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Samstag, 24. Oktober 2009

Bruce Wilson veröffentlicht Traveller

Bruce Wilson, schottischer Musiker, derzeit in Berlin, veröffentlicht am 2. November sein Album Traveller.
Die elf Stücke des Albums demonstrieren die gesamte Bandbreite des Musikers. Von der Ballade bis zum eingängigen Pop-Song, vom musikalischen Experiment bis zu Rock.
Auf www.brucewilson.net kann man sich einen ersten Eindruck verschaffen. Der Weltenbummler Wilson hat auf Traveller seine musikalischen Einflüsse und die Erlebnisse seiner vielen Reisen einfließen lassen. Traveller wurde von Bruce komponiert und produziert und von bekannten Musikern der Berliner Szene eingespielt. Bruce Wilson hat darüber hinaus viele Instrumente selber gespielt.
Verlegt wird Traveller beim Berliner Label und Tour-Management think music.

Samstag, 25. Oktober 2008

Breakfast, culture & Adria house in Edinburgh

Ei auf vier verschiedene Arten mit gebratenem Speck, baked beans, Tomaten, Würstchen, HP-Sauce, Orangensaft, Tee, Toastbrot mit Orangenmarmelade, Porridge und Corn Flakes.So ungefähr sieht ein Frühstück auf unserer britischen Nachbarinsel aus und so gesättigt kann man in den Morgen starten, wenn man in einem Guesthouse in Edinburgh übernachtet.
Und das Beste ist: Die Übernachtung ist auch noch verhältnismässig billig und man fühlt sich nicht wie ein Fremdling in einem unbekannten Universum, sondern taucht als eine Art Heimischer in die britische Umgebung sofort ein. Quasi, als ob man zu Besuch bei Freunden ist.So ungefähr kann man das Gefühl beschreiben, wenn man im familienbetriebenen Adria House am malerischen Calton Hill in Edinburgh absteigt. Nicht nur das Gebäude ist historisch eindrucksvoll, auch die Zimmer sind persönlich eingerichtet.
Schwere massive antike Möbel, die mit modernen Möbeln kombiniert werden, zeugen davon, wie die Gastgeber britische Tradition mit der Gegenwart verbinden möchten. Die Zimmer werden jeden Tag gründlich geputzt und zur Erfrischung steht ein Wasserkocher bereit, mit dem man den bereitgestellten Tee oder Kaffee im Zimmer zubereiten kann.
Zur allgemeinen Verfügung steht ein Laptop mit Internetanschluss in dem wunderschönen Wohnzimmer, das den wunderbaren britischen Charme der 20er Jahre ausstrahlt.
Der einzige kleine Nachteil ist, dass nur die Hälfte der Zimmer über ein eigenes Bad verfügen. Die restlichen Gäste müssen sich die Bäder auf dem Gang teilen. Aber das stellt kein grosses Hindernis dar, da ausreichend grosse und schöne Bäder zur Verfügung stehen und diese immer aufs Gründlichste gereinigt sind. Es ist eben wie zu Hause. Denn da hat man ja auch nicht unbedingt im Schlafzimmer noch ein Bad, sondern muss über Flure aufs Örtchen gehen. Ausserdem ist im Zimmer eine Waschbecken vorhanden, so dass man nicht für jedes Händewaschen gleich ins Bad rennen muss. Sehr praktisch.
Spätestens am Morgen beim Frühstück, wenn man freundlichst von den Gastgebern begrüsst wird, ist diese kleine Unbequemlichkeit schon Vergangenheit und man freut sich auf einen wunderschönen Tag in der zauberhaften Stadt Edinburgh.

Adria House
11-12 Royal Terrace
Edinburgh, EH7 5AB,
Scotland, U.K.
Tel.: +44 (0) 131 556 7875

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Luxury Tower Lunch

Der Besuch eines Museums hat selten den Zweck, allein das Museumsrestaurant aufzusuchen. Meist sind dort keine kulinarischen Höhenflüge zu erwarten.
Anders ist die Lage jedoch im Tower Restaurant im National Museum of Scotland in Edinburgh.
Das Restaurant im Turm des Museums wird sowohl mittags als auch abends weniger von Museumsgästen frequentiert als von denjenigen gerne besucht, die in eleganter Atmosphäre mit Blick über die Stadt einfach sehr gut essen wollen.
Luxury Edinburgh bezeichnete das Restaurant als "one of the hottest tickets in town".
Und da ist wohl auch was dran.
Nicht nur die warme Ausstattung in violetten Farben, mit Holz und Mosaik gemixt spricht das ästhetische Empfinden an, sondern auch der servierte Lunch.
Und angeboten wird nicht nur à la carte, sondern auch ein 2 Gänge-Menue zur Mittagszeit für £12,95.
Als erster Gang wurde ein leckeres duck confit gebracht. Auf einem Mix aus u.a. Gurken, Schalotten, Tomaten und Kapern thronte das frittierte Enten-Confit mit saftigen Kapernäpfeln. Obwohl die Ente etwas trocken war, schadete dies dem Essen gar nicht. Der lecker gewürzte Rohkost-"pie" gab dem Entenconfit die nötige Saftigkeit.
Dazu gab es ein Glas südafrikanischen Chenin blanc.
Südafrika
Stellenbosch
Jordan
Chenin Blanc, 2007

Farblich war der Chenin blanc hellgelb. In die Nase strömten Aromen von Vanille, Nelken und einem riesigen dicht bewachsenen Blumenfeld. Am Gaumen dominierten typisch südafrikanisch und typisch "barrell fermented" die Vanille-, Karamell- und Honigaromen. Ein wenig erinnerte der Wein an Pudding, der mit einer angenehmen pfeffrigen Citrussäure gemixt ist. Dies gab dem Wein eine schöne Leichtigkeit.
Der Wein und die Kapern ergänzten sich hervorragend, da der Wein die Säure der eingelegten Kapern milderte und trotzdem aromatisch nicht einknickte. Lecker, lecker, lecker.
Als zweiter Gang wurde ein Spiced mince (Gehacktes mit asiatischen Gewürzen und einem Mango-Chutney) serviert.
Das Chutney hatte eine anregende Süsse und Schärfe und war mit Chili, Rosinen, Kardamom und Mandeln gewürzt.
Als Ergänzung gab es einen Rühreifladen, den man aber auch getrost hätte weglassen können.

Insgesamt war der Eindruck vom Lunch, dass das Essen definitiv keine mediterrane Leichtigkeit, sondern eine interessante europäisch-asiatische crossover-Komponente besass, die sehr sättigend war.
Ansonsten ist anzumerken, dass die Bedienung angenehm unaufdringlich aufmerksam war. Verschiedene Brotsorten standen zur Auswahl und es war kein Problem eine Karaffe Leitungswasser zu bestellen. Die Weinliste ist zwar übersichtlich, aber gut sortiert und präsentiert auch eine schöne Auswahl an deutschen Rieslingen.
Kein Wunder, dass laut Internetseite vom Tower neben J.K. Rowling u.a. auch Sean Connery und Catherine Zeta Jones dort verköstigt wurden.
Man ist quasi in guter Gesellschaft im Tower.

TOWER RESTAURANT
MUSEUM OF SCOTLAND
CHAMBERS STREET
EDINBURGH
EH1 1JF
Tel: +44 (0) 131 225 3003

Sonntag, 28. September 2008

Rowling and The Elephant House

J. K. Rowling. Das ist ein Name, den wohl mittlerweile jeder kennt. Egal, ob man nun ihre Bücher um den Zauberjungen Harry Potter gelesen hat oder nicht.
Und auch ihre ebenfalls zauberhafte Geschichte um den Aufstieg von der "Sozialhilfeempfängerin" zu einer der wohlhabendsten Frauen der Welt, dürfte ebenfalls nicht unbekannt sein. Zuletzt machte sie Schlagzeilen mit einer 1-Million-Pfund Spende an den britischen Premier Gordon Brown und seine Labour Party.Den Anfang ihrer märchenhaften Karriere hat die Autorin allerdings nicht als Mäzenin der britischen Politik, sondern als Sozialhilfeempfängerin in einem kleinen Coffeeshop in der George IV Bridge in Edinburgh gemacht. Unter anderem im The Elephant House sass sie der Legende nach und schrieb fleissig an ihrem Buch, für das sie noch keinen Abnehmer hatte.
The Elephant House ist zentral in der Nähe vom City chamber gelegen und ist ein charmantes Café, in dem man nach Coffeeshop-Manier seinen Kaffee, Tee, etc. mit Bagel oder Brownie an der Theke holt und sich dann im hinteren Teil an grossen Tischen entweder in Elefantensesseln oder auf normalen Stühlen gemütlich macht.
Den Tee schlürfend hat man aus den grossen Fenstern einen wunderbaren Blick auf das auf dem Hügel gelegene Castle. Der Blick ist einfach umwerfend und man kann nachvollziehen, woher die fabelhaften Beschreibungen und Bilder zu der Zauberschule im Harry Potter kommen. Das Edinburgher Castle stand definitiv dafür Model.
J.K. Rowling wird man im Elephant House wohl nicht mehr treffen. Wer sich aber ein Bild von dem Coffeeshop machen möchte, der kann live über eine webcam einen Blick ins Innere wagen. Besucht wird das Café hauptsächlich von Studenten und vielen Kreativen, aber auch von zahlreichen Touristen, die auf Rowlings Spuren wandern.
Am besten kommt man früh morgens, denn dann ist es noch relativ leer und man kann sich in Ruhe einen wunderbaren Fensterplatz aussuchen.

The Elephant House
21 George IV Bridge
Edinburgh EH1 1EN
Tel. 0131-220-5355
Fax. 0131-220-4272
contact@elephanthouse.biz

Samstag, 27. September 2008

Degas L'Absinthe and Impressionism & Scotland

Impressionismus und Schottland.
Wie passt das zusammen? Diese aussergewöhnliche Verbindung ist Gegenstand einer wunderbaren Ausstellung im Royal Scottish Acadamy building an der zentral gelegenen Princess street in Edinburgh. Seit dem 19. Juli 2008 präsentieren die National Galleries of Scotland über 100 Bilder von so berühmten Künstlern wie Manet, Monet, Renoir, Sisley, Pissarro, Degas, Whistler, Van Gogh, Cézanne, Gauguin, Toulouse-Lautrec, Matisse, the Glasgow Boys, the Scottish Colourists...und vielen, vielen mehr.
Wie kommt es, dass Schottland so berühmte Bilder wie Degas Zwei Tänzerinnen auf der Bühne oder Monet's Poplars on the Epte präsentieren kann? Viele dieser französischen impressionistischen Bilder - neben schottischen Impressionisten - sind im Eigentum britischer Galerien.In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts galt Schottland als eines der am stärksten industrialisierten Länder der Welt. Viele Industriestandorte förderten den Reichtum des Landes und brachten unzählige wohlhabende Unternehmer hervor, die ihr Geld in der Textilindustrie, wie z.B. durch das Unternehmen J.& P. Coats und Clark & Co., oder im Schiffsbau (z.B. Clyde shipbuilding), Eisen- und Stahlmanufaktur, Granit, Jutemanufaktur und Chemie machten.
Ihren Wohlstand investierten diese "merchant princes" genannten Unternehmer in Kunst und bildeten somit einen Grundstein für die bemerkenswerte schottische impressionistische Sammlung.
Die ersten Sammler waren Samuel Barlow of Stakehill (Lancashire) und Captain Henry Hill of Brighton (1812 - 1882).
So kaufte Barlow vier Pissarro-Bilder und Gemälde von Fanin-Latour, Corot und Henri Harpignies. Hill dagegen erwarb 1876 sieben Degas-Bilder.
Der Zuckerfabrikant James Duncan of Benmore hatte dagegen eher eine Vorliebe für Renoirbilder.
Besondere Aufmerksamkeit erregte (Times) ein Bild von Degas, das Hill ersteigerte und das zur Abwechslung mal keine attraktive Ballerina beim Training darstellte.
Im Gegenteil. Das Gemälde von 1875 zeigt eine müde, berauschte und verbrauchte Prostituierte in einem Café bei einem Glas Absinth.
Schon bei dem sehr kostengünstigen Erwerb des Gemäldes durch Arthur Kay bei Christies in London war die Empörung gross. Im Folgenden wurde oft debattiert, was eigentlich den Impressionismus ausmacht und ob eine Absinth-trinkende Prostituierte ein impressionismustaugliches Subjekt sein konnte.
Die kontroversen Diskussionen hatten den Vorteil, dass das Bild äusserst berühmt wurde.
Noch bis zum 12. Oktober 2008 kann man sowohl das Gemälde als auch noch viele andere Kunstwerke in Edinburgh's Royal Scottish academy building sehen.


National Gallery Complex
Impressionism & Scotland
19.7.2008 - 12.10.2008
The Mound
Edinburgh, EH2 2EL
nginfo@nationalgalleries.org