Dienstag, 6. Januar 2009

Winter, Merlot und Miles hat doch Unrecht!

Es war einer dieser kalten Wintertage. Kalt und unbarmherzig. Ein Tag, an dem man keinen Schritt vor die Haustür macht und sich am liebsten ins Bett verkriechen würde. In Gedanken an wärmere Tage oder wahlweise an einen feurigen Kamin, öffnet man dann aber mit Freunden eine Rotweinflasche und lässt den kalten Tag im Geiste hinter sich.
Die Wahl fiel, in Gedanken an die wunderbaren Berichte von Iris vom Weingut - Lisson: Ein Winzertagebuch, auf einen Merlot aus dem Languedoc.
Genau das Richtige für einen Tag, an dem der Kultweinfilm "Sideways" (2004) im TV lief. Auch wenn Miles im Film partout Merlot verabscheute:

"Wenn jemand Merlot bestellt, werde ich gehen! Ich werde nicht einen Tropfen von diesem verdammten Merlot trinken!"

Und gerade dewegen wurde es erst recht ein Merlot:

Frankreich
Languedoc Domaine Puech Cocut
Vin de Pays d'Oc
Merlot 2005
13,4 % vol.

Zum Glück hat Miles vollkommen Unrecht. Der Merlot ist eine wunderbare Traube, die tolle Weine hervorbringt. Das beweist die geöffnete Flasche Wein.

Farblich ist der Merlot im Glas tiefrubinrot. In der Nase sind Aromen zu erkennen, die an reife dunkelrote Beeren und an Moos mit Pfeffernoten erinnern. Die typische Pflaumenassoziation ist allerdings weniger ausgeprägt.
Am Gaumen ist der Wein dann überaus rund und sanft und präsentiert nochmals seine prägnanten Fruchtaromen. Im Abgang ist der Wein dann erwartungsgemäss harmonisch, weist jedoch keine besondere Länge auf.

Ein wunderbarer Wein, der nicht nur in einer geselligen "Kino-Runde" ein Erfolg ist, sondern auch zu unkomplizierten Pasta- und Pizzagerichten passt.

Kommentare:

Mario Scheuermann hat gesagt…

Natürlich hat Miles nicht Recht! Er hat nicht mal Recht mit seiner Affenliebe für den Pinot; denn auch aus dieser Rebsorte, die ich persönlich so sehr schätze, kann man unendlich viele miese Weine machen. Ich kann bis heute nicht verstehen, wsrum viele so fasziniert sind von diesem Film.

Swetlana hat gesagt…

Ich glaube der Film ist einfach mangels anderer "Weinspielfilme" so ein Erfolg geworden. Vermutlich ist es genauso auch mit den Weinkrimis. Man liest sie doch hauptsächlich auch, weil sie das "Hobby" Wein mit mehr oder weniger spannender Triviallektüre verbinden. Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viel bessere und qualitativ wertvollere Krimibücher und Spielfilme. Aber leider nur wenige, die auch das Thema Wein zum Inhalt haben. Oder hat jemand wertvolle Tips auf Lager?

linda hat gesagt…

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Joyce

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