques, 2006 - ein sehr schöner Wein.

Frankreich, Rhone
1. Domaine du Vieux Télégraphe, Télégramme Chateauneuf-du-Pape, 2008 – ein tanninreicher Wein.
2. Domaine du Vieux Télégraphe, Vieux Télégraphe Rouge, 2006 – ein schöner runder Wein, der beeindruckend ist.
3. Domaine Les Pallières, Les Racines Gigondas AOC, 2007 - ebenfalls ein toller Wein.
4. Domaine Les Pallières, Terasse du Diable, 2007 – großartiger Wein.

Frankreich, Languedoc
1. Mas Amiel – Vintage Rouge 2007- Schöner tiefer und fülliger Süsswein mit einem cremigen Hauch.

Frankreich, Burgund
1. Louis Jadot, Santenay AOC Clos de Malte, 2006

Italien, Toskana
1. Tenuta di Biserno – Insoglio del Cinghiale Toscana IGT, 2008
2. Tenuta di Biserno – Il Pino die Biserno Toscana IGT, 2006
3. Tenuta di Biserno – „Biserno“ Toscana IGT, 2007

Italien, Kampanien
1. Feudi di San Gregorio, Rubrato Aglianico Campania Aglianico IGT, 2008 – einfacher trinkbarer Wein
2. Feudi di San Gregorio, Taurasi, 2005 – fülliger als der Vorangegangene
3. Feudi di San Gregorio, Serpico Irpinia Aglianico DOC, 2005 – der Beste der Drei.

Südafrika
1. Buitenverwachting, Meifort, 2006 – Johannisbeeren in der Nase – ein leckerer Wein.
2. Buitenverwachting, Merlot, 2007 – er hat ein angenehme Säure.
3. Buitenverwachting, Christine, 2006 – ein wunderbarer bezahlbarer südafrikanischer Tropfen.
4. Pepin Condé, Cabernet Sauvignon, 2008
5. Stark-Condé, Syrah, 2007
6. Stark-Condé, Three Pines Syrah, 2007 – Wie der Name schon sagt, hat dieser Syrah einen Hauch von Pinien in der Nase.
7. Stark-Condé, Cabernet Sauvignon 2007
8. Stark- Condé, Three Pines Cabernet Sauvignon 2007 - witzigerweise hat auch dieser Wein die Aromatik von Pinien.
9. Neil Ellis, Stellenbosch Cabernet Sauvignon, 2006 – Barrique-Ausbau ist bemerkbar.

Australien
1. Penfolds, Bin 23 Pinot Noir, 2009
2. Penfolds, Bin 389 Cabernet Shiraz, 2007
3. Penfolds, St. Henri Shiraz, 2006
4. Penfolds, Magill Estate Shiraz, 2005
5. Penfolds, Grange, 2003 – der geschmackliche Ferrari unter den Penfolds. Ein grosser und kräftiger Tropfen, der es jedoch an Eleganz nicht mangelt. Alle Penfolds-Weine waren jedoch hervorragend und zeigten auf ihre Art eine Schlankheit am Gaumen.

Chile
1. Viña Montes, Alpha Carmenère, 2007
2. Viña Montes, Alpha Pinot Noir 2008 – hat witzigerweise eine Streichholzaromatik, seltsam.

Argentinien
1. Bodega Lurton, Malbec Tierra de Luna, 2009 – ein fruchtiger, runder Wein.
2. Bodega Lurton, Piedra Negra Malbec „La Martina“, 2006
3. Bodega Lurton, Gran Lurton Cabernet Sauvignon, 2006

Brandy und Port
1. Portugal, Taylor’s Port, Late Bottled Vintage 2004 – super lecker.
2. Portugal, Taylor’s Port, 10 Year Old Tawny – noch leckerer – hervorragender Abschluss der gesamten Verkostung.
3. Torres 20 Hors d’Age Brandy – rund und dennoch mit einer pfeffrigen Schärfe versehen. Sehr angenehm.

Fazit: Die teuren Weine waren leider meist immer die besseren Weine. Es lohnt sich bei Wein leider immer mehr Euros auszugeben, als man gewillt ist. Eine Ausnahme bilden da die deutschen Weine, unter denen man auch gute günstige Flaschen finden kann.

Sonntag, 12. September 2010

CWD Hausmesse 2010 in Berlin

Kaum sind die deutschen Winzer nach einem fulminanten VDP-Geburtstag aus der Berliner Hauptstadt weg, kommen schon die nächsten Weinprofis nach Berlin. Bei der Hausmesse der "Champagner & Wein Distributionsgesellschaft" - kurz CWD - wurden am Sonntag Nachmittag 23 Produzenten dem Fachpublikum im Hyatt vorgestellt.

Zur Abwechslung waren diesmal die deutschen Weine in der Minderheit. Der Fokus richtete sich eher auf ein breites internationales Spektrum: einige französische Weine, ein paar italienische Weine, südafrikanische, österreichische, israelische, spanische und argentinische Weine waren von der Partie.
Aus meiner Sicht gab es einige kleine Highlights.

1. Argentinien überzeugte mich durchgehend mit Malbec-Weinen von Cantena Zapata. Gerade auch der hochpreisige Wein wie Nicasia Vineyard Malbec 2006 zeigte eine florale Note auf, die leicht an Lilien erinnerte, jedoch nicht penetrant wirkte. Auffällig war an allen Cantena-Weinen eine Fülle, die jedoch nicht in Opulenz ausartete, sondern eine eher elegantere und leichtere Linie fuhr.

2. Frankreich war primär klassisch mit Weinen von Rothschild, Jaboulet und in der Champagner-Liga mit Pol Roger vertreten.
Jaboulet's La Chapelle ist definitiv ein Highlight, genauso auch Lafite Rothschild.

3. Österreich präsentierte adelig Schlossweingut Esterházy. Mehr als die Weissweine wie Chardonnay oder Pinot Blanc hat mich der 2007er Tesoro mit seiner angenehmen Fülle überzeugt. Der aktuelle Jahrgang 2009 classic Zweigelt ist klar und ungeschminkt am Gaumen und für seinen Preis ein überaus ordentlicher Wein. Das gleiche gilt auch für die Beerenauslese 2009, die sich zwar dominant präsentiert, aber dennoch einen schönen süss-harmonischen Kontrast zu den trockenen Rotweinen bildete.

4. Israel brachte die bekannten Produzenten Yarden und Gamla auf den Tisch. Die Weine überzeugten jedoch nicht, da sie aus meiner Sicht keine Rafinesse hatten.

5. Von den südafrikanischen Weinen ist mir der Southern Right Sauvignon Blanc 2009 von Hamilton Russell Vineyards und der 2007er Syrah von Boekenhoutskloof am besten in Erinnerung geblieben. Auch wenn die opulente Fülle der Weine sicherlich nicht tagtäglich trinkbar sind, so entsprechen diese Weine einem Mainstreamgedanken, der in Richtung Europäisierung und Verschlankung der Weine geht.

6. Italien war aus meiner Sicht eher unbedeutend vertreten. Das mag aber auch daran liegen, dass ich hauptsächlich die Weissweine verkostet hatte, die mich gar nicht überzeugten. Der Qualitätskontrast zu den gerade erste letzte Woche verkosteten deutschen VDP-Weinen war zu krass.

7. Deutschland war hervorragend mit St. Urbanshof vertreten. Das Weingut arbeitet mit Spontangärung und erreicht dadurch eine unverwechselbare Aromatik und Eleganz. Gerade die Ockfener Bockstein Weine (2009 Kabinett und 2009 Spätlese) kann man leicht und locker trinken ohne gelangweilt zu sein. Traumhaft.

Dienstag, 7. September 2010

VDP feiert 100 Jahre in Berlin

Die weite Anreise der VDP-Mitglieder zum 100jährigen Geburtstag der VDP in die deutsche Hauptstadt hat sich gelohnt!

Drei Tage lang wurde ein rauschendes Fest um den Wein und den darüberwachenden VDP-Adler gefeiert: mit Parties, Verkostungen von Grossem Gewächs und anderen Weinen in Galerien, Diskussionsrunden, Festakt und zum Schluss mit einer grossen Geburtstagsfeier! Ein Event reihte sich an das andere. Zeit zum Luftholen blieb kaum. Das wollte auch keiner, lieber nahm man einen Schluck Wein und feierte jede Nacht bis in die Morgenstunden.
Junge und alte Winzer genossen die Berliner Luft fernab der zum Teil ruhigeren Heimat und machten die Nacht zum Tage. Die Restaurants im Westen und Osten Berlins wurden unsicher gemacht, die Bars freuten sich über Umsätze und die Weinläden luden "ihre" Winzer zu Weinpräsentationen ein. Ein wichtiger Anlaufpunkt für die Gesellschaft waren die Weinbar Rutz, Gendarmerie, VAU, Die Spindel, Brandenburger Hof, Hot Spot oder die Fleischerei.

In der Weinbar Rutz wurde unabhängig von den Feierlichkeiten der VDP mit der grandiosen 10. Bottle Party unter dem Motto "Wer schwankt, hat mehr vom Weg!" der Auftakt der wilden Tage gefeiert. Dicht an dicht reihten sich die Gourmetpromis in dem engen Restaurant. Darunter auch der Jungwinzer Günter Jauch mit Ehefrau, der aus dem Fernsehen bekannte Koch Stefan Marquard und der gleichfalls bekannte Mario Kotaska quetschten sich in dem vollkommen überfüllten Restaurant. Beste VDP Weine wurden bis zum frühen Morgen aufgefahren und flossen in Strömen, 48 Monate alter Bellota Schinken "gehobelt" und Musik auf volle Lautstärke gestellt.

Nüchterner aber nicht minder fröhlich ging es am nächsten Tag dann in den Galerien rund um den Checkpoint Charlie, Straußberger Platz und die Auguststraße zu, in denen sich laut Veranstalter rund 3000 Besucher drängelten, um die Weine zu verkosten. In leichter und eleganter Atmosphäre schlenderte man mit Weingläsern durch die Strassen Berlins, um in den 70 Galerien die 1000 Weine von 200 Prädikatsweingütern zu verkosten.

Ein Teil der Galeriebesucher und noch viel mehr Fachpublikum fand sich am nächsten Tag bei der großen Verkostung der Grossen Gewächse in der Landesvertretung Baden-Württemberg wieder. Bis zu 360 Weine wurden unter anderem von den Ehrengästen Hugh Johnson und Jancis Robinson verkostet. Beide sind begeisterte Anhänger deutscher Weine und setzen sich in ihrem Heimatland Großbritannien insbesondere für deutsche Rieslinge ein.

Nach der Premiere der Grossen Gewächse ist die gesamte Gesellschaft zu einem, man könnte fast sagen dekadenten geschlossenen Empfang unter freiem Himmel vor dem Alten Museum gezogen, um dort dann im Smalltalk den Nachmittag ausklingen zu lassen und sich gedanklich auf den Festakt im Berliner Dom vorzubereiten. Kleine Häppchen und Winzersekt wurden in der untergehenden wärmenden Sonne gereicht, während man über den Lustgarten blicken konnte.

Beim Festakt im Berliner Dom, bei dem als Ehrengast Bundeswirtschaftsminister Brüderle eine Rede auf den Wein hielt, wies der Präsident der VDP Steffen Christmann darauf hin, dass das Weingesetz einer Anpassung bedürfe. Jancis Robinson forderte die deutschen Winzer auf, die Leichtigkeit und Eleganz der deutschen Weine beizubehalten. Der Trend nach dominanten, schweren und vollen Weinen sei nicht massgeblich. In der ganzen Welt seien als Weißweine insbesondere die deutschen Rieslinge beliebt.

Nach dem grossen Festakt wurde dann ausgiebigst die VDP mit einer großen Geburtstagsfeier in der Gendarmerie nahe dem Gendarmenmarkt gefeiert.
Und so wie es bei Geburtstagsfeiern oftmals üblich ist, fand der spannendste Teil der Party in der Küche statt. Die Gendarmerie öffnete seine heiligen Türen zu den Arbeitsstätten, damit man direkten Weges auch in die anliegende Austernbank gehen konnte. Nebenbei schnappte man sich im Selfservice an den Tresen die leckeren kleinen Häppchen. In dieser angenehmen Partyatmosphäre liess man bis in die Morgenstunden mit VDP Weinen die verrückten Berliner Geburtstagsweintage ausklingen.

Herzlichen Glückswunsch VDP zu Deinen 100 Jahren und danke für die grandiose Feier, der es an Abwechslung und Stil nicht mangelte!

Landesvertretung Baden-Württemberg als Gastgeber der Premiere Grosses Gewächs 2010

In den Räumen der Landesvertretung Baden-Württemberg versammelten sich am gestrigen Tage die besten Winzer Deutschlands und zahlreiche in- und ausländische Prominenz aus der Wein- und Gastronomiebranche. Neben den besonderen Ehrengäste Hugh Johnson und Jancis Robinson waren aber auch bekannte Gesichter aus der deutschen Weinwelt anzutreffen wie Stuart Pigott, Gerhard Retter, Christina Fischer oder auch Präsident VDP a.D. Michael Prinz zu Salm-Salm.
Über fünf Stunden lang konnte man über 360 Grosse Gewächse von 139 VDP-Weingütern tasten. Ich weiss nicht, ob es jemand geschafft hat, alle Weine zu verkosten. Theoretisch wäre dies möglich gewesen, wenn man sich konzentriert für jeden Wein ca. 1 Minute und 20 Sekunden Zeit genommen hätte.
Obwohl die Weine sich durchweg auf sehr hohem Niveau bewegten, wäre der Nachmittag allerdings nur halb so spassig gewesen, wenn man nichts anderes im Kopf bzw. im Gaumen hätte als Wein.
Die gesamte VDP Grosse Gewächs-Veranstaltung lebte von den Gesprächen, die sich um den und neben dem Wein drehten. Da wurden die letzten familiären Ereignisse ausgetauscht, die Kontaktdaten aufgefrischt, neue Kontakte geknüpft und viel, viel Small Talk geführt. Auch das anstehende Abendprogramm wurde diskutiert und Verabredungen vereinbart.
In dieser angenehmen Atmosphäre war es aufregend, neben Hugh Johnson, dem eine Kamerateam auf Schritt und Tritt folgte und neben Jancis Robinson, die ihre Notizen gleich in ihr kleines Notebook tippte, die feinen Tropfen von Mosel-Saar-Ruwer, Mittelrhein, Rheingau, Nahe, Rheinhessen, Pfalz, Saale-Unstrut, Sachsen, Franken, Württemberg, Baden und Ahr zu verkosten.
Auch wenn ich längst nicht alle Weine verkosten konnte, so machten mir insbesondere der fränkische Ratsherr Silvaner 2009 von
Zur Schwane, die pfälzischen Rieslinge aus dem Jahr 2009 Pechstein, Jesuitengarten, Kirchenstück, Ungeheuer, Kalkofen, Hohenmorgen und Gaisböhl von Dr. Bürklin-Wolf, der rheinhessische Pettenthal Riesling 2009 von Kühling-Gillot, der Rheingauer Nussbrunnen Riesling 2009 von Balthasar Ress und der pfälzische Kieselberg Riesling von von Winning sehr viel Spass.
Insgesamt sind die 2009er Weine mit einer ausgewogenen Säure und einer feinen Komplexität sehr zugänglich. Interessant wäre es, diese Weine nochmal in fünf bis zehn Jahren zu verkosten, um dann die sensorische Entwicklung der Gewächse nachzuverfolgen.

Sonntag, 5. September 2010

Kunstvoller Weingenuss am VDP-Jubiläumswochenende in Berlin

Am Samstag und Sonntag hat die Grand Cru der Weinelite Deutschlands ihre besten Tropfen dem Fach-und Liebhaberpublikum in Berlin präsentiert.
Diese Verkostung fand allerdings nicht in einer grossen anonymen Halle statt. Der Veranstalter VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) hatte sich was ganz spannendes für dieses Jubiläum ausgedacht.
Kunstliebhaber und Weinliebhaber sollten gleichermaßen genussvoll befriedigt werden.
Daher öffneten 70 Galerien ihre Türen in Berlins Mitte
und begrüssten das zahlreich erscheinende Publikum. Jeder Gast erhielt ein Jubiläumsweinglas in die Hand und dann ging das Kunst-Wein-Gallery-Hopping auch schon los: Joh. Jos. Prüm, Battenfeld Spanier, Spreitzer, Schloss Vollrads, Schlossgut Diel, Geheimrat J. Wegeler, Schloss Johannisberg, Knipser, Schloss Schönborn, Reichsrat von Buhl, Dr. F. Weins-Prüm, von Othegraven, dessen neuester Inhaber Günther Jauch höchstpersönlich anwesend war, Van Volxem, Künstler und wie sie nicht alle heissen.
Ein Weingut besser als das andere.
Die bekannte Sommelier Christina Fischer führte beim VDP-Weinparcours die Besucher durch die Aromenvielfalt des deutschen Weins. Bei dem etwa einstündigen "Weinlehrpfad" verdeutlichte sie anhand von zehn Weinstationen, wie unterschiedlich Weine von verschiedenen Jahrgängen und Lagen, etc. schmeckten und wie man anhand von unterschiedlichen Wasserarten den Weingenuss optimieren kann.
Bei dieser Verkostung wurde auch klar, welche grandiosen Weine in Deutschland existieren. Nicht, dass man es bezweifelt hätte. Aber es war wieder einmal eine schöne Bestätigung. Insbesondere auch, weil der vornehmlich ausgeschenkte 2009er ein hervorragender Jahrgang ist und einem ein grosses Trinkvergnügen bereitet. Es gab bei der ganzen Kunst und Wein-Veranstaltung kaum einen Wein, den man ungern getrunken hätten.

Und das lag mitunter auch an den charmanten Winzern und Sellern. Fröhlich und mit grösster Begeisterung boten sie ihre Weine frei nach dem Motto "Es gibt nur vier Arten von Wein: Roten, Weißen und Guten und Schlechten" zur Verkostung an.
Und gute Weine trinkt man doch immer gerne, oder? Bleibt zu hoffen, dass eine derartige Kunst-Wein-Veranstaltung nicht zum letzten Mal in Berlin stattgefunden hat.
Denn eines wurde deutlich. Die zahlreichen VDP-Besucher genossen dieses Weinwochenende in vollen Zügen. Mit einem Weinglas und einem Katalog bewaffnet, wanderten Scharen von Genußmenschen durch die Straßen Berlins, um kleine und große Schätze in den ebenso kleinen als auch großen Galerien zu finden.

Freitag, 3. September 2010

Wein und Kunst in Berlin - VDP feiert 100 Jahre Bestehen

Es brodelt in Berlin. Die Berliner Gastronomie- und Weinszene bereitet sich auf das bevorstehende Wochenende, das unter dem Weinadlerzeichen steht, vor.

Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter - kurz und prägnant VDP genannt - feiert sein 100-jähriges Bestehen und lädt zur

VDP-Kunst-Wein Berlin 2010
vom 4. bis zum 6. September 2010

ein.

Und das in der deutschen Haupstadt, die sich normalerweise ja nicht wegen ihres Weines auszeichnet.

Zahlreiche Berliner Restaurants widmen sich kulinarisch dem Weinjubiläumswochenende und bieten Special Menues an.

Erstmals wird auch die rege und bunte Berliner Kunstszene in die Feierlichkeiten einbezogen. Die besten Weingüter Deutschlands und die größten Galerien Berlins vereinigen sich. In über 70 Berliner Galerien stellen rund 200 Prädikatsweingüter über 1000 Weine vor.

Ab 12 Uhr öffnen am Sonntag, dem 5.9.2010 die Galerien ihre Türen den Profis, Semiprofis und Laien. Wer Interesse an Kunst und Wein hat, ist willkommen und kann sich durch die gesamte Bandbreite deutscher Weine durchkosten und dabei sich auf den letzten Stand der zeitgenössischen Kunst bringen.
Ein ausführlicher Programmflyer hilft bei der Auswahl der passenden Galerien und Weingüter für einen entspannten Sonntagsnachmittagausflug.

Tickets sind entweder im Vorverkauf oder auch begrenzt an der Tageskasse zu bekommen.

Montag, 30. August 2010

Weinrallye # 37 TOUT BLANC

Startschuss für die Weinrallye # 37 ist der 20. September 2010 beim Blog Baccantus.

Zum Thema


werden Weißweine aus dem französischen Midi, also dem Languedoc-Roussillon, dem Sud-Ouest, Aquitanien und Armagnac, etc. gesucht.
Ein spannendes Thema, das sicherlich dem Einen oder Anderen neue Erkenntnisse bringen wird. Jedenfalls wird es mir so ergehen!

Die Regeln zur Teilnahme an der Weinrallye finden sich wie immer beim Winzerblog.

Die Zusammenfassung der Weinrallye # 36 zum Thema "Wein und Musik" findet sich beim WeinReich-Blog.

Sonntag, 29. August 2010

Toca Rouge

Was sich mehr nach einem französischen Boudoir-Restaurant anhört, entpuppt sich als ein kleines feines Restaurant im Asian Style.
Statt in europäisch-asiatischem Plüsch präsentiert sich das Toca Rouge als ein puristisch designetes kleines Restaurant, das sich in das Nachtleben um die Torstraße herum perfekt einfügt. Insbesondere am Samstag Abend platzt das Lokal nur so von Gästen, die entweder vor einer langen Clubnacht sich noch mit asiatischen Köstlichkeiten stärken oder einfach zusammen mit Freunden einen leckeren und lustigen Abend verbringen wollen.
Gemeinsam mit Mao kann man hier auf kulinarische Entdeckungstour von Chop-Chops, Lips, vegetarischen Ducks und Sticky Oranges gehen. Dabei lässt sich hervorragend das Treiben in der Offenen Küche beobachten.
Leider typisch für eine Szenelokal ist die Weinauswahl - nämlich nichtssagend.
Wählen kann man zwischen Good, Better und Best Wines in Rot und Weiss. Was für ein Wein dahinter steckt, bleibt allerdings ein Geheimnis.
Vertrauter ist da schon das Tsingtao-Bier, welches in der Flasche serviert wird.
Es empfiehlt sich, am Wochenende einen Tisch zu reservieren.


Toca Rouge
Torstr. 195
10115 Berlin

Samstag, 28. August 2010

Barbera D'Alba versus Barbera D'Asti

Die Tage werden kälter und regnerischer. Es kommt wieder die perfekte Zeit für kräftigere Rotweine.
In erster Linie denke ich da hauptsächlich an piemontesische Rotweine, die aus meiner Sicht im Spätsommer/Herbst ihre volle Kraft entfalten. Blutrot, kräftig mit einer schönen Würze.
Von einer wunderbaren Reise in das Piemont vor mehreren Jahren ist eine Flasche Barbera D'Alba von Domenico Clerico noch übriggeblieben. Deren Zeit war nun im Battle gegen einen jungen Barbera D'Asti, den ich in der Berliner Topweinhandlung Planet Wein erworben habe, gekommen.


1. Barbera D'Alba

Italien
Piemont
Clerico
Trevigne
Barbera D'Alba
2000, 14,5 % vol.

Zu Clericos Topweinen gehören sicherlich eher die Barolos Percristina und Pajana. Aber auch Trevigne als Barbera bereitet einen intensiven Genuss am Gaumen und in der Nase.
Blutrot mit einem violetten Touch präsentierte sich farblich der Wein im Glas. Schwarze Pfeffer- und Wacholderaromen, Süsskirschen und ein wenig Schokolade entströmen dem Wein.
Am Gaumen ist der nicht mehr ganz junge Wein aber sehr samtig, rund, dicht, nicht zu säuerlich und mit ausreichend Tanninen versetzt. Der Abgang ist dann schön dicht und die Pfefferaromen machen sich nochmal in der Kehle bemerkbar.


2. Barbera D'Asti

Italien
Piemont
Coppo
L'Avvocata
Barbera D'Asti
2008, 13 % vol.

Farblich ist der Barbera D'Asti genauso wie der Barbera D'Alba blutrot mit einem Violetton. In der Nase domenieren zwar auch die Süsskirschen, aber der Wein ist weniger würzig. Eher hat er zarte frische Aromen, die ein wenig an Zitronengras erinnern. Am Gaumen wirkt er dann frischer und säuerlicher, aber weniger tanninreich mit einer schönen runden Mundgefühl. Im Abgang kommt beim Barbera D'Asti ein angenehmes, leicht prickelndes Säurespiel zur Geltung. Ein schöner junger - vielleicht noch zu junger - Wein.

Samstag, 21. August 2010

AN/2 und das mallorquinische Berlin

Wenn man es nicht besser wüsste, hätte man denken können, man sei statt in Berlin auf einer der spanischen Inseln, auf denen auch mal die Nacht zum Tage gemacht wird.
Der Abend ist einer dieser spätsommerlichen Abende, die zwar schon kühler werden, aber dennoch die warme Intensität des Tages nicht vergessen lassen.
In der kleinen Tapas-Bar Atame in Berlin-Mitte sitzend, kann man ein wenig ibero-europäische Atmosphäre schnuppern und durch die grossen geöffneten Fenster das Treiben auf der Straße beobachten. Lustig wirds ab 12 Uhr nachts, wenn Massen von Jugendlichen sich versammeln, um in den nebenanliegenden Club Cox Orange hineinzugelangen.
Die Weinkarte des Atame, die selbstverständlich nur spanische Weine führt, ist für eine Tapas Bar mehr als angemessen. Positiv ist hervorzuheben, dass alle Weine konkret benannt, einer Region zugeordnet werden und auch beschrieben sind.
Wir haben uns für einen mallorquinischen Wein entschieden, um auf das Treiben vor der Bar-Tür angemessen zu reagieren.
Nicht nur die Flasche war schön, sondern auch der Wein. Er wurde zwar etwas zu kalt serviert, aber das lies sich beheben.

Spanien
Mallorca
Anima Negra
AN/2
2007

Die dunkle, fast violette Färbung des Weins versprach eine tiefe Fülle. In der Nase waren Aromen von Brombeere zu spüren. Am Gaumen ist er dann zwar nicht ganz so voll gewesen wie erwartet, aber dafür um so pfeffriger. Die Chilipflanzen, die in der Bar in Töpfen standen und von den Wänden herunterhingen, schienen auf den Wein geschmacklich abgefärbt zu haben. Der Abgang war dann um so überraschender, lang und elegant.
Ein angenehmer Wein für einen schönen Abend.

Atame
Tapas Bar
Dircksenstr. 40
10178 Berlin

Freitag, 20. August 2010

Weinrallye # 36 Wein und Musik - Giya Kancheli und Khvanchkara

Zweifacher Genuss: Musik und Wein.
Der Blog WeinReich-Blog ist Gastgeber der

Normalerweise assoziiere ich mit Wein jazzige, soulige oder klassische Musik wie Mozart, Beethoven, Chopin. Vielleicht noch manchmal leichte Popmusik.
Heute will ich allerdings in der klassischen Musik bleiben - in der zeitgenössischen klassischen Musik mit georgischen Wurzeln.
Der georgische Komponist Giya Kancheli hat mich mit seiner Musik einen Großteil meines Lebens begleitet seitdem er in Europa, zuerst in Berlin, später in Antwerpen, lebte.
In der Sowjetunion und in den Jahren danach hat Kancheli sich auch und insbesondere als Filmkomponist mit jazzigen Nuancen einen Namen gemacht. Wunderschön und herzergreifend!
In Deutschland wurde er jedoch mehr durch seine sehr eigene und avantgardistische Musik berühmt, die in keine gängigen Schubladen passt. Die Kompositionen sind durch seine Vergangenheit und die Gegenwart unüberhörbar geprägt. Melancholische und sakrale Melodien und Tonfolgen wechseln sich mit fast nicht vernehmbaren und dann doch wieder ohrenbetäubenden Klängen ab. Gerade in seinem Werk Exil mit der engelsgleichen Stimme von Maacha Deubner unter der Leitung von Wladimir Jurowski werden diese Emotionen besonders deutlich. Die Melodien wurden zu Texten von Paul Celan und dem Alten Testament komponiert.

Giya Kancheli
Exil
ECM Records 1995

So, und hierzu ein Wein?


Schwierig, aber ich finde tatsächlich, dass ein georgischer halbsüsser Wein seine wunderbare Balance zu der anspruchsvollen Musik findet. Ganz ohne Folklore und passend zu dem doch kühler werdenden Sommerabend auf dem Balkon.

Der Online-Weinvertrieb Phiala hat mir vor längerer Zeit eine Flasche Khvanchkara zugeschickt.

Georgien
Ambrolauri
Binekhi
Khvanchkara
2007, 11,5 % vol.

Khvanchkara besteht aus den Traubensorten
Alexandrouli und Mudzhuretuli. Farblich neigt der Wein der violetten Farbe zu. In der Nase ist er sehr marmeladen-traubenlastig mit einem Hauch Brombeere, Himbeere. Am Gaumen hat er trotz der Süsse eine trockene Note, die stark pfeffrig ist. Der Abgang ist einfacher Art und nicht langanhaltend.
Zusammen mit einer Schale Pistazien, bei einem schönen Sonnenuntergang zu sakralen Klängen Kancheli's, kommt man von der Hektik des Tages herunter und kann sich wieder auf wesentliche Dinge konzentrieren. Auch wenn der Wein sicherlich wegen der Süsse kein Wein für alle Tage ist, aber das ist die Musik von Kancheli wegen seiner Melancholie ja auch nicht.


Montag, 16. August 2010

Grosses Kochevent "Life Tastes Good"

Von Götz Primke vom blog "Le Gourmand" bin ich gerade auf einen spannenden Kochwettbewerb für Hobbyköche aufmerksam gemacht worden.

LG sucht gemeinsam mit daskochrezept.de Kochbegeisterte, die beim großen internationalen Amateur-Kochwettbewerb "Life Tastes Good Championship 2010" ihr Können unter Beweis stellen!

Die drei Gewinnerteams des Rezeptwettbewerbs kochen dann am 5. September 2010 auf der IFA in Berlin um den Einzug ins internationale Finale.
Den Gewinnern winken wahrlich leckere Preise....eigentlich nicht übel...durch Kochen eine Reise nach Abu Dhabi oder Südkorea zu gewinnen?!!
Die Teilnahmeregeln und -bedingungen kann man bei daskochrezept.de nachlesen.


Teilnahmeschluss für den Rezeptwettbewerb ist der 18.08.2010.

Sonntag, 15. August 2010

Verführerisches Backstoltz

Potsdam ist nun wirklich um die Ecke von Berlin. Und dennoch hat die Brandenburger Hauptstadt sein ganz eigenes Flair, das man in Berlin vergeblich sucht. Am Wasser gelegen, sowohl mit einer riesigen Parkanlage und mehreren Schlössern und mit einem gemütlichen Stadtzentrum ausgestattet, kann man als Besucher hier schöne Stunden verbringen. Kleine Geschäfte mit schönen Accessoires und Antiquitäten und viele Restaurants und Cafés versüssen den Aufenthalt.

Ein äußerst beliebtes Bistro bzw. Café ist das Backstoltz in der Dortustraße direkt an der Ecke zur Fußgängerzone in der Brandenburger Straße. Hier wird täglich wechselnde Küche angeboten. Normalerweise kann man zwischen drei bis vier verschiedenen Quiche-Sorten und die gleiche Anzahl von leckeren Suppen wählen. Aber auch Hauptgerichte für den grösseren Hunger werden mittags angeboten.

Ein absolutes Highlight sind die selbstgebackenen Torten und Kuchen, die manchen Gast verführen und zu längerem Sitzenbleiben animieren als eigentlich vorgesehen.

Gerade im Sommer ist das Backstoltz ein beliebter Treff, von dem man aus die vorbeiflanierenden Menschen hervorragend beobachten kann. Da sowohl im Sommer als auch im Winter Plätze an den Tischen des Cafés heiß begehrt sind, wird man nie lange alleine sitzen bleiben und kommt schnell mit anderen Gästen ins Gespräch.

Das tröstet auch darüber hinweg, dass der Service unglaublich nett und charmant ist, jedoch dem Gästeansturm in der Mittagszeit manchmal nicht ganz gerecht werden kann. Es kann daher schon mal vorkommen, dass man plaudernd auf sein Gericht ein paar Minuten länger warten muss. Bei der sehr guten und preiswerten Küche jedoch verzeihlich.

Backstoltz
Dortustr. 59
14467 Potsdam

Samstag, 14. August 2010

El Coto 2003 zum Entrecote Carpaccio

Die sommerlichen Temperaturen sind verschwunden - es regnet. In Gedanken hängt man der Sonne nach.
Die vorhandenen Rotweinflaschen werden schon mal für die kälteren Tage überprüft - was müsste geöffnet werden?
Dabei fiel mir ein spanischer Rotwein in die Hände, der seit Jahren als Gastgeschenk aus Barcelona sein Dasein fristete. Ein einfacher Wein, dessen Zeit nun gekommen ist.
Er wird einfach geköpft bzw. ausgepfropft - gibt es so ein Wort überhaupt? - , in der Hoffnung, dass kein Essig oder sherryartige Flüssigkeit vorgefunden wird.
Im Hintergrund läuft Rossinis Oper "La Cenerentola".
Plopp, die Weinflasc
he ist geöffnet, der Korken ist heil und der Wein ist sogar noch in Ordnung.

Spanien
Rioja
El Coto
100% Tempranillo
2003, 13 % vol.

Farblich neigt der Wein schon zum Braunton. In der Nase hat er allerdings eine reife und sehr beerige Note. Reife Kirschen, Pfeffer, Nelken, ein bisschen feuchte Erde und Nüsse sind zu erriechen.
Am Gaumen ist er erstaunlich frisch und hinterlässt im Abgang einen leichten Vanilleton, der nicht unangenehm ist. Der Alkoholgehalt ist kaum merklich.

Zu diesem Wein passte hervorragend ein medium gebratenes Entrecote - Carpaccio
mit Ruccola und Kapernäpfel. Ein Genuss!
Ich bin erstaunt, dass der Wein sich der Joghurtsauce anpasste.
Sogar zu dem zum Schluss gegönnten Stückchen schweizer Schokolade passte der Spanier gut.

Mein Resultat: ein günstiger Wein, mit dem man allerdings wenig falsch machen kann. Egal, ob nun in grosser Gesellschaft oder im kleinen Kreis, ein unkomplizierter Roter, der einen Hauch Sommer nach Berlin bringt.

36. Weinrallye - Wer macht mit?

Die 36. Auflage der Weinrallye steht an.
WeinReich-Blog führt uns am 20. August 2010 in die Welt von Musik und Wein.

"Aufruf zur Weinrallye #36 – Wein und Musik"

Jeder kann wie immer teilnehmen. Gesucht wird die beste Verschmelzung zwischen Wein und Musik.
Infos und Regeln zur Weinrallye sind auf dem winzerblog von Thomas zu finden.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Die Rote Zarin

Der heisse Sommer ist die Zeit, in der Früchte wie Erdbeeren ihre Hochsaison haben. Am besten isst man diese gleich vom Feld.
Manchmal gibt's allerdings soviele Früchte, dass man sie weiterverarbeiten sollte. Am liebsten mache ich daraus Marmelade. Die eigene Kreation heißt "Rote Zarin" und ist nach einem geheimen Rezept verarbeitet worden.

Step 1
Die Erdbeeren werden geputzt und in kleine Stückchen geschnitten.


Step 2
Gelierzucker wird unter die Erdbeeren gerührt.



Step 3
Die verarbeiteten Erdbeeren werden aufgekocht und entsprechend gewürzt. Nach dem Aufkochen wird die noch flüssige Marmelade in vorbereitete Gläser gefüllt.



Finale

Tee auf russische Art und zu jeder Jahreszeit. Man trinkt Tee und schleckt dazu selbstgemachte Marmelade.