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Sonntag, 6. Juni 2010

Frische Eier und die 16. Brandenburger Landpartie

Endlich ein Wochenende, das auch seinen Namen verdient. Sonne, Sonne, Sonne und nochmals Sonne pur.
Was liegt da näher als ein Ausflug ins Grüne - verbunden mit einer kleinen Shoppingtour. Das Umland von Berlin ist agrar-technisch gut ausgerüstet. Überall sind Felder angelegt, auf denen es momentan grünt und blüht.Direkt an der Stadtgrenze an der B5 befindet sich der Hofladen Falkensee. Hier kann man Gemüse, Fleisch-, Wurst- und Käsewaren oder Obst kaufen. Direkt vom eigenen Feld quasi.Und wenn man Lust hat, kann man auch den Hennen beim Eierlegen zuschauen. Die Eier sammelt man zwar dann nicht selber ein, aber man kann sie im Hofladen ordnungsgemäss kaufen.Selber pflücken kann man allerdings gerne jeweils saisonabhängig Erdbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren. Am Sonntag bekommt man auch gerne ein Stück Kuchen mit Kaffee serviert und kann es sich im Hof gemütlich machen.
Die Selbsternte der Erdbeeren beginnt voraussichtlich am 10. Juni 2010.
Wie viele andere Höfe wird auch dieser an der 16. Brandenburger Landpartie am 12. und 13. Juni 2010 teilnehmen.

Hofladen Falkensee
Dallgower Straße 1
14624 Dallgow-Döberitz

Sonntag, 25. Januar 2009

Miyamo for kids!

Letztens lag eine email in meinem Postfach, über die ich mich sehr gefreut habe.
Schon seit längerem wurde leidenschaftlich getüftelt, geplant und organisiert.....und nun ist es soweit.
Das Unternehmen Miyamo ist auf die Beine gestellt worden.
Nicht nur Eltern werden begeistert sein. Auch Freunde, Verwandte und Bekannte von Kindern finden in diesem Shop wunderbare Geschenke, die nicht nur den Kindern Spass machen, sondern auch den Ansprüchen Erwachsener genügen.
Neben Rücksäcken, Taschen, Softspielzeug und Badezimmerbedarf, findet man auch eine andere ausserwöhnliche Idee: nämlich kindgerechte und in jedes Auto passende Kinder-Autositztaschen.
Und das beste ist. Alle Waren werden nicht irgendwo im asiatischen oder afrikanischen Raum produziert. Sie stammen direkt aus dem Herzen Berlins, von wo sie dann in die ganze Welt verschickt werden. Das nennt man einfach good local business worldwide!
Jedenfalls habe ich jetzt immer eine tolle Adresse, bei der ich für die immer grösser werdende Kinderschar in meiner Generation, tolle und individuelle Geschenke erwerben kann.
Danke, Miyamo!

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Namibia beim Markt der Kontinente 2008

Zwei Tage lang hatte die Deutsch-Namibische Gesellschaft e.V. am ersten Advent beim Markt der Kontinente 2008 im Ethnologischen Museum in Berlin - Dahlem die Möglichkeit, seine Projekte und Namibia von seiner besten Seite zu präsentieren.
Der Auftritt am AFRIKA Wochenende ist auf grosse Resonanz gestossen. Die zahlreich zur Verfügung gestellten Informationsmaterialien wurden von den Besuchern gezielt und gerne mitgenommen. Viele Fragen wurden gestellt, die sich nicht nur auf den Tourismus und konkrete Reiseempfehlungen bezogen. Zahlreiche schöne und spanne
nde Gespräche entwickelten sich.

Von erheblichem Interesse waren für die Standbesucher aber auch konkrete Informationen zum DNG e.V. und insbesondere zu seinen Sozialprojekten; vor allem die Unterstützung des Heimes für Strassenkinder „Maggie’s sunhouse“ in Katutura stiess auf grosses Interesse.
Die jüngeren, aber auch die junggebliebenen älteren Besucher, konnten im Rahmen des kleinen, eigenst für diese Veranstaltung konzipierten „Namibia-Quiz“, ihr Wissen über Namibia vertiefen bzw. sich für die Landschaft beim „Namibia-Memory“ begeistern. Wer mitmachte, dem winkten zahlreiche kleine Geschenke.
Auch am 2. und 3. Adventswochenende öffnet das Ethnologische Museum in der Lansstraße für den Markt der Kontinente. Thematisch liegt dann allerdings der Schwerpunkt auf Asien und Südamerika. Spannend und aufregend wird es an den kommenden Wochen im Museum allemal!

Samstag, 27. September 2008

Gordon Ramsay's plane food at Heathrow 5

Der Terminal 5 vom London Heathrow Airport hat zu Beginn seiner Inbetriebnahme viele negative Schlagzeilen erhalten.
Die Spannung war daher gross, dieses luxuriöse und architektonisch moderne Terminal live zu erleben.
Ein etwas längerer stopover-Aufenthalt auf dem Flughafen ermöglichte es, alle Ecken des Terminals 5 unter die Lupe zu nehmen.
Das Terminal zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass man bei Harrods, Tiffany, Bulgari, Mulberry, Longchamp, Gucci, Prada, Smythson, Dior, Kurt Geiger, Montblanc, Paul Smith, Sony und unzähligen weiteren Shops einkaufen kann.
Wenn man jedoch seine Zeit lieber bei einem guten Essen verbringen möchte, bietet der Terminal 5 dem Reisenden auch eine grosse Vielfalt an gastronomischen interessanten locations.
Hervorzuheben ist hierbei insbesondere Gordon Ramsay's plane food. Dieses Restaurant ist wohl das edelste am Heathrow airport, welches neben der normalen Mittags- und Abendkarte auch Frühstück und ein "doggybag" zum Mitnehmen ins Flugzeug anbietet.
Für diejenigen, die nur eine Viertelstunde bzw. eine halbe Stunde Zeit haben, bietet Chefkoch Nathan Johnson unter der Regie von Stuart Gillies ein schnelles 2-Gang oder 3-Gang-Menue für bis zu 20 Pfund.
Mein Wahl fiel auf ein schnelles 2-Gang Menue.
Als erster Gang wurde Lachs auf Spinat mit einer würzigen Senfsauce serviert.Ästhetisch angerichtet schmeckte das Gericht wunderbar, auch wenn der Lachs an sich etwas fad bis geschmacklos war. Zusammen mit der Senfsauce gewannen der Spinat und der Fisch an würzigem, leckerem Geschmack und verwandelte auch die separat knackig angedünsteten Möhren zu einem wohltuenden Lunch. Der Spinat zeichnete sich durch ein grosszügiges Muskataroma aus.
Dazu wurde mir ein britischer Wein gebracht. Und, tatsächlich, welch' Wunder! Er schmeckte hervorragend! Grossbritannien entwickelt sich wohl allmählich - "dank" Klimaerwärmung - auch zu einem Weinland.

Grossbritannien
Kent
Tenderden Estate
Chapel Down
Bacchus Reserve, 2005

Farblich ist der Bacchus im Glas gelbgrünlich-blässlich. Die Nase enttäuschte immens: Nichts....! Rein gar nichts öffnete sich der Nase.Dann tauchten aber am Gaumen plötzlich nicht erwartete Aromen auf: knackiger Pfirisch und Ananasaromen dominierten im Mund. Im Abgang blieb der Bacchus unerwartet lang in Erinnerung. Leichte, sich entwickelnde Grapefruitsäure, die jedoch nicht unangenehm auffiel, rundeten den Wein ab.
Im Grossen und Ganzen ein ordentlicher Wein, der hervorragend zum Lachs und Spinat passte.
Als zweiten Gang, in diesem Fall ein Dessert, wurde ein wuchtiger Brownie mit einer Vanilla-Eiskugel, Pecannüssen und noch mehr Vanilla-Sauce gebracht. Zu diesem kalorienreichen und definitiv nicht leichten Nachtisch war ein kleiner schwarzer Espresso genau das richtige flüssige Pendant. Unglaublich süss und unglaublich lecker.
So gestärkt kann man nun jedem Flug mit Freude entgegenblicken.
Ein genüsslicher Lichtblick am kulinarischen Airporthimmel.

Gordon Ramsay's plane food
Terminal 5
Wellington Road
Heathrow Airport
HOUNSLOW TW6 2GA

Reservations
T: 020 8897 4545
planefood@gordonramsay.com

Samstag, 19. Juli 2008

Fashion week im Corner und die Jagd bei Spesshardt's & Klein's

Die Welt rückt zusammen.
Insbesondere, wenn gerade in Berlin die Fashion week 2008 in vollem Gange ist und andere Happenings wie Galerieopenings das Strassenbild beleben.
Dann trifft man bei einem Cocktail im The Corner Berlin in Kooperation mit der VOGUE zu Ehren von Phillip Lim von einer blendend aussehenden Iris Berben über eine glitzernde Eva Padberg bis hin zu Susan Atwell die gesamte A-B-C- und eventuell auch eine Doppel D Prominenz. Mit der zahlreich vertretenen Presse, der neuen Kollektion von Phillip Lim und sexy Schuhen von Louboutin auf Tuchfühlung, macht man den Modezirkus mit Vergnügen mit, begutachtet die lebendige Fashionwelt und begeistert sich mit den internationalen Fachleuten für die neuesten Modetrends.

The Corner Berlin
Französische Str. 40
10117 Berlin


Genauso lebhaft, aber weniger presseintensiv widmete sich die Galerie Spesshardt & Klein der Jagd und dem Kugelfang.
Von einer VIP-Jagd ist hier aber weniger die Rede. Eher zeigt die Gruppenausstellung, die von Peter Lang kuratiert ist und Werke von insgesamt von 17 Künstlern zeigt, Impressionen zum Thema Jagd und Schusswaffen. Dabei werden vom röhrenden Hirschen auf Emaille von Moritz Götze bis zum Pistolenlauf der Walther I von Roland Boden oder der Detektor-Videoinstallation von Christine de la Garenne und die Kohlezeichnung von Christiane Klatt oder die Übung mit dem Nachsichtgerät von Via Lewandowsky die verschiedensten Jagdassoziationen gezeigt. Sozusagen zur Einstimmung auf die kommende Jagdsaison.
Dabei wird die Brutalität von Waffen, aber auch der vorhandene Unterhaltungswert von Schussspielen in Freizeitparks ("Battleships" von Christine de la Garenne) gnadenlos und ungeschönt vor Augen geführt.
Noch bis zum 30. August 2008 in der Galerie Spesshardt& Klein zu sehen.
Garantiert schussfrei.

Spesshardt & Klein
Jagd und Kugelfang
Rudi-Dutschke-Str. 18
10969 Berlin

Montag, 2. Juni 2008

Jin Lie's viele Gesichter

Im Jahr der sommerlichen und diesmal chinesischen Olympischen Spiele ist es in, China medial kontrovers zu zerreissen, wenn es sich um politische Fragen handelt, oder das Land zu hypen, wenn man den Wirtschaftsboom bzw. die Import-/Exportzahlen diskutiert. Es vergeht kein Tag in den Medien, an dem China nicht Thema ist, leider auch wegen furchtbarer Naturkatastrophen, die das Land momentan heimsuchen.
Noch bevor der gesamte Medienrummel um China losging, war der 1969 in der Provinz Shanxi geborene chinesische Künstler Jin Lie einer der ersten Künstler, den die Galerie upstairs berlin unter Vertrag genommen hat: wohlweislich das Potential, was in ihm schlummert, ahnend. Schon die ersten in einer Einzelausstellung Portraits for a White House 2004 in der Villa Grisebach Gallery präsentierten Bilder zeigten, in welche Richtung es bei Lie geht: Gesichter, Gesichter, Gesichter.
Am Anfang malte Lie noch in einer stürmischen Weise menschliche Gesichter. Man hatte den Eindruck, dass er mit dem Zeichnen die Menschen, die dahinterstecken, für sich selber erfassen wolle. Vielleicht um sie so besser zu verstehen oder aber auch nur, weil er von ihnen angetan ist. Die Strichführung ist noch hart und aggressiv.
Mit seiner seit dem 17. Mai 2008 eröffneten Einzelausstellung The Poetry of the Portrait in den Räumen der upstairs berlin Galerie zeigt sich Lie von einer gereiften und ruhigeren Seite. So als ob er allmählich in sich ankommt.
Schon seit langem war Lie von der Publikation The Poetry of the Protrait der deutsch-französischen Fotografin und Fotohistorikerin Gisèle Freund (1908 - 2000) begeistert. Das Buch wartete nur darauf, von Lie gezeichnet zu werden.
Auf insgesamt 32 kleinformatigen Ölporträts werden berühmte Persönlichkeiten gezeigt, die besonders verletzlich und nachdenklich wirken. Walter Benjamin, George Bernard Shaw, Hermann Hesse, Andrè Malraux, Simone de Beauvoir, Paul Celan, Ivan Illich, Henri Matisse, John Steinbeck, James Joyce, Virginia Woolfs Desk in the Garden, T. S. Eliot, Pierre Bonnard, Marcel Duchamp, Jean Cocteau, Jean Paulhan, Julio Cortázar, Arthur Koestler, Peggy Guggenheim und Herberr Read, Louis Aragon, The Hands of James Joyce, Pablo Neruda, Virginia Woolf, Colette, Le Corbusier, Elsa Triolet, Adrienne Monnier, Henry Miller, Jean-Paul Sartre und Frida Kahlo sind seine Modelle.
Schade ist eigentlich nur, dass das gemalte Buch nach Ende der Ausstellung in seine Einzelstücke verkauft wird. Vielleicht findet sich ja jemand, der die gesamte Serie aufkauft? Alle 32 Bilder würden sich auf einer Wand neben- und untereinander aufgehängt einfach fabelhaft machen!
Die einzelnen Ölgemälde sind noch bis zum 28. Juni 2008 in der Galerie upstairs Berlin zu sehen.

Jin Lie

The Poetry of the Portrait
Galerie upstairs berlin
Zimmerstr. 90/91
10117 Berlin

Sonntag, 1. Juni 2008

Franziska Holstein's PMFH

Die Kochstraße in Berlin, die in einem stadtbewegenden - zumindest bezirksbewegenden - Umbenennungsverfahren zur Rudi-Dutschke-Straße mutierte, lässt sich von dem 68er-Studentenführer nicht beirren, sondern schreitet mutigen Schrittes weiter seine Kunstrichtung. In die bisher am Abend und am Wochenende leeren Straßenzüge kommt Leben, wenn eine der zahlreichen Galerien ein Opening feiert.
Gestern abend war die Spesshardt & Klein Galerie 'dran.
Noch bevor man in die Galerieräume hineingehen konnte, standen schon zahlreiche Gäste - gut bewaffnet mit Getränken - smalltalkend vor der Tür. Durch die Menge kämpfend, eröffneten sich dem Besucher in dem hohen Galerieraum zwanzig auf Leinwand oder Papier gemalte Bilder der Künstlerin Franziska Holstein.
Holstein ist eine junge 1978 in Leipzig geborene Künstlerin, die für ihr post-graduate degree als Meisterschülerin bei Prof. Neo Rauch in die "Lehre ging". Aus der neuen deutschen künstlerischen Hochburg Leipzig ist sie daher auch nicht wegzukriegen. In Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen konnte man aber bisher sowohl in Leipzig, Berlin als auch New York ihren grossformatigen Bildern begegnen.
Auffällig ist, dass bei fast allen Kunstwerken der Eindruck entsteht, dass sie unfertig sind, oder dicke Spachtelmasse partiell herausgerissen wurde. In einem Teil des Bildes ist oft ein Gebrauchsgegenstand wie ein Fernseher, ein Diaprojektor, Blumentöpfe abgebildet. Diese sehr realistische Darstellung bzw. Fotografien werden aber gleich wieder durch verschiedenfarbige Übermalungen durchbrochen. Es entsteht eine Ähnlichkeit mit Wänden, von denen verschiedene einfarbige Tapeten herabgerissen wurden. Oder die Wand wurde einfach mehrmals übermalt, aber die Farbe reichte nicht aus, um alles eintönig zu gestalten.
Im Stil vollkommen anders sind dann aber Holstein's Bilder "Selbstgemacht", "Fachkunde für Maler" und "Unser Kind", die wie überdimensionale alte DDR-Buchumschläge aussehen. Gerade an diesen Bildern erkennt man aber auch, dass Holstein ihre Kinder- und Jugendzeit in der DDR aufarbeitet. Zumindest wird beim Betrachten der Bilder klar, dass nicht nur Neo Rauch einen unübersehbaren bleibenden Eindruck bei Franziska Holstein hinterlassen hat, sondern auch die DDR einen nicht zu negierenden Part ihres jungen Lebens darstellt. Mit und ohne Brüche, übermalt und untermalt.
Noch bis zum 6. Juli 2008 bei Spesshardt & Klein anzuschauen, zu erwerben oder einfach auch nur kontrovers zu diskutieren.

Franziska Holstein
PMFH
Galerie Spesshardt & Klein
Kochstraße (Rudi-Dutschke-Str.) 55-58
10969 Berlin

Samstag, 31. Mai 2008

David Jones künstlerische Welt der Polymorphismen

Die perfekten Sommerbilder. Gibt es die überhaupt? Die Antwort ist eindeutig ja, wenn man sich die farbenfrohen Bilder von David Jones ansieht, die gestern abend im Rahmen eines openings in der Galerie upstairs berlin den Besuchern vorgestellt wurden.
Der 1980 in London geborene David Jones präsentierte seine "biomorphen Abstraktionen" in seiner zweiten Einzelaustellung The Node: Body of Ciphers in der Berliner Galerie am Checkpoint Charlie.
Seine Bilder entsprechen genau dem Geschmack eines stylischen und modebewussten Publikums, das sich gerne die eine oder andere grosse, leere Wand mit einem grossen Farbtupfer schmücken möchte.
Aber die Bilder sind mehr als einfach nur wunderschöne Dekoration. Sie spiegeln das märchenhafte, mysthisch nicht Fassbare ebenso wie Elemente aus der Biologie, Chemie und Medizin wieder. Mal glaubt man Le Petit Prince von Antoine de Saint-Exupéry zu sehen, mal sieht man Korallen, Äste, Blumen und Tiere. Und dann wieder hat man das Gefühl in Meerestiefen zu tauchen, um einen Schritt später auf einer Blumenwiese stehen oder alles futuristisch aus dem All zu sehen.
Um dann noch eine Minute später festzustellen, dass alle ausgestellten Werke laut Titel Implosive Neuro Polymorphism, also Genvarianten sind. Man schüttelt verwundert den Kopf und ist begeistert. Und dann kommen noch die Materialen dazu, die das Besondere dieser Bilder ausmachen. Mit Lack, Acryl und Tinte wurde diese rätselhaften Formen und Strukturen auf Aluminium gezaubert. Glänzend clean und doch futuristisch entsprechen sie genau dem Lebensgefühl unserer Gesellschaft.
Noch bis zum 26. Juli 2008 sind die Werke der Ausstellung The Node: Body of Ciphers in der Galerie upstairs berlin zu sehen.

David Jones
The Node: Body of Ciphers
upstairs berlin
Zimmerstr. 90/91
10117 Berlin
vom 31.5. - 26.7.2008

Sonntag, 24. Februar 2008

Französische siesta mit Bellota-Bellota und dem spanischen goldenen Fan

Der Samstag hat sich in Berlin immer mehr zu einem Tag entwickelt, an dem halb Berlin unterwegs ist, um seine Wochenendeinkäufe zu erledigen. Die einen fahren in die grossen Einkaufszentren, die am Rande der Stadt aus dem Boden geschossen sind. Die anderen gehen wie eh und je in die Supermärkte in der Stadt. Und eine kleine beharrliche Gruppe kombiniert das Notwendige zusammen mit dem Laissez faire und kauft und geniesst zugleich in einem der vielen Gourmettempel Berlins. Zu Westberliner Zeiten kämpfte man in der "Fressetage" des KaDeWe um die besten Plätze am Austernstand, bei Lenôtre oder den Champagnertresen, um bei einem Glas flüssigem Gold sehen und gesehen zu werden.
Mittlerweile hat auch das Lafayette in der Friedrichstrasse von dieser Gewohnheit profitiert und seinen Gourmetbereich im Untergeschoss elegant ausgebaut. Neben russischen Piroggen, Blinis mit oder ohne Kaviar, delikaten Torten und Törtchen, Sushi und anderen Leckereien kann man nun auch weitere Delikatessen, die ausserhalb Frankreichs beheimatet sind, zu Gemüte führen bzw. seinen Hunger deluxe stillen.
Der wohl beste und teuerste Schinken, der produziert wird, hat daher seit letztem Jahr seine Heimat im Lafayette in Paris und Berlin gefunden: der Jamón Ibérico de Bellota von Bellota-Bellota.
Das besondere an diesem Schinken ist, dass dieser Schinken von Schweinen stammt, die frei laufend sich nur von Eicheln ernähren. Das führt dazu, dass der Schinken ein besonders würziges Aroma erhält. Diese Eichelmast wird hauptsächlich nur noch in Spanien und Portugal betrieben. Der Schinken ruht dann mindestens 30 Monate. Diese Geduld, die man bis zum Verkauf des Jamón Ibérico aufbringt, zahlt sich dann aber sowohl im Preis als auch im Geschmack aus.
Auf dem Teller im Lafayette des Bellota-Bellota Gourmettresens landet dann schlussendlich ein Schinken, der auf dem Gaumen aromatisch zerschmilzt. Die Assoziation eines würzigen Karamellbonbons ist in diesem Zusammenhang zwar absurd, aber dennoch naheliegend.
Allerdings ist bei Bellota-Bellota nicht nur der Schinken ein Traum, auch die verschiedenen salchichón und der würzige Käse zusammen mit einer speziellen angenehmen leichten Konfitüre entlocken rechts und links der Tresen ein glückseliges Hmmm oder Ahhhh!.
Und dazu ein frisches Glas spanischen Weissweins und der samstaglichen Einkaufshektik ist Adé gesagt!
Der zu dem kleinen Imbiss gewählte Fan D. Oro war eine vortreffliche Wahl, da er trotz seiner 13,5% vol. eine elegante Leichtigkeit bewahrt hatte, die wunderbar mit den würzigen Kleinigkeiten harmonierte.

Spanien
Ribera del Duero
Arzuaga Navarro
Fan D. Oro
100 % Chardonnay
2005, 13,5% vol.

Von der Farbe hat der Chardonnay ein zartes hellgelb.
In der Nase ist er dann sehr typisch aromatisch und weckt Assoziationen von tropischen Früchten wie Mango und Litchi mit einem Hauch Karamell auf buttrigem Toastbrot.
Am Gaumen ist der Fan dann ruhiger und brilliert mit seinem eleganten understatement. Die Frische des Weines kommt dann insbesondere durch die leichte mit Kräutern gewürzte Zitrussäure hervor.
Resumee der Wein-/Tapaskombination: perfect match!
Gesättigt, glücklich und zufrieden ob der genussvollen Vermeidung des samstaglichen Einkaufsstresses kann das Wochenende beginnen und der Erholung dienen!

Donnerstag, 10. Januar 2008

Weinrallye #7 stylish bib by hauswein

Das Jahr 2008 beginnt mit einem Weinrallye-Thema, zu dem wohl jeder sein statement abgeben kann. Peter und Andreas Kaul vom Kaulwein-Weblog stellten bei der Weinrallye # 7 eine Aufgabe, die der Genussmensch in der Regel jedoch nur zwiespältig angeht:

Alles außer Glas
“Trinkbare” Weine aus Tetra Pak, Bag in box und Co.

Lars Breidenbach vom schreiberswein machte genau den Knackpunkt dieser Verkostung aus. Auf der einen Seite gibt es bei jedem Discounter Weine im Tetra Pak, etc. Aber ob man tatsächlich dann die Lust hat, diese Flüssigkeit zu verkosten, ist eine ganz andere Frage.
Es muss also was ausgefallenes her.
Wie es der Zufall so wollte, bin ich vor kurzem durch einen Zeitschriftenartikel auf das kleine Unternehmen hauswein gestoßen.
Und wie es der Zufall weiter wollte, sitzt dieses Unternehmen auch zentral in Berlin und vertreibt von da aus seine sechs bag-in-box Weine über das Internet.

Und wie es der Zufall schlussendlich wollte, bin ich einfach dort vorbeimarschiert und habe einen provencalischen 2004 Syrah-Cabernet aus dem Hause Jerôme Quiot erworben. Mit einem praktischen Tragegriff auf der Rückseite der Box versehen, lassen sich die fünf Liter problemlos transportieren. Ausserdem ist der Kasten an sich auch noch ästhetisch, so dass man die Box nicht unbedingt verstecken muss.

Frankreich
Vin de Pays des Bouche du Rhône
Jerôme Quiot, Domaine Houchart
Syrah-Cabernet 2004

13 % vol.


Der Wein selber wird von hauswein als rustikal beschrieben.
Ein ausgefeiltes und exquisites Mehr-Gänge-Menue wäre wohl eher unangebracht gewesen, um den Genuss dieses Weines zu steigern. Da musste schon eher etwas Bodenständigeres her. Da lag es nahe, der Empfehlung von hauswein zu folgen und ein Ratatouille vorzubereiten, allerdings in der Variante mit leckerem Camargue-Reis und Lammfilets.

Um dem Thema Tetrapak & Co. noch ein wenig mehr Würze zu verleihen, gab es noch eine zusätzliche Verkostungsprobe - frei nach dem Thema, in welchem Glas schmeckt dieser bib-Wein am besten: im normalen Weinglas, im rustikalen dicken Weinpokal oder doch eher im profanen Wasserglas?


step 1: Das Wasserglas

Der Syrah-Cabernet hat im Wasserglas eine tiefe schwarzrote satte Färbung.
In der Nase ist der Wein allerdings verhalten, etwas Sauerkirschenarome umweht die Nase.
Am Gaumen werden die Sauerkirsche zusammen mit schwarzer Johannisbeere deutlicher - mit einer leichten buttrigen Note. Die angekündigte Pflaume ist für mich leider nur schwerlich und mit viel Phantasie auszumachen.
Beim Abgang ist der Alkohol stark bemerkbar.
In der Kombination mit dem Ratatouille und dem Lammfilets ist der Wein aus dem Wasserglas zunächst säuerlich. Nach etwa zwei Sekunden fängt die Kombination aus Essen und Wein jedoch am Gaumen zu harmonieren an. Der im Ratatouille vorhandene Knoblauch, die Zwiebeln, der Fenchel, die Aubergine, die Zucchini, die Tomaten und die Paprika - gewürzt mit Kräutern der Provence und Lorbeer - fangen die leichte Säure des Weines gut auf, so dass weder der Wein noch das Essen dominiert.


step 2: Der dickglasige und rustikale Weinpokal

Die Farbe des Weins ist in dem Pokal schlecht erkennbar, da das Glas an sich eine leichte Färbung hat.
In der Nase ist der Wein wieder etwa verhalten, bestimmte Aromen - wie Sauerkirsche - sind nur nach mehrmaligem wiederholten Riechen erkennbar.
Am Gaumen kommen dann die Sauerkirschen und die schwarze Johannisbeere wieder zum tragen, wobei der Alkoholgehalt in guter Balance ist.
Der Abgang ist dann zwar kurz, aber sehr angenehm.
Zusammen mit dem Lammfilet und dem Ratatouille war die Kombination etwas säuerlich, dann aber schnell sehr ausgewogen. Auffällig ist, dass der Alkoholgehalt bei dieser Glasvariante mit dem Essen zusammen stärker auffiel.


step 3: Das normale Weinglas

Bei dieser Verkostung konnte man die Farbe des Weins wieder erkennen. Und wie beim Wasserglas ist sie bei sattem schwarzrot geblieben.
In der Nase sticht stark der Alkoholgehalt hervor. Nach dem ersten Riechen kommen dann aber die Johannisbeeren- und Sauerkirscharomen hervor. Auch ein wenig Stachelbeere und sogar ein leichter Rosenduft umweht die Nase.
Am Gaumen dominiert dann wieder der Alkoholgehalt. Erst nach ein paar Sekunden umspielt auch das Sauerkirscharoma den Gaumen. Ein Hauch weisser Schokolade und Zitronenbonbon ist erahnbar.
Beim Abgang ist der Wein zwar wieder verhalten, jedoch ist er sehr sanft.
Die Kombination Ratatouille, Lamm und Wein aus Weinglas ist perfekt. Alles harmoniert miteinander. Sowohl die Säure und der Alkoholgehalt sind wohl ausbalanciert, als auch die Deftigkeit des Ratatouille ist gemildert.


step 4: summary

Ratatouille, Lamm, Camargue-Reis und Syrah-Cabernet aus der bib von Quiot passen hervorragend zueinander. Alles schmeckt und nichts stört. Allerdings sollte dann der Wein aus einem vernünftigen Weinglas getrunken werden.
Wenn man allerdings den Wein solo, d.h. ohne entsprechende Speisen, zu sich nehmen möchte, dann sollte man wohl lieber auf das Weinglas verzichten und einen dicken Weinpokal nehmen.
Auf das Wasserglas sollte man grundsätzlich verzichten, ausser man trinkt Wasser. Und das sollte man in jedem Fall tun.
Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass das bib-Prinzip nicht nur äusserst praktisch ist, weil man den Wein bis zu 3 Monate nach Öffnung des Zapfhahnes aufbewahren kann. Auch stört der Plastik-bag das Aroma des Weines nicht im mindesten. Der Wein hätte genauso auch aus der Flasche stammen können.
Der Sommer mit seinen Grillabenden kann kommen!

Sonntag, 9. Dezember 2007

la fraise rouge

Der Gang über die Weihnachtsmärkte ist gerade in der schneearmen Vorweihnachtszeit Pflicht, um sich ein wenig in weihnachtliche Stimmung zu bringen. Gerade der Geruch von Zimt, Glühwein und Tanne vermittelt einem ein wenig die Illusion, dass bald der Weihnachtsmann vor der Haustür steht und Geschenke bringt.
Und ungewöhnliche und einzigartige Geschenke kann man gerade auf Weihnachtsmärkten in Berlin wunderbar finden.
Ein kleiner, aber feiner Markt, der nicht nur die Nachbarschaft, sondern auch Besucher aus anderen Bezirken begeistert, ist der alljährlich stattfindende Weihnachtsmarkt am Mexikoplatz in Zehlendorf.
Viele Künstler und Handwerker bieten hier ihre Waren an. Den sonst üblichen kommerziellen Kram wird man hier kaum finden.
Der Markt wird daher von individuellen Jungunternehmern genutzt, um ihre sonst nur über das Internet erhältlichen Waren einem breiteren Publikum anzubieten.
Eine dieser, wie von der heutigen Welt am Sonntag bezeichneten Minifirmen, ist la fraise rouge der beiden Berliner Designerinnen Manuela Tesic und Ariane Dykiert. Die märchenhaften Taschen, Shirts, Bodies, Spieluhren, Schesel (ein Stofftiermix aus Schaf und Esel), Kissen und vieles andere Nützliche für Baby, Kind und Mutter werden von den beiden attraktiven jungen Damen in Eigenregie hergestellt und weltweit - zumeist über das Internet - verkauft. Und diese Weihnachten eben auch auf dem Weihnachtsmarkt am Mexikoplatz.
Und weil alles in liebevoller Handarbeit hergestellt wird, können und sollen Kunden auch eigene Wünsche äussern. So erhalten Geschenke für die Liebsten - verziehrt mit dem Namen - einen persönlichen Zug. Das ist doch mal ein individuelles Geschenk! So läuft der liebe kleine Nachwuchs nicht mit den selben und in den selben Sachen herum wie alle anderen!

Konditorei Auguszt

Es ist nicht schwierig in Budapest eine Konditorei oder ein Café ausfindig zu machen, in der man seine Energiereserven in Form von kalorienhaltigen Leckereien auftanken kann.
Ein kleiner Geheimtip ist jedoch die Auguszt cukrászda, die etwas abseits der üblichen Touristenwege im II. Bezirk, versteckt hinter einem großen Einkaufszentrum liegt. Die Konditorei existiert schon seit 1870 und bietet seine Köstlichkeiten nicht nur zum Ausserhaus-Verkauf an. In der zweiten Etage kann man auch ganz gediegen und in herrschaftlichem Ambiente die phantastischen Torten und andere sündhaften Kleinigkeiten essen und sich wie zu Kaisers Zeiten fühlen.
Besonders zur Weihnachtszeit finden die Bejgli, für die die Konditorei berühmt ist, reissenden Absatz. Bejgli sind Teigrollen, die entweder mit einer Mohn- oder Walnussmischung gefüllt sind und traditionell zum Weihnachtsessen serviert werden.
So ist es nicht unwahrscheinlich auch mal eine ungarische Prominenz in dem Laden zu treffen, die sich gerade zur Weihnachtszeit mit den Hausspezialitäten eindeckt. Wenn man denn die Stars der ungarischen Szene erkennt.....

Auguszt cukrászda
1024 Fény utca 8
Budapest
www.augusztcukraszda.hu

Freitag, 7. Dezember 2007

Kunstmarkt im Iparművészeti Múzeum

Wie auch in anderen europäischen Städten haben auch in der Vorweihnachtszeit die Kunstmärkte auf den Strassen und in den Museen Budapests Hochkonkjunktur.
Ein besonders grosser und angesehener Kunstmarkt öffnete heute im Kunstgewerbemuseum Budapests und wird noch bis Sonntag (07.12. bis 09.12.2007) den Besuchern von 10 bis 17 Uhr Gelegenheit geben, das eine oder andere Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Neben unzähligen mehr oder weniger hübschen oder nützlichen Sachen, kann man auch der im grossen Atrium aufgeführten Musik samt Gesang lauschen und dabei leckere Kuchen oder andere Teilchen mit Kaffee verdrücken.
Die zum Verkauf angebotenen Sachen umfassen u.a. Kleidung, Schmuck, Porzellan, Taschen, Kopfkissen, Weihnachtsschmuck und alle möglichen anderen Sachen und Nippes, die nicht unbedingt jedermanns Geschmack sind.
Und wenn man vielleicht nicht fündig wird, kann man sich einfach das architektonisch beeindruckende Museum anschauen, in dem in der ständigen Ausstellung Möbel, Kunst, Geschirr und religiöse Gegenstände sämtlicher Epochen ausgestellt werden.
Das Museum selber wurde 1896 im Jugendstil von Ödön Lechner erbaut und gilt als eines der schönsten öffentlichen Gebäude Budapests.
Gerade bei diesem Gebäude wird besonders deutlich, dass die türkische Zeit gravierende Spuren in Ungarn hinterlassen hat, die sich insbesondere in der hellen, luftigen und zierreichen Architektur bemerkbar gemacht haben.
Es leben die türkisch-persischen Wurzeln Ungarns!

Iparművészeti múzeum
Budapest, IX,
Üllői út 33-37

Sonntag, 2. Dezember 2007

Kulinarischer Ausflug nach Sardinien

Milena Agus Buch "Die Frau im Mond" regte mich an, mich näher mit der italienischen Insel Sardinien zu beschäftigen. Insbesondere die kulinarische Seite interessierte mich, da meines Erachtens gerade die Küche einen wichtigen Schlüssel zu einer Region darstellt.
Viele hervorragende Weine werden auf der wenig beachteten Insel produziert und die Küche ist herzhaft und deftig. Man könnte auch sagen, die sardische Küche ist bodenständig und ehrlich. Besonders wichtig ist es daher, Lebensmittel von hervorragender Qualität zu benutzen, damit gerade der den Produkten innewohnende eigene Geschmack sich beim Kochen voll entfalten kann.
In Deutschland sind typisch sardische Lebensmittel etwas schwieriger zu erwerben, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die gut sortierte Salumeria von Pino am Stuttgarter Platz in Berlin hilft da einem schon weiter.
So kann man da neben dem Pecorino Sardo und sardischem Wein auch ein typisches Trockenbrot, das Pane Carasatu von Giulio Bulloni von der Insel erwerben. Den gesalzenen Brotfladen kann man dann entweder pur zum Essen anbieten oder auch nach Belieben weiterverarbeiten.
Zum Einsteigen in die sardische Küche ist das Zubereiten von Culingionis (auch culurgiones oder culurcones genannt), eine Art von Ravioli mit einer Käse-Kartoffel-Füllung, perfekt. Zu der dazu zubereiteten leichten Tomatensauce passt ein Costera von Argiolas hervorragend, der aus der Traube Cannonau gekeltert wird. Die Traube wird in Frankreich auch Grenache noir oder in Spanien Garnacha genannt.

Italien, Sardinien
Argiolas
Costera 2003
Cannonau di Sardegna DOC, 13,5 % vol.

Die Farbe des Weins geht fast ins schwarzrote und ist sehr intensiv.
Das Bouquet ist zu Beginn sehr verhalten. Nach einer Weile kommen dann aber die erdbezogenen Töne gemixt mit Johannisbeere hervor. Spannend wird's nach dem dritten Riechen....plötzlich hat man Assoziationen von Äpfeln und Litchi! Seltsam, wenn man gerade an einem roten Wein riecht, es ist aber durchaus nicht unangenehm.
Am Gaumen ist der Wein dann rund und intensiv im Geschmack. Leichte Tannine und ein leises Holzaroma geben dem Wein den nötigen Charakter, ohne jedoch den Beerengeschmack, der in Richtung Blaubeere geht, zu unterdrücken.
Der Abgang ist dann lang, hat aber wenig Überraschungen auf Lager.
Vermutlich liegts daher auch daran, dass dieser Wein als Einsteiger-Wein gilt. Und dennoch ist er ein hervorragender Essenbegleiter, der sich nicht aufspielt, sondern sich bescheiden dem Essen anpasst.
Der kleine sardische Abend war dank des angenehmen Weins und der Culingionis ein voller Erfolg und ermutigte einen, sich auch in Zukunft mit den regionalen kulinarischen Genüssen Sardiniens zu beschäftigen.

Freitag, 23. November 2007

Mme. Gaborit bringt Bachelet ins Lafayette

Das Lafayette in Berlin profiliert sich immer mehr im Gourmetbereich, in dem das Unternehmen das Beste vom Besten aus Frankreich nach Berlin importiert und präsentiert.
Diesmal ist die junge und prämierte Käsefachfrau des Jahres 2007 (XXIIIème concours national du Meilleur Ouvrier de France catégorie Fromagers - M.O.F.) Laetitia Gaborit vom 22. bis zum 24. November 2007 eingeladen.
Sie hat mit ihrem Assistenten mehrere Schafs-, Kuh- und Ziegenkäsesorten des Produzenten Gabriel Bachelet mitgebracht. Bachelet ist seit 1981 Käsehersteller in Pau, der Hauptstadt von Béarn (Frankreich) und hat sich auf das Verfeinern - das Affinieren - von Käse spezialisiert.
Der Gabiétou ist zum Beispiel ein weicher und milder Kuh- und Schafskäse, der aus den westlichen Pyrenäen stammt. Der Käse ist im Mund zartschmelzend mit einem leicht karamelligen und nussigen Aroma. Gerade die hellbraune bis goldgelbe Rinde, die in Salzlösung gewaschen wurde, erinnert beim Zubeissen stark an Haselnüsse. Der Gegensatz zwischen dem nussigen und dem cremigen, butterigen und karamelligen Innenleben des Käses ist äusserst spannend und beruhigt die Geschmacksnerven.
Dagegen ist der Tomme d'Aydius - ebenfalls von Bachelet und aus den Westpyrenäen stammend - ein eleganter und doch sehr würziger Ziegenkäse. Auch dieser Käse hat ein hellbraune Rinde, die in einer Salzlösung gewaschen wurde. Allerdings hat er - wie Mme Gaborit ankündigte - eine sehr fruchtige Note. Gerade dieses Aroma ist jedoch im Gegensatz zum Gabiétou sehr appetitanregend und daher wohl weniger zum Abschluss einer Mahlzeit geeignet.
Die von Mme. Gaborit vorgestellten Käsesorten erweitern - wenn auch nur für kurze Zeit - das reichhaltige Käseangebot der Galeries Lafayette auf exquisite Art und Weise. Weitere Gastspiele und längere Aufenthalte von Bachelet-Käse sind in Berlin wünschenswert!

Freitag, 9. November 2007

Vino fino, Carlos Steinmetz und seine süd- und mittelamerikanischen Weine

Wie es der Zufall so wollte, sollte ich mich in ein Berliner Gewerbegebiet verirren, um einen exotischen Weinhändler aufzusuchen. Am Salzufer entlang im Regen laufend fand ich das begehrte Objekt vino fino.
Statt eines Weinhandels mit Publikumsverkehr erwartete mich ein verstecktes Büro in dem Herr Carlos Steinmetz sass. Nach einer unsicheren Begrüssung meinerseits kam man denn schnell auf vertrautes Terrain und unterhielt sich über Wein und die deutsche Weinszene. Das Erwerben des Weines, weswegen man überhaupt den weiten Weg auf sich genommen hatte, verkam schnell zur Nebensache.
Faszinierend ist nicht nur das Weinangebot von vino fino. Wer einen exotischen Wein aus Südamerika sucht, ist hier genau richtig. Weine aus Chile, Argentinien, Brasilien und gar Mexiko werden hier in einer Preisklasse zwischen 3 € und 32 € angeboten, die in der Spitzengastronomie locker mal das 5- bis 10-fache kosten. Sortiert nach Ländern, Weinreben, Weintyp und Preisklasse wird man schnell fündig. Hinzu kommt die fachmännische Beratung von Herrn Steinmetz, der seinen Beruf nun seit über 15 Jahren in Berlin ausübt und äusserst zuvorkommend und charmant ist. Auch wenn er nicht unbedingt darauf eingestellt war, dass man ihn in seinem Büro aufsuchte.
Obwohl damit gerechnet werden musste. Immerhin wurde just am gleichen Tag im Tagesspiegel in dem Artikel Wein des Monats mit dem bei Vino Fino erhältlichen argentinischen 2005 Chañarmuyo Estate Cabernet Sauvignon/Cabernet franc geworben.
Unbeeindruckt hiervon kam in meinen Kasten ein Trapiche Broquel Malbec 2005 und ein Finca Montana Sangiovese 2006....beides aus Argentinien....aber dazu später.....

vino fino
Salzufer 16
10587 Berlin
Tel. +49.(0)30.39039066
www.vino-fino.de


Mittwoch, 31. Oktober 2007

Mariage frères und Ladurée in Berlin

Berlin ist um zwei wunderbare Luxusmarken reicher geworden:
Mariage frères und Ladurée!

In der Galeries Lafayette in Berlin kann man seit kurzem die exklusiven und feinen Teesorten des Pariser Teehauses Mariage frères erwerben. Zwar hat der Stand im Lafayette nicht unbedingt den extravaganten und urigen Charme des Teehauses im Marais-Viertel. Aber das tut der Freude, endlich die wunderbaren Teesorten auch in Berlin kaufen zu können, keinen Abbruch.
Die Familie Mariage handelt schon seit Jahrhunderten mit Tee und legte besonderen Wert auf die hohe Qualität ihrer Produkte. 1854 gründeten die Brüder Henri und Edouard Mariage in der Rue Bourg-Tibourg in Paris die Mariage Frères tea company, nachdem ihre Vorfahren schon seit etwa 1660 Handel mit Produkten aus Persien, Ostindien und Madagascar betrieben.
Im Stammhaus in der Rue Bourg-Tibourg kann man seitdem die besten Teesorten und Teeaccessoires erwerben und im angeschlossenen Teemuseum die Geschichte des Tees nachvollziehen.
Ladurée hat in der Galeries Lafayette in Berlin gleich ein ganzes Café in mintgrüner Farbe eingerichtet. Hier kann man wunderbare Macaron Ladurée auf napoleonischen Stühlen sitzend genüsslich verschlingen. In diesen Genuss des 1862 in Paris gegründeten Teesalons kommt man ansonsten nur in Paris, London, Genf oder Monaco. Demnächst wohl dann auch in New York.
Was ist an diesen Makronen so besonders? In zwei zarte und knusprige Makronenscheiben ist eine göttliche, zartschmelzende Creme gefüllt. Die von mir probierten Makronen mit Roten Früchten, Rosenblätter, Zitrone, Vanille und Schokolade waren unbeschreiblich lecker und sind definitiv mehr als nur eine Sünde wert.

Galeries Lafayette
Friedrichstraße 76-78
10117 Berlin
www.lafayette-berlin.de

Mariage Frères
30 rue du Bourg-Tibourg
Paris 4e
Tel.: +33.(0)1.42722811
www.mariagefreres.com

Ladurée Royale
16, rue Royale
75008 Paris
Tel. +33.(0)1.42602179
www.laduree.fr

Samstag, 15. September 2007

Flanieren durch die Westcity

Mit offenen Augen bin ich durch die Gegend um den Kurfürstendamm gelaufen und staunte nicht schlecht, wie schnell und wieviel sich geändert hat.
Seit eine vermeintliche Religionsgemeinschaft in die Meineckestraße gezogen ist, ziehen offensichtlich immer mehr Gewerbetreibende weg. Die einst so schöne Strasse mit den eleganten Häusern verkommt, ähnlich wie die nahegelegene Fasanenstraße. Kaum ein Laden ist noch vermietet. Wenn das wunderschöne Literaturhaus mit dem traumhaften Café nicht wäre, sähe es auch um diese Strasse mehr als düster aus. Ein wenig gelassener sieht es in der Gegend um das Festspielhaus in der Schaperstrasse aus. Insbesondere, wenn mal wieder das Internationale Literaturfestival mit den hochkarätigen Schriftstellern ein starker Magnet ist.
Eigentlich grenzt es an einen Suizidversuch, sich am Samstag ins KaDeWe zu begeben, da man den Eindruck hat, dass jeden Moment das Kaufhaus wegen Überfüllung geschlossen werden müsste. Auf der anderen Seite, wo sieht man sonst noch japanische Touristengruppen, spanische, italienische, skandinavische, amerikanische Berlinbesucher neben alteingesessenen Westberlinern, die begeistert zwischen Lenôtre, Veuve Clicquot und der imposanter Käsetheke flanieren?

Freitag, 7. September 2007

Taurus Roble 2004 aus dem Do Toro

Bei meinem spanischen Großhändler "Mitte Meer" vis-a-vis zum neuen Berliner Hauptbahnhof in der Invalidenstraße habe ich neben meiner obligatorischen "Großpackung" Olivenöl und einem Familienglas Kapernäpfel nicht widerstehen können, auch eine Flasche Wein mitzunehmen. Mitte Meer bietet eine kaum zu überblickende Vielzahl von spanischen Weinen der verschiedensten Preisklassen und Mengen an. Ohne mich groß in spanischen Weinen auszukennen, lachte mich der "Taurus Roble" 2004 aus dem Do Toro für 5,91 € an.
Zu Hause angekommen, habe ich schnell in meinen Guía Penín geschaut, ob was zu meiner Erwerbung vermerkt ist. Da ich leider nur eine Ausgabe des letzten Jahres zur Hand hatte, ist zu dem 2004er nichts zu lesen gewesen.
Der 2003er wurde aber immerhin mit 85 Punkten bewertet. Der Taurus besteht aus 100% der Rebsorte "Tinta de Toro" und wird von dem Unternehmen Familia Belasco der Gruppe Navarra in Pedrosa del Rey hergestellt.
Die Bewertung des 2003er Jahrgangs gab mir Hoffnung, dass vielleicht auch der 2004er entsprechend gut ist.
Der Wein wird in Barrique ausgebaut und hat voluminöse 14% Vol.
  • Im Glas hat der Wein einen rubinroten Farbton, der leicht ins Viollette übergeht.
  • In der Nase dominiert Pflaume und ein leichter moosiger Geruch, der jedoch nicht muffig ist, sondern an frisches, feuchtes Moos erinnert.
  • Am Gaumen enttäuscht dann der Wein, da er nicht wie versprochen einen langen und intensiven Abgang hat, sondern eher -trotz des hohen Alkoholgehalts- kurz und wässrig ist. Momentan übertrumpfen die Tannine das Brombeer- und Fruchtaroma. Mit der Zeit kann der Wein jedoch an intensiverem Aroma gewinnen und eine ausgleichende Balance finden.

Donnerstag, 19. Juli 2007

Marzahn, Russland und Wassermelonen

Etwa 20 Min. Autofahrtzeit von der Leipziger Strasse in Berlin entfernt ist man plötzlich in einer ganz anderen Welt. Ist es noch Deutschland? Hm....das weiss man nicht so recht.
Jedenfalls sind die Strassenschilder noch deutsch und der eine oder andere Lidl-, Aldi- oder Normamarkt blitzt zwischen den Hochhäusern hervor. Wo bin ich ich gelandet? In Berlin - Marzahn! Und zwar in der Jan-Petersen-Str. 18 vor dem russischen Supermarkt Mix-Markt.
Schon vor dem Eingang des Geschäfts fühl' ich mich nach Russland versetzt. Nicht gerade ins Stadtzentrum von Moskau, aber vielleicht an den Stadtrand oder in eine Kleinstadt. Riesige Wassermelonen türmen sich vor dem Eingang und alte Männer mit Gold statt Zähnen im Mund geniessen die Sonne auf den Bänken! Im Supermarkt selber sucht man vergeblich die Produkte von Nestle, Barilla, Bahlsen oder Müller! Stattdessen kommt in den Einkaufswagen polnischer Quark, russischer Buchweizen, russisches Salz, gaaaanz viel russische gezuckerte Kondensmilch, russische Mayonnaise, russisches Schwarzbrot, Rote Beete etc. Bei Bedarf kommen dann noch gesalzener getrockneter Fisch, Moosbeerensaft und Suschki in den Korb.
Zwischen den Gängen hört man die Leute russisch reden und ganz selbstverständlich kassiert die Kassiererin auf russisch ab: Sowohl in sprachlicher Hinsicht als auch abrechnungstechnisch! Der erhaltene Bon mit der zu zahlenden Gesamtsumme gleicht einem Code, den man erst nach intensivem Studium entziffern kann. Aber das Ergebnis stimmt wohl....und wenn nicht, naja, dann stellt man sich vor, dass man gerade einen Ausflug nach Russland unternommen hat. Und schon kommt sowas wie ein Heimatgefühl und Urlaubsstimmung auf!