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Montag, 31. März 2008

Paul Grotes spanischer Weinkrimi

Mittlerweile hat sich ein neues Genre in der literarischen Krimi-Welt etabliert: Die Weinkrimis!
Der passionierte Weininteressierte kann seine Gelüste nun nicht nur in Form von gegorenem Traubensaft stillen, sondern seine Leidenschaft für Wein auch mit Kriminalgeschichten ums Weinmetier verbindend befriedigen.
So bringt man den Weininteressierten zum Lesen und den Krimileser zum Wein!
Weinzeitschriften werben in letzter Zeit daher regelmässig für neue Weinkrimi-Erscheinungen.
Ein Schriftsteller wird dabei immer wieder genannt. Paul Grote, der 1946 in Celle geboren wurde, hat mittlerweile vier bei dtv veröffentlichte Kriminalromane geschrieben, die sich alle um Mord, Wein, Weinanbau und Weinherstellung drehen. Mal spielen die Geschichten im Bordeaux, mal in der Toskana oder auch mal im Burgenland.
Sein dritter Weinkrimi "Rioja für den Matador" spielt - wie vom Titel nicht anders zu erwarten - in der Rioja-Gegend in Spanien.
Der Weinjournalist Henry Meyenbeeker wird nach Rioja geschickt, da der Önologe Jaime Toledo einer neu gegründeten Kooperative um eine entsprechende öffentlichkeitswirksame Reportage gebeten hatte.
Statt genüsslich den Winzern der Kooperative beim Produzieren von Wein zuzuschauen und nebenbei Wein zu verkosten, gerät Meyenbeeker in tödliche Gefahr. Inwieweit die traditionellen Weinbetriebe in der Gegend damit zu tun haben, will der deutsche Journalist aufklären - was ihm auch zum Schluss gelingt. Gratis obendrauf bekommt er auch noch eine Lehrstunde in deutsch-spanischer Geschichte!
Der Krimi ist nicht nur bis zuletzt spannend geschrieben, sondern beschreibt auch fundiert die Weinproduktion im Rioja.
Wer sich neben der Aufklärung eines Mordes auch für die Beschreibung der Landschaften um Logrono, Laguardia und Elciego interessiert und den es nicht langweilt zu wissen, weshalb die Buschziehung statt der Drahtrahmenziehung die Norm ist oder, dass Metabisulfat beim Wein in den Gärtanks das Eindringen von Bakterien verhindert, liegt mit diesem Krimi goldrichtig. Und für das filmreife Happyend gibt es sogar noch eine Liebesgeschichte dazu.

Paul Grote
Rioja für den Matador

Originalausgabe 2005 bei dtv erschienen

Montag, 30. Juni 2008

Grotes tödliches Business in Bordeaux

Die Welt der französischen Winzer und der Weine ist seit je her romantisch verklärt. Wer würde nicht gerne durch seinen eigenen Weinberg gehen und auch noch die selbstverständlich eigenst hergestellten Weine erfolgreich weltweit vertreiben?
Aber so leicht ist das Leben der Winzer nicht.
Das erkennt auch im Wein-Krimi von Paul Grote Tod im Bordeaux der deutsche Weinhändler Martin, der in Frankfurt französische Spitzenweine vertreibt. Um allerdings auch finanziell erfolgreich sein zu können, kommt er nicht darum herum, illegal französische Spitzenweine einzuführen. Jedoch ist nicht nur seine Tätigkeit lebensgefährlich, sondern auch die Winzertätigkeit und die Kooperation seines besten Freundes und Winzers Gaston. Schlussendlich fällt dieser den Intrigen und der Geldgier einiger Bordeauxwinzer zum Opfer. Weshalb dies geschehen musste, wollte Martin mit seinem Riecher, der nicht nur zum Degustieren hervorragend geeignet ist, unbedingt herausfinden. Das ist er einfach seinem besten Freund und der hinterbliebenen Familie schuldig.
Gerade im Rückblick auf den letzten italienischen "Weinpansch"skandal ist dieses Buch nicht nur hochaktuell, sondern zeigt auch wie hart das Weinbusiness ist und mit welchen Mitteln man um Marktpositionen kämpft.
Im Gegensatz zu Grotes Krimi Rioja für den Matador liest sich Tod in Bordeaux um einiges flüssiger und angenehmer. Der Leser muss sich nicht unbedingt mit dem Vokabular eines Weinprofis auskennen, um den Krimi zu verstehen und von der Geschichte gepackt zu werden.
Dieser Schreibstil, die Aktualität des Themas und die Beschreibungen der Bordeauxgegend machen dieses Buch nicht nur zu einem mal etwas anderen Reiseführer, sondern auch zu einem Buch, das einem die Bordeaux-Weine nahebringt. Auch wenn die hier beschriebenen Haut-Bourton oder Moulin de la Vaux Weine ausgedacht sind. Leider... könnte man fast sagen. Denn man würde doch glatt gerne mal den einen und den anderen Tropfen wie Martin parallel verkosten. Aber nur, wenn es kein tödliches Ende nimmt.

Paul Grote
Tod in Bordeaux
1. Auflage 2004
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Reinbek bei Hamburg