
Die Weinrallye bringt die Teilnehmer auf einen gesundheitsbewussten Pfad. Das vom
SanoViaBlog gestellte Thema zur
14. Weinrallye lautet
wobei auch ein passender Salat zubereitet und vorgestellt werden soll. Auch die eine oder andere Grillabendgeschichte soll aus dem Nähkästchen geholt und publiziert werden.
Ersteres entspricht ganz und gar dem Usus von
myexperience4u: Wein und Speisen gehören zusammen!
Zweiteres ist in diesem blog schon weniger von Interesse, weil alte aufgewärmte Geschichten so langweilig sind wie die Zeitung von gestern. Daher kommen nur aktuelle Erfahrungsberichte auf den Tisch bzw. auf den Bildschirm.
Aktuell war dann auch das Grilldinner, das statt rustikal auf offenem Feuer seinen Start und Höhepunkt im heimatlichen Herd und später auf dem Balkon fand.
I. Gegrilltes und der SalatStatt fetter Steaks und Würstchen soll - eingedenk des gesundheitsbewussten Ausrichterblogs - eine gesündere Alternative auf bzw. in den Grill kommen.
In Bananenblätter gewickelt werden zwei Garnelenspiesse zusammen mit mehreren Scheiben - vorher angebratenen - Auberginen gegrillt.

Dazu wird ein warmer Auberginensalat aus - welch' Überraschung!- Auberginen, Tomaten, Koriander und Ananas zubereitet. Gewürzt mit Kreuzkümmel, Zitronensaft, gemahlenem Koriander, Zwiebeln, Knoblauch, Pfeffer und Salz ergibt dieser Salat mitsamt den Garnelen und den ätherischen Ölen der Bananenblätter ein aromatisches, würziges und leichtes sommerliches Abendessen. Sehr lecker und sehr sättigend.
II. WeineEigentlich war vorgesehen, einen Mosel-Riesling zu diesem Abendessen zu öffnen. Stattdessen lachten aber einen eine Flasche italienischer Federweißer im Supermarkt und eine Flasche Pfälzer Spätburgunder Weißherbst im Kühlschrank an.
1. FederweisserItalien/Deutschland (Nürnberg)
Gerstacker WeinkellereiFederweisser9,5 % vol.
Wie nicht anders zu erwarten war der Federweisser im Glas trüb wie ein Apfelsaft.
In die Nase strömten verstärkt die säuerlichen Hefearomen.
Am Gaumen war er dann zunächst recht frisch, verlor aber schnell die angenehme Säure und wurde pappig süss. Beim Abgang war er dann ebenfalls recht süss und erinnerte mehr an Brausetabletten in Sprudelwasser aufgelöst, denn an jungen spritzigen "Wein".

Vollkommen im Unklarem wird man vom Hersteller gelassen (der auch massenhaft im Winter Glühwein vertreibt), aus welchen Trauben dieser Federweisser produziert wurde. Aber das will man vermutlich lieber gar nicht wissen.
2. Pfälzer WeißherbstDeutschland - PfalzWeingut HolsteinKindenheimer VogelsangSpätburgunder Weißherbst 200411 % vol.Der Rosé stand schon ein Weilchen im Kühlschrank und wartete darauf geöffnet zu werden. Für die letzte
Rosé-Verkostung im Rahmen der 11. Weinrallye erschien mir die Flasche nicht spannend genug. Für einen Grillabend bot sich aber die "liegengebliebene" Flasche hervorragend an.

Perfekt gekühlt leuchtete der Holsteiner Weißherbst in
Apricot-Farben im Glas.
In der
Nase waren leichte florale Noten wie ein Hauch von Rosen erahnbar. Ansonsten gab die Nase wenig her.
Am
Gaumen war der Weißherbst eher platt und langweilig. Die erwartete mineralische Säure gab's nicht mehr. Der Wein ist wohl einfach zu alt. Zu erahnen war noch ein leichtes Pfirsicharoma, dass sich allerdings mit dem Alter immens verflacht hatte. Leider erinnerte der Wein daher auch eher an einen Schaumwein, der länger offenstand und dessen "Perlen" sich verflüchtigt hatten. Im
Abgang spielte sich somit auch nichts Spektakuläres mehr ab. Quasi eine lahme Ente.
III. Federweißer und Weißherbst in Harmonie mit GarnelenZusammen mit dem Auberginen-Garnelen-Salat passten unerwarteterweise sowohl der Federweißer als auch der alte Spätburgunder Weißherbst hervorragend.
Und obwohl der Federweißer solo getrunken viel zu süss war, ergänzte er sich mit der Säure der Ananas und der Tomate hervorragend und verlor sogar die Pappsüsse und gewann an ausgewogener Säure. Wie wäre erst das Genusserlebnis mit einem richtig guten Winzer-Federweißer? Wohl unbeschreiblich lecker.

Auch der Spätburgunder Weißherbst harmonierte wider Erwarten angenehm mit der Säure des Auberginen-Salates und den Garnelen. Wahrscheinlich lag es daran, daß der Wein kaum mehr Kraft hatte. Jedenfalls störte er beim Essen ganz und gar nicht, sondern milderte die süsse Säure der aromatischen Ananas ab. Verwunderlich war nur, dass der Wein nicht umgekippt ist, sondern einfach "nur" fad wurde.
Die diesmal "verbratenen" Weine gehören definitiv in die Kategorie Massen- und Partyweine. Am besten sollte man sie aber mit Speisen zu sich nehmen. Solo getrunken machen sie wenig Spass.
Auch sollte das nächste Mal etwas mehr auf das Alter des Weins geachtet werden. Denn dann hat man vielleicht auch mehr Spass am Wein.
Zum Glück gab es ja noch das leckere Abendessen, das den Abend definitiv genusstechnisch rettete und wieder die These bestätigte, dass die billigen Massenproduktionsweine eher weniger dazu taugten, genussreiche Gourmeterlebnisse zu bescheren.
Wen wundert's?!