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Freitag, 30. Dezember 2016

Champagne trifft Ungarn in Wien - ein Traum in 5 Akten

Pünktlich zu den Weihnachtsfeiertagen und dem Neujahrsfest gab es in Wien im Rahmen der Label Grand Karakterre 5 ein spannendes Zusammentreffen des Champagnerwinzers Benoît Tarlant und des berlinerisch-schwäbisch-ungarischen Winzers und Anwalts Horst Hummel.


Bei einer privaten Verkostung im kleinsten Kreis zeigte Horst Hummel nicht nur, dass er grandiose ungarische Weine entstehen lässt, sondern auch ein exzellenter und passionierter Koch ist, zu dessen Gerichten nicht nur seine eigenen Weine schmecken. Allerdings war der Abend nichts für Vegetarier bzw. Veganer. 


1. Ungarische Gänseleber

Zum ersten Gang, der vielleicht nicht ethisch korrekt ist, aber umso delikater schmeckte, gab es Horst Hummels Glückseligkeit aus dem Jahre 2013 und Tarlants Champagner Brut Zero.
Die zarte von Horst selbst gezauberte Gänseleber mit karamellisierter Birne und Hardenponts Winterbutterbirnengelee zerschmolz am Gaumen. So konträr die beiden Weine von Natur aus sind, so wunderbar passten sie zur Vorspeise.
Hummel betörte mit "Lindenblüten und Honig sowie Fülle und Schmelz am Gaumen, befeuert von lebendiger Säure, erfüllt von mannigfaltiger reifer Frucht, getragen von feiner Mineralität. Ein Wein für die Ewigkeit. Reine, flüssige Glückseligkeit." Mit dem ersten Wein haben wir schon Horst Hummels dritte Stufe der Grundbefindlichkeiten schon erreicht: Verzweiflung, Gelassenheit und Glückseligkeit.
Der Champagner umspielte elegant die Nase ebenfalls mit Zitrusaromen und Honig. So gleich und doch so unterschiedlich. Ein Topstart in einen sehr unterhaltsamen und spannenden Abend!

2. Maultaschensüppchen

Bei diesem zweiten Gang war die schwäbische Herkunft von Horst federführend.
Was könnte zu Tarlants La Matinale Prestige Millesime 2003 und dem Bernstein 2015 von Horst Hummel besser passen als schwäbische Maultaschen? 
Die bodenständige und doch raffinierte Maultasche und der exklusive rare Jahrgangschampagner eines heissen Jahres 2003 haben eine wunderbare Symbiose ergeben. Das ist ja auch nicht kompliziert. Champagner passt meiner Meinung immer und zu jedem Essen! Die Dominanz vom Pinot Noir neben Chardonnay und Pinot Meunier machen diesen Champagner für mich zu einem exzellenten weinigen und runden Champagner, der immer und zu allem getrunken werden kann
Der goldfarbene Bernstein aus der Hárslevelü Traube, der allerdings keine Bläschen hat, sondern still und bescheiden golden vor sich hin glänzt, hat auch keine Probleme neben einer schwäbischen Maultasche zu bestehen. "Warme, fruchtige Nase von Honig, Vanille, Blüten. Weiche cremige Ansprache am Gaumen. Ansprechende Balance aus Fülle, Cremigkeit, Frucht, Frische und Mineralität. Lebhafte Harmonie." Was sich sich so einlullend gemütlich anhört, ist ein wunderbarer Wein, der meiner Meinung nach nicht zu kalt getrunken werden darf. 

3. Ochsenmaulsalat a la Horst

Wer bei Horst Hummel schon mal essen durfte, weiss wovon ich rede. Es gibt wohl kaum ein Gericht, dass so sehr die Küche von Horst Hummel beeinflusst hat, wie der schwäbische Ochsenmaulsalat. Man könnte auch von Hummels signature dish sprechen. Seine Variante ist allerdings wenig klassisch, sondern tänzelt leicht asiatisch daher und ist ein wunderbares aufmunterndes Zwischengericht. Es lebe der Ochsenmaulsalat!
Dazu gab es einen Champagner Rosé Zero von Tarlant und einen Orangewein namens Góré 2015, der spontan vergoren, und unfiltriert überraschte. Nach Horst Hummel hat Góré zwei Bedeutungen: einmal "Maisspeicher" und "Boss". Jetzt kann man sich selber aussuchen, möchte man lieber einen bodenständigeren ehrlichen Maisspeicher trinken oder sich doch lieber mit dem Wein als Boss aufspielen.
Das ist kein Hummelwein wie ich ihn kenne. Mit seinen Orangeweinen betritt Horst Hummel ganz erfolgreich neues Terrain. Es gibt nicht viele Orangeweine, die mir schmecken, aber der gehört dazu. Auch dieser Wein sollte nicht zu kalt getrunken werden, da er sonst an Aromatik verliert.

4. Coq au vin


Der nächste Gang war ein Tribut an Benoît Tarlant. Es gab einen französisches Coq au vin bereitet mit deutschem Rotwein. Ein bodenständiges winterliches Gericht, das zu dem gravitätischen und vollen Cuvee Louis aus dem Hause Tarlant ganz hervorragend passte.  Die Aromatik von Trockenfrüchten des reifen, komplexen aber nicht komplizierten Champagners passte ganz ausgezeichnet zu dem Coq au vin.
Aus der Trilogie der Grundbefindlichkeiten, die Horst kreiert hatte, präsentierte er dazu ein wenig Gelassenheit aus dem Jahr 2012. "Opulenter Duft, der Reife und Wärme verströmt. Samtig ergießt er sich in den Gaumen, den er mit reifen, kernigen Tanninen verwöhnt. Eingekleidet in feine Stoffigkeit führt er uns durch edel ausgekleidete Räumlichkeit in einen unendlich anmutenden wohligen Abgang. Gelassenheit im Samt und Seide." Das sind Worte, die weniger an Wein, denn vielleicht an richtig guten Sex erinnern.


4. Verzweiflung


Das Dessert - eine frische Zitronentarte - gab es zwischen den Weinen, um nach dem Coq au vin wieder die Lebensgeister zu wecken. Keiner der vorhandenen Weine konnte einer Tarte au citron gerecht werden.
Um jedoch den vinophilen Abend nicht nüchtern beenden zu müssen, kredenzte Horst Hummel noch die letzte seiner drei Grundbefindlichkeiten: die Verzweiflung in Form eines in eine Flasche abgefüllten Merlots aus dem Jahre 2009.


Mehr muss man nicht sagen. 
Der Abend war ein harmonischer runder Abend wie er sein soll. Es wurde viel geredet, sinniert, geschmeckt. Mal aus dem einen, mal aus dem anderen Glas. Zwei Winzer wie sie unterschiedlicher nicht sein können, haben in Wien einander entdeckt.






Montag, 31. Dezember 2012

Rückblick 2012: Moskau, Bordeaux, Champagne, Baden und Madeira

Das Jahr 2012 geht mit grossen Schritten zu Ende. Zeit für eine kurze Rückbesinnung.

Januar
Heiratsantrag in Moskau. Angestossen wurde im Hotel Kempinski Baltschug auf das neue Jahr mit Cuvee Louis von Tarlant.

Februar
Mein Geburtstagsgeschenk war der Besuch des Weingutes Château d’Yquem mit einer kleinen Verkostung. Unvergleichlich. Ein göttlicher Wein, ein göttliches Weingut. Ich will mehr!
Angelus zitterte da gerade seinen Parkerpunkten entgegen und hat doch einen Punkt zu wenig bekommen. Aber phantastische Weine werden von Angelus produziert.

April
Los gings zu einer dreitätigen Champagnerverkostung nach Epernay, Ay, Avize und Reims. Dort konnte man eine stattliche Bandbreite von Winzerchampagnern verkosten. Waren es 100, oder vielleicht doch 200 oder eventuell auch 1000? Ich weiss es nicht mehr....aber es war die spannendste Verkostung, die ich bisher durchgemacht habe.
Top 1 bleiben die Weine von Benoit Tarlant. Warum? Weil wir selber an der Herstellung des Grundweins im Herbst 2011 beteiligt waren.
Top 2 war V.O. von Jacques Selosse...einfach weil er ein besonderer Typ ist.

Ende April gings dann in die Schweiz, genauer gesagt in die Gegend um Lausanne. Diesmal keine kulinarischen Höhepunkte. Nur wunderbare Ruhe in der Hügel- und Berglandschaft des Waadtlandes.

August
Hochzeit auf Schloss Beesenstedt. 
Ratet, was getrunken wurde? Natürlich Champagner von Tarlant. 
Aber auch Weine von Isabell & Klaus Gres, Heike & Alexander Gysler, Carolin & Jürgen Hofmann, Julia & Klaus-Peter Keller, Marion & Marcus Pfaffmann, Angelika & Johannes Schachenhuber, Tine & Sebastian Schäfer und unserem Ungarn Horst Hummel.

September
Hochzeitsreise. Der Sommer gehörte ganz und gar der Insel Madeira.
Dieses kleine Fleckchen Erde hat uns vollständig für sich eingenommen. 
Höhepunkte auf der Insel:
1. Napfschnecken aus Jardim do Mar und nur von dort!
2. Malvasia 1988 von Artur de Barros e Sousa
3. Boal 1863 von Barbeito
4. Broadbent Terrantez Old Reserve von Justino's
4. Reid's Hotel...einfach grandios: Tea-Time, Bar, Frühstück, Pool, Meer...und die Zimmer sind sehr charming.
5. und...und...und....
November
Im späten Herbst gings dann wieder in den Westen Deutschlands. Vor allem nach Rheinhessen, Baden und Mosel. Speziell haben wir uns den Weinen von Winzern in der ersten Generation gewidmet. Alle Winzer haben ihren eigenen Traum verwirklicht und ein eigenes Weingut gegründet - mit der gesamten Last, aber auch mit der ganzen Liebe, die dazu gehört.
Mein persönlicher Favorit waren die Weine von Achim Jähnisch. Er produziert auf seinem Miniweingut schlanke badische Weine, die eine wunderbare Eleganz ausstrahlen.
Wer überlässt uns ein Weingut, damit wir ebenfalls unseren Traum verwirklichen können?

Wie konnte es anders sein. Ein Abstechter in die Champagne musste defininiv zum Jahresende nochmal gemacht werden.
Absoluter Höhepunkt: Besuch des Weingutes Bollinger mit einer persönlichen Führung durch das Weingut und den Keller und einer kleinen Verkostung. 
Tiefergelegt gings dann wieder gen Heimat....der Kofferraum voller Weine von Tarlant, Daniel Savart und Weinen eines weiteren unbekannten Champagner Weingutes.

Dezember
War doch ein schönes Jahr, oder?





Sonntag, 4. September 2011

Rotwein in der Champagne

An einem der letzten Lesetage hieß es plötzlich im Keller von Tarlant: Die Pinot Noir Trauben werden jetzt zu Rotwein gemacht. Wozu? Um Roséchampagner zu machen!
Das bedeutete, alles im Keller musste zum Entrappen und in einen Tank Abfüllen umgestellt werden. Bevor die Weintrauben in die Entrappungs- und Pressmaschine gingen, wurden sie in mühseliger Handarbeit von Benoit Tarlant und mehreren Helfern aussortiert.
Trauben, die noch nicht reif waren oder von Botrytis befallen waren, mussten entfernt werden. Auch der eine oder andere Marienkäfer war aus der Masse herauszupicken, damit er nicht im Traubenmus zerquetscht wird. 
Heute gehts mit der Rotweinpressung weiter. Es gibt wahrlich angenehmere Dinge im Keller, die gemacht werden müssen. Der Rosé Tarlant ist eben etwas Besonderes, das auch geschmacklich köstlich ist. Da muss eben viel Arbeit hineingesteckt werden.



Donnerstag, 1. September 2011

Die Lese in der Champagne neigt sich dem Ende zu

Allmählich neigt sich die Weinlese dem Ende zu.
Noch ein paar Tage und dann sind die aufregenden und ein wenig stressigen Tagen auch bei Tarlant in der Champagne vorbei.
In der letzten Zeit sind viele Besucher aus der ganzen Welt zu Tarlant gekommen, um sich persönlich von der Lese und den ersten Pressungen ein Bild zu machen. Den einen oder anderen weit gereisten Besucher hat es auch in die Tiefen des Kellers getrieben, wo fleissig von einem Tank in den anderen und 200 l Fässer mit Champagner in spe befüllt wurden.
So kamen
Ned Goodwin (Master of Wine) aus Tokyo direkt mit seinem Bruder aus Sydney angereist, um sich nach einer Mundusvini-Verkostung in der Pfalz auch bei Tarlant im Keller umzusehen. Viele von den Gästen sind vielfach über Twitter, facebook oder den blog von Tarlant auf den Champagner aufmerksam geworden. Tarlant ist eines der wenigen Champagnerhäuser das die neuen Medien exzellent für sich nutzt.


Momentan geht es bei Tarlant ansonsten ganz entspannt zu. Es ist ca. 22 C warm, die Sonne scheint. Alleine ein paar Pinot Noir Trauben bereiten ein wenig Sorgen, da Botrytis gehäuft aufgetreten ist. Ansonsten schmecken die Trauben hervorragend. Wenn jetzt nicht noch etwas schief geht, dann wird der Champagner 2011, abgefüllt 2012, hervorragend.
Voraussichtlich nächsten Montag werden dann auch hier die letzten Trauben gelesen. Dann verschwinden auch sämtliche weisse Wohnwagenreihen mit den Erntehelfern in den grünen Hängen. Die nächsten Erntefelder warten dann schon woanders auf fleissige Helfer.

Samstag, 27. August 2011

Sonne und Regen in der Champagne an Tag 4 und Tag 5 der Lese

Tag Vier und Fünf der Weinlese sind von gegensätzlichem Wetter geprägt. Während es gestern ziemlich unangenehm und ausdauernd geregnet hat, war es heute sonnig und warm.
Der Regen hatte alle vor besondere Herausforderungen gestellt. Die Traubenkisten waren zum Teil verschlammt, genauso wie zum Schluss auch die Helfer. Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. Alle waren gut gelaunt und machten einen Witz nach dem anderen.
Da weniger Pressen als geplant gemacht werden konnten, war die Kellerarbeit dann um so entspannter.
Gestern haben dann die Vorbereitungen in Form von Anreichern, Mischen, etc. für die Befüllung der Fässer begonnen. Und was ganz wichtig ist: ganz viele Schläuche verlegen, am besten mit Dreiwegehahn. Da hat man auch noch die Gelegenheit, seine grauen Zellen anzustrengen, um die richtige Laufrichtung des Champagners in spe zu garantieren.
Heute wurden dann endlich die ersten Fässer mit Pinot Noir befüllt. Der Praktikant aus der Normandie durfte die Fässer mit dem Gabelstapler dann hin und her transportieren, während die Praktikanten aus Deutschland die Fässer literweise vollpumpten. Beeindruckend war, dass man förmlich die Euronoten in die Eichenfässer fliessen sah.
Das wars dann aber auch an grossartiger Tätigkeit. Der gesamte Tagesablauf wurde nämlich von einem französischen Filmteam aufgewirbelt, das dann auch im Keller Aufnahmen machte. In der Zeit konnte man sich dann nur verziehen und Tee....äh....Champagner trinken.

Donnerstag, 25. August 2011

Ohne Erntehelfer gehts auch in der Champagne nicht

Tag 3 der Lese in der Champagne hat mit einer Fahrt in die Weinberge mit Benoît Tarlant begonnen. Überall stehen an der Strasse Wohnwagen mit fahrendem Volk. Wäsche wird gewaschen und es wird gekocht.
Der Großteil der Helfer ist aber schon in den Stöcken, um die Trauben zu ernten. Zum Teil schaffen manche bis zu 600 kg Trauben pro Tag.

Benoît Tarlant ist aber hier, um morgens den Grad Baumé mit dem Refraktometer zu messen und zu schauen, was die Trauben diesmal bringen.
Die Werte sind wohl nicht perfekt, aber auch nicht schlecht. Man muss sich an den Zustand der Trauben anpassen und daraus das Beste machen.
Die Lese muss zügig durchgeführt werden und viel Kellerarbeit ist momentan angesagt.
Zum Glück sind viele Helfer hier, die dafür sorgen, dass die Trauben auch nachts gepresst werden.
Für heute waren sieben Pressen angesagt. Noch ist man schwer am ackern und der Tag ist nicht vorbei. Zwei Pressen fehlen noch und einige Tanks müssen noch befüllt werden. Morgen gehts dann mit der Befüllung der ersten Fässer los.

Mittwoch, 24. August 2011

Tag Zwei bei Tarlant: Cuisine de Bernadette


Auch dieser Tag begann im Keller von Tarlant noch gemächlich. Reinigen war wieder angesagt. Zwischendurch mal wieder Trauben pressen.
Höhepunkt des Tages war das gemeinsame Mittag- und Abendessen.
Für das Wohlergehen der gesamten Mannschaft sorgt Bernadette mit ihren mehrgängigen Menues. Mal gibt es eine Quiche, mal ein Braten, immer Gemüse, immer der obligatorische Käse und immer wird ein leckerer Nachtisch serviert. Verhungern muss hier keiner.
Und verdursten dank des Champagners auch nicht.

Das Unternehmen Tarlant ist dabei so internetaffin, dass das Menue von Bernadette auch online gestellt wird. Auch über youtube, facebook, twitter, foursquare, etc. lassen sich die Fortschritte bei den Tarlants beobachten.

Dienstag, 23. August 2011

Lese in der Champagne hat begonnen

Ganz entspannt hat gestern die Lese in der Champagne bei Tarlant begonnen. Tarlant ist ein kleines feines und familienbetriebenes Weingut in dem am Hang gelegenen Ort Oeuilly.


Als erstes wurden gestern Vormittag rund 50 Flasche Champagner degorgiert. Alles handmade und mit viel Spass.
Im Keller wurden anschließend Tanks gesäubert, Schläuche gereinigt, erste Vorbereitungsarbeiten getätigt. Auch die ersten Meuniertrauben wurden schon am Nachmittag gepresst und Kisten in Akkordarbeit gereinigt.
Momentan ist es in der Champagne ziemlich warm, so dass die Ernte recht zügig erfolgen muss, damit die Gärung nicht schon vorzeitig beginnt.
Die nächsten 10 Tage versprechen in jedem Fall eine aufregende Zeit mit viel Champagner!