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Mittwoch, 23. April 2008

Traditionsbewusste belgische Fritten am St. Katelijne von Decorte

Mario Scheuermann gab letztens einen weisen Rat:
"drei dinge muss man gegessen haben: fritten in brüssel, pizza in napoli und curry in madras. kein tipp, eher ein muss: frittes an der place st.cathérine"
Napoli und Madras werden definitiv noch folgen, der Ratschlag für Brüssel konnte tatkräftig und prompt umgesetzt werden.Am St. Cathérine oder St. Katelijne Platz in Brüssel steht mittig platziert eine riesiger Wagen, der eher wie eine nostalgische Jahrmarktsbude aus dem vorletzten Jahrhundert aussieht als eine gewöhnliche Frittenbude. Genau dort werden aber herrliche knusprige belgische Fritten mit zahlreichen verschiedenen Saucen angeboten. Die kleinste Portion ist schon so groß, dass auch zwei Personen sich für 2 € daran satt essen können.
Patrick Decorte verkauft seine Fritten in fünfter Generation.
Wer sich diese traditionsbeladene Kost in Brüssel zu Gemüte führen möchte, sollte allerdings wissen, dass Decorte ein Schausteller ist und "seine Zelte" daher in regelmässigen Abständen an einem anderen Ort aufschlägt. Den "Tourneeplan" entnimmt man am besten seiner Internetseite, um nicht die köstlichen Fritten zu verpassen.

Montag, 21. April 2008

Fischstand deluxe am St. Katelijne in Brüssel

Egal, ob man morgens um 9 Uhr oder abends kurz vor Geschäftsschluss um 18 Uhr am Place Sainte Catherine vorbeikommt, immer stehen Scharen von Hungrigen und Durstigen am Noordzee-Stand an der Ecke zur Rue Sainte Catherine. Gierig verschlingen sie die wunderbare frische Bouillabaisse, fritierte Fische und trinken dazu entweder Champagner oder spanischen weißen Wein. Die Bouillabaisse ist besonders aromatisch und die in ihr verarbeiteten Fische sind einfach umwerfend lecker. Insbesondere überzeugte der Fisch durch seine Qualität. Man hatte manchmal gar den Eindruck, man esse keine Fischsuppe, sondern asiatische Hühnchensuppe.Um allerdings überhaupt etwas von den Köstlichkeiten abzubekommen, muss man sich bei den sonst sehr charmanten und fixen Damen und Herren vom La Mer du Nord lauthals bemerkbar machen.
Dies beherzigen die vielen Besucher und ordern fleissig bei Regen oder Sonnenschein kiloweise Fisch und literweise gut gekühlten Wein. Denn, wo könnte man wohl sonst besser Fisch essen als am alten Fischmarkt in Brüssel? Auf zur Noordzee!

La Mer du Nord (De Noordzee)

Rue Sainte Catherine 45,
1000 Bruxelles
Belgien

Das Lebeau soleil in Brüssel - Geigenbauer mit Sinn für Gastronomie

Brüssel ist nicht nur für Brüsseler Spitze, Pommes, Bier, EU-Institutionen und Schokolade berühmt. Auch das sonstige gastronomische Angebot ist in der belgischen Hauptstadt mehr als beachtlich und zieht zahlreiche internationale Besucher an.
Das kleine Café Lebeau soleil liegt in einer kleinen Nebenstraße etwas abseits vom Place du Grand Sablon und seinen zahlreichen Restaurants und Cafés. Fast könnte man an diesem Café vorbeigehen, weil man auf den ersten Blick nur eine Musikwerkstatt hinter den grossen Fensterscheiben erwartet. Dies wäre jedoch mehr als bedauerlich, da man so den amüsantesten und charmantesten Griechen Brüssels nicht kennenlernen würde.
Der griechische Geigenbauer, Werkstattbesitzer, Künstler und Gastronom Dir. Mir. Ioannis Kollias begrüsst und verabschiedet seine Gäste in seinem musikalischen Reich aufs Herzlichste.
Der Gast betritt zunächst eine Geigenbauer-Werkstatt, die im vorderen Bereich die fertigen und unfertigen Geigen auf den Drehbänken beherbergt.
Im hinteren Teil des Raumes kann es sich der Gast an den vielen kleinen Tischen gemütlich machen und neben zahlreichen Quiches, Salaten und Süssigkeiten, auch ein Glas Wein oder eine wunderbare Tasse tiefschwarzen Kaffee zu sich nehmen.
Nur eins darf man hier nicht erwarten: Ruhe und Zurückgezogenheit vom Brüsseler Treiben!
Vom ersten Moment an wird der Gast von Ioannis Kollias in Gespräche verwickelt, bekommt Spitznamen und hat nach zwei Minuten Aufenthalt im Lebeau Soleil das Gefühl, daß er Ioannis schon Jahre kennt. Genauso wird er dann aus diesem kleinen Paradies mit herzlichen Umarmungen auch verabschiedet.
Glücklich und zufrieden verlässt man die Werkstatt und ist sich sicher, daß man auch bei zukünftigen Brüssel-Besuchen von Ioannis aufs Herzlichste und Beste bewirtet wird.
Und nebenbei kann man auch bei Bedarf eine Geige bestellen, die dann mitten in Europa aus nordeuropäischem Holz von einem griechischen Geigenbauer hergestellt wird.
Europa par excellence!

Lebeau soleil
25-27 Rue de Rollebeek
1000 Bruxelles
Belgien

Die erwartet unerwartete 26. Art Brussels

Die 26. Art Brussels neigt sich heute dem gnadenlosen Ende zu.
Seit dem 18. April 2008 können auf dem Brüsseler Expo-Gelände an der Metro-Station Heizel/Heysel Galeristen, Sammler, Künstler und andere CONTEMPORARY ART - Begeisterte kaufen, Kontakteknüpfen und sich informieren, was gerade in der zeitgenössischen Kunst up to date ist.
In zwei riesigen Ausstellungshallen präsentierten sich 178 Galerien aus 25 Ländern mit Werken von über 2000 verschiedenen Künstlern.
Aus Deutschland waren immerhin 21 Galerien vertreten, unter denen sich auch die Berliner Galerien Upstairs Berlin, Buchmann, Conrads, Duvekleeman Berlin, Klemm's, Klara Wallner, Martin Mertens und Jan Wentrup befanden.
Neben grossformatigen Bildern von Anna Genger und Marisa Favretto präsentierte Upstairs Berlin auch Skulpturen von Anna Genger und Veronika Veit.

Auffällig war, dass beim Flanieren über die restlichen 177 Galerie-Stände das Thema Sexualität bei den zeitgenössischen Künstlern nur eine untergeordnete Rolle spielte und nur in krassen Ausnahmefällen, wie bei der Schweizer Galerie Groeflin Maag mit den Kunstwerken von Mickry 3 schlichtweg das Thema war.
Viele Kunstobjekte politisierten eher und setzten sich mit den diktatorischen und militärischen Problemen in der Welt auseinander. Dabei waren - wie könnte es anders sein - die einen forscher und die anderen etwas klassisch langweiliger. Die spanische Galerie ADN Galeria war eine derjenigen, die gewagter mit dem Thema Extremismus umgingen und eine Bin Laden Statue als John Travolta ausstellten. Die Still Stayin Alive Figur von Eugenio Merino gehörte zu den young Talent Ständen und wurde zweifellos häufig fotografiert.
Die ebenfalls spanische Galerie Carreras Mugica politisierte mehr auf eine ruhige und grossformatige Art mit seinem Künstler Juan Pérez Agirregoikoa.
Aus dem asiatischen Raum waren gerade mal eine japanische und eine indische Galerie vertreten.
Auch die indische Galerie Bodhi Art präsentierte auf einem grossen und dunklen Stand hauptsächlich Skulpturen, die sich mitunter auf eine besondere Art mit der indischen Kultur und den aktuellen indisch-pakistanischen Auseinandersetzungen beschäftigten.
Viele Kunstwerke waren jedoch einfach nur spannend wie die Skulptur Euphrosyne von Joana Vasconcelos, die von der französischen Galerie Nathalie Obadia vertreten wird.
Die Expo war wie erwartet auf ihre Art unerwartet. Der Messebesucher konnte von den vielfältigsten Eindrücken inspiriert die 26. Art Brussels verlassen und ob der zahlreichen verrückten künstlerischen Ideen verwundert und bewundernd den Kopf schütteln. Lässt sich nur den Galeristen und den Künstlern wünschen, dass die momentan wirtschaftlich angespannte Situation Sammler nicht von zahlreichen Erwerben abhält.